Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2010

15:56 Uhr

Güterverkehr

Deutsche Bahn expandiert in Italien

VonEberhard Krummheuer

Trotz der Krise baut die Deutsche Bahn ihre Marktposition im Güterverkehr auf der Schiene in Europa aus. Nach Frankreich und Polen ist der Konzern seit Mittwoch nun auch die Nummer zwei in Italien. Damit setzt das Unternehmen seine seit Jahren verfolgte Expansionspolitik im Bahn-Güterverkehr weiter unbeirrt fort.

Auf Expansionskurs: Die Deutsche Bahn will Verbindungen von der Nordsee bis nach Süditalien anbieten. DB AG/Schmid

Auf Expansionskurs: Die Deutsche Bahn will Verbindungen von der Nordsee bis nach Süditalien anbieten.

DÜSSELDORF. Nach Frankreich und Polen ist die Deutsche Bahn (DB) nun auch in Italien zweitstärkster Spieler im Schienengüterverkehr hinter der jeweiligen nationalen Staatsbahn. Die Spartentochter DB Schenker Rail übernahm von dem regionalen Bahnkonzern Ferrovie Nord Milano (FNM) weitere Anteile der ausgegliederten Güterbahn Nordcargo und hält jetzt mit 60 Prozent die Mehrheit. Das Unternehmen wird mit der schon bestehenden DB Schenker Rail Italia verschmolzen, teilte die DB am Mittwoch mit.

Die beiden Güterbahnen sollen in die internationalen Nord-Süd-Verbindungen von den Nordseehäfen über die Rhein-Schiene und durch die Schweiz bis nach Süditalien eingebunden werden und zugleich im nationalen italienischen Markt wachsen, sagte Alexander Hedderich, Vorstandschef von DB Schenker Rail. Zusammen brachten es die beiden Unternehmen 2008 mit 300 Mitarbeitern auf 57 Mio. Euro Umsatz. Damit ist die mittelständische neue Konzerntochter die Nummer zwei hinter der Staatsbahn Trenitalia. Diese ist ihrerseits im deutschen Markt tätig: Ihr gehört die Mehrheit an dem Bad Honnefer Bahnunternehmen TX Logistik.

Die bisherige DB Schenker Rail Italia sitzt in Alessandria zwischen Mailand und Genua. Sie ist 2004 aus der Übernahme einer Lokalbahn hervorgegangen. An Nordcargo war die DB seit einem Jahr mit 49 Prozent beteiligt.

Nach nur einem Jahr in der Gewinnzone rechnet die DB für 2009 mit tiefroten Zahlen. DB Schenker Rail hat nach Angaben von Transport-und Logistik-Vorstand Karl-Friedrich Rausch im vergangenen Jahr rund 25 Prozent ihrer Transportmengen verloren. Angesichts der hohen Fixkosten für Personal, Loks und Güterwagen habe sich das im ersten Halbjahr noch positive Ergebnis deshalb gedreht.

Gleichwohl hat der Konzern seine seit Jahren verfolgte Expansionspolitik im Bahn-Güterverkehr unbeirrt weiter verfolgt. So hat er im vergangenen Jahr die Mehrheit an einer polnischen Bahn erworben, die seit einigen Wochen als DB Schenker Rail Polska Verfolger der Staatsbahn PKP ist. Auch in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und in Skandinavien tritt die Deutsche Bahn mit eigenen Töchtern an und spezialisiert sich im Wettbewerb auf durchgehende europaweite Züge von den britischen Inseln und Spanien bis nach Russland und in die Türkei.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×