Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.11.2014

17:21 Uhr

Güterverkehr

Bahnstreik verunsichert Häfen

Die Lokführer im Güterverkehr wollen mehr als vier Tage lang die Arbeit ruhen lassen. Der Streik wird auch die Häfen in Hamburg und Bremen treffen. Die Auswirkungen sind allerdings nur schwer vorhersehbar.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat den längsten Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn angekündigt. Er wird wohl auch die norddeutschen Häfen empfindlich treffen. dpa

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat den längsten Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn angekündigt. Er wird wohl auch die norddeutschen Häfen empfindlich treffen.

Hamburg/BremenDer Streik der Lokführer im Güterverkehr trifft auch die beiden großen deutschen Häfen Hamburg und Bremen empfindlich. Die Auswirkungen seien aber schwer vorhersehbar, sagten mehrere Experten am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.

Einerseits wird ein Drittel des Bahngüterverkehrs in Deutschland von privaten Unternehmen abgewickelt, die nicht bestreikt werden. In den Häfen liegt der Anteil noch höher. Das stabilisiert die Lage. Andererseits sind die logistischen Systeme und Prozesse, die Lieferketten und Just-in-Time-Systeme eng verknüpft und sehr komplex. Das macht sie anfällig für Störungen. „Die genauen Auswirkungen sind noch nicht abzuschätzen“, sagte Daniel Hosseus, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS).

„Der Streik wird voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf die Seehäfen und die Hinterlandverkehre haben“, heißt es dagegen in einer Mitteilung der Bahn-Tochter DB Schenker Rail. Hamburg ist der größte Eisenbahnhafen Europas. Fast 40 Prozent der Container, die aus der Region hinein- oder herausgebracht werden, reisen mit der Bahn.

„Es wird im Hamburger Hafen nicht zum Supergau kommen“, sagte Axel Plaß vom Verein Hamburger Spediteure. Andererseits ließen sich die ausfallenden Züge nicht ohne weiteres durch private Bahnunternehmen oder Lkw-Transporte ersetzen.

Das Containerumschlagsunternehmen Eurogate mit Terminals in Bremerhaven, Hamburg und Wilhelmshaven gab sich zurückhaltend. „Über Auswirkungen können wir noch nicht genau etwas sagen; es bleibt abzuwarten, wie es sich entwickelt“, sagte Unternehmenssprecherin Corinna Romke.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×