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22.07.2015

16:12 Uhr

Günter Herz wird 75

Der unbekannte Tchibo-Milliardär

Über Jahrzehnte führte Günter Herz den mittelständischen Kaffeeröster Tchibo und formte ihn zu einem großen Handelskonzern. Dann wurde er von den Brüdern entmachtet. Die Milliardärsfamilie ist bis heute tief zerstritten.

Günter Herz 2011 bei der Hauptversammlung des Sportartikelherstellers Puma: Der Milliardär lebt zurückgezogen. dpa

Der unbekannte Milliardär

Günter Herz 2011 bei der Hauptversammlung des Sportartikelherstellers Puma: Der Milliardär lebt zurückgezogen.

HamburgGünter Herz ist einer der reichsten Deutschen. Er baute das väterliche Erbe, den eher mittelständischen Kaffeeröster Tchibo, zu einem Milliardenkonzern aus. Mehr als 35 Jahre stand Herz an der Spitze des Unternehmens. Anfang 2001 musste er gehen und wurde später gemeinsam mit seiner Schwester Daniela mit mehr als vier Milliarden Euro abgefunden.

Die Hamburger Milliardärsfamilie Herz – die Mutter und fünf Kinder, von denen eines nicht mehr lebt – ist tief zerstritten. Günter Herz, der älteste Sohn von Ingeburg und Max Herz, feiert am Mittwoch, den 22. Juli, seinen 75. Geburtstag.

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Wenn er denn überhaupt feiert. Günter Herz lebt mitten in Hamburg und das Büro seiner Vermögensverwaltung Mayfair ist nur einen Steinwurf von der Binnenalster entfernt. Doch nimmt er keinen sichtbaren Anteil am gesellschaftlichen Leben in der Hansestadt, ist nicht auf Partys oder Events, bei Festveranstaltungen oder im Theater zu sehen, hält keine Vorträge und macht nicht als Mäzen auf sich aufmerksam.

Günter Herz verbringt seine freie Zeit auf seinem Gestüt Lasbek bei Hamburg. Dort züchtet er Traberpferde, seit 50 Jahren schon. „Ich kann die Wochenenden meiner Ehe zählen, an denen wir nicht hier waren“, hat seine Frau Uta vor Jahren einmal einer Reporterin anvertraut. Und diese Ehe dauert schon mehrere Jahrzehnte.

Welcher Kaffeetyp sind Sie?

Ländervergleich

6,4 Kilogramm Kaffee hat jeder Deutsche im Jahr 2010 verbraucht. Insgesamt gingen also 526.860 Tonnen Kaffeebohnen beziehungsweise gemahlener Kaffee über deutsche Ladentheken. Damit schaffen es deutsche Kaffeetrinker im internationalen Vergleich auf Platz drei hinter Brasilien und den USA. Grund genug für die Redaktion von brandeins Wissen, das Magazin "Kaffee in Zahlen" herauszugeben. Demnach gibt es verschiedene Kaffeetypen, wie beispielsweise den...

Puristen

Der Purist legt wenig wert auf die Kaffeemaschine an sich - oft hat er nicht einmal ein elektrisches Gerät sondern brüht per Hand. Er ist etwas älter und trinkt seinen Kaffee gern schwarz. Einmal am Tag Kaffee genügt dem Puristen. Er trinkt ihn meist morgens oder im Lauf des Vormittags. 16 Prozent der Deutschen gehören zu dieser Kategorie.

Pragmatiker

Der Pragmatiker

17 Prozent der Kaffeetrinker in Deutschland gehören zu den Pragmatikern: Ihnen hilft Kaffee vor allem dabei, morgens schnell wach zu werden. Abends trinken sie daher kaum Kaffee. Die Pragmatiker werden als mittelalt und eher weniger zufrieden mit ihrer Lebenssituation beschrieben.

Zucker und Milch

33 Prozent der Pragmatiker trinken ihren Kaffee am liebsten mit Zucker und Milch, nur 27 Prozent bestehen auf schwarzem Kaffee. Bei 24 Prozent kommt der aus dem Espresso-Vollautomaten. Wer so ein modernes Gerät hat, nutzt es zwar entsprechend häufig, spät abends greifen nur noch 28 Prozent der Pragmatiker zur Kaffeetasse.

Die Anspruchsvollen

Die Anspruchsvollen

Für 19 Prozent der Kaffeetrinker in Deutschland ist Kaffee ein Genussmittel und dementsprechend viel erwarten sie von der Qualität. Die Anspruchsvollen greifen zu jeder Uhrzeit zum schwarzen Wachmacher, etwas mehr als ein Drittel trinkt ihn gern weiß und süß. Spätabends greifen immer noch 50 Prozent der Anspruchsvollen zu Kaffee und 14 Prozent haben zuhause vier oder mehr verschiedene Versionen.

Vollautomaten

Die Anspruchsvollen sind auch die Gruppe, in der die meisten Menschen einen Kaffee-Vollautomaten besitzen. 24 Prozent haben ein solches Gerät statt herkömmlicher Kaffee- oder Padmaschinen. 86 Prozent gaben an, ihren Kaffeewunderautomaten regelmäßig zu benutzen.

Schlemmer

Schlemmer

17 Prozent der Kaffeetrinker mögen es weiß und süß, sie bevorzugen die Milchschaumvarianten wie Latte macchiato und Cappuccino gegenüber klassischem Filterkaffee. Diese sogenannten Schlemmer sind in der Regel junge Frauen. Viele von ihnen haben zuhause eine Pad- oder Kapselkaffeemaschine. 46 Prozent von ihnen schlürfen auch spät abends noch gern einen Milchkaffee.

Variationen

Kaffeevariationen mögen übrigens alle Gruppen gerne: Sowohl Cappuccino und Latte macchiato als auch Eiskaffees und süße Milchkaffees sind überall beliebt. Außer bei der Gruppe der Puristen und der Klassiker trinkt mehr als ein Drittel der unterschiedlichen Kaffeetypen gerne süß und mit Milch.

Klassiker

Klassiker

19 Prozent der Konsumenten gehören zu den Klassikern. Das heißt, sie wollen gute, qualitativ hochwertige Kaffeemaschinen und Kaffees. Variationen mit Macadamia-Aroma und Sojamilchschaum sind dagegen nichts für sie. Zu dieser Gruppe gehören viele ältere Menschen, die eher in kleineren Ortschaften als in den Metropolen leben. Kaffee trinken sie zu jeder Tageszeit, bevorzugt Filterkaffee.

Die Genügsamen

Die Genügsamen

Rund 12 Prozent der Kaffeetrinker zählen zur Gruppe der Genügsamen. Sie achten mehr auf den Preis als auf die Qualität, sie trinken aber auch deutlich weniger als die anderen Gruppen. Außer Haus trinken sie eher selten Kaffee. Zu den Genügsamen gehören überwiegend junge Männer.

Als Tchibo-Chef entwickelte Herz den Handel mit Textilien und Gebrauchsartikeln zum zweiten Standbein von Tchibo. Er war auch verantwortlich für den Einstieg beim Nivea-Hersteller Beiersdorf und die Übernahme des Zigarettenkonzerns Reemtsma - alles äußerst erfolgreiche Deals. 1997 übernahm Tchibo schließlich den Hauptkonkurrenten Eduscho und stieg damit zum Marktführer im Kaffeegeschäft in Deutschland auf. Als Tchibo-Chef kann Herz eine starke Erfolgsbilanz vorlegen.

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