Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.01.2016

11:10 Uhr

Gründung vor 90 Jahren

Als die Lufthansa noch Luft Hansa hieß

Die Farben Gelb und Blau gehören zu ihr wie das Kranich-Symbol: Mit 106 Millionen Passagieren im Jahr 2014 ist die Lufthansa heute eine der größten Fluggesellschaften der Welt. Die Geschichte begann vor 90 Jahren.

Eine Dornier Komet III der „Deutschen Luft Hansa AG“ fliegt im April1926 von Berlin nach Köln. dpa

Lufthansa

Eine Dornier Komet III der „Deutschen Luft Hansa AG“ fliegt im April1926 von Berlin nach Köln.

Berlin/FrankfurtOhne Festakt wird in diesen Tagen der Gründung einer Vorgängerin der Deutschen Lufthansa AG gedacht. Vor 90 Jahren, am 6. Januar 1926, wurde im Berliner Hotel Kaiserhof die „Deutsche Luft Hansa AG“ gegründet, die ihrerseits aus den Vorgänger-Firmen Junkers Luftverkehr AG und Deutsche Aero Lloyd AG hervorgegangen ist. Beteiligt waren neben dem Deutschen Reich und den Ländern mehrere Privatunternehmen.

Im April 1926 fanden die ersten Linienflüge von Berlin aus statt, die insbesondere in der NS-Zeit bis Kriegsbeginn stark ausgeweitet wurden. Im Jahr 1938 beförderte die Fluglinie 300.000 Fluggäste, 6000 Tonnen Post und 2300 Tonnen Fracht, wie die heutige Lufthansa im Vorfeld des Jubiläums berichtete. Der Hauptsitz befand sich am Flughafen Berlin-Tempelhof.

Lufthansa und Eurowings: Der tief gespaltene Luftfahrtkonzern

Lufthansa und Eurowings

Der tief gespaltene Luftfahrtkonzern

Der Absturz einer Germanwings-Maschine, endlose Streiks – die Lufthansa blickt auf ein äußerst schwieriges Jahr zurück. Doch Zeit, die Wunden zu lecken, bleibt nicht. Airline-Chef Spohr muss sich 2016 endgültig bewähren.

Wichtigstes Flugzeug dieser Epoche war die Junkers Ju52 mit 16 Sitzen, von der heute noch ein Exemplar als „bewegliches Denkmal“ von der Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung betrieben wird. Derzeit befindet sich das historische Propellerflugzeug wegen eines Mittelholmbruchs am Rumpf in einer aufwändigen Reparatur.

Der heutige Dax-Konzern „Deutsche Lufthansa AG“ mit Sitz in Köln und operativer Zentrale in Frankfurt ist keine Rechtsnachfolgerin der 1926 gegründeten Gesellschaft. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs durften die Deutschen unter Aufsicht der Alliierten erst im Frühjahr 1955 eine neue Fluggesellschaft gründen.

Die vielen Baustellen der Lufthansa

Schwieriger Konzernumbau

Carsten Spohr will die Lufthansa wetterfest machen für die Zukunft, denn der Konkurrenzkampf über den Wolken ist hart. Der Umbau des größten europäischen Luftverkehrskonzerns ist eine Mammutaufgabe. Längst noch nicht alle Probleme sind gelöst. Das sind die Baustellen der Lufthansa.

Quelle: dpa

Billig-Airlines

Vor allem der größte europäische Player im Billigsegment, Ryanair, heizt den Wettbewerb an. Nachdem die Iren über Jahre vor allem auf kleinere Flughäfen in der Provinz gesetzt hatten, bedienen sie nun zunehmend auch große Flughäfen wie Berlin oder Köln. Zudem bieten inzwischen auch Billig-Airlines gegen entsprechenden Preisaufschlag Leistungen an, die sich vor allem an Geschäftsreisende richten – ein Segment, in dem vor allem etablierte Fluggesellschaften unterwegs sind.

Expansive arabische Konkurrenten

Emirates, Qatar Airways und Etihad punkten vor allem auf der lukrativen Langstrecke. Die Airlines vom arabischen Golf haben rasante, von den Herrscher-Familien unterstützte Wachstumspläne. Weite Teile des Verkehrs nach Südostasien und Ozeanien haben sie bereits fest im Griff und bei einigen europäischen Airlines sitzen sie mit am Steuerknüppel – zum Beispiel Etihad bei Air Berlin oder Alitalia.

Probleme mit dem Personal

Ein Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst: Der Dauerstreit mit den Piloten kann nach bisher 13 Streikrunden jederzeit wieder eskalieren. Die Kabinengewerkschaft UFO war im November in einen einwöchigen Streik getreten, einigte sich mit Lufthansa im Januar aber auf Eckpunkte eines neuen Tarifvertrags. Für das Bodenpersonal gab es zuvor schon eine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi.

Das komplizierteste Thema bei den Piloten sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Eurowings-Konzept

Neben der klassischen Premium-Lufthansa baut Lufthansa-Chef Spohr eine Billigschiene mit Eurowings auf, die im Europa-Verkehr Ryanair oder Easyjet Paroli bieten soll. Kern des Konzepts ist „Eurowings Europe“ mit Sitz in Wien. Derzeit stellt sie Piloten zu deutlich geringeren Gehältern ein, als bei der Lufthansa-Mutter gezahlt werden.

Der Konzernumbau belastet die Tarifverhandlungen, insbesondere mit den Piloten. Außerdem läuft es bei Eurowings selbst noch nicht rund. Die neue Billig-Airline hat mit Verspätungen auf ihren Fernflügen zu kämpfen.

Germanwings-Absturz

Der vom Co-Piloten Andreas L. im Frühjahr herbeigeführte Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten war das größte Unglück in der Geschichte des Lufthansa-Konzerns. Finanzielle Soforthilfe von zunächst 50.000 Euro pro Opfer wurde schnell auf den Weg gebracht. Um Schmerzensgeldzahlungen ist allerdings ein Millionenpoker entbrannt. Opfer-Anwälte lehnten die Lufthansa-Vorschläge als zu niedrig ab.

Sie übernahm das Kranich-Symbol und die Farben Gelb-Blau von der alten Hansa. Die „Deutsche Lufthansa AG“ startete als Staats-Airline und ist erst seit 1997 komplett in privater Hand. Nach Berlin durfte die Airline erst nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 wieder fliegen.

2014 hat der weltweit tätige Luftverkehrs-Konzern 106 Millionen Passagiere und 1,92 Millionen Tonnen Fracht transportiert. Dazu waren gut eine Million Flüge notwendig. Im Jahresschnitt beschäftigte die Lufthansa knapp 119.000 Menschen und machte einen Umsatz von 30 Milliarden Euro.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×