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26.04.2012

16:46 Uhr

Güteverhandlungen

Schlecker will Ex-Mitarbeiter abfinden

Die Schlecker-Insolvenzverwaltung will einen Prozess um Klagen gekündigter Mitarbeiter abwenden und ist offenbar bereit dafür zu zahlen. Die Summe, die im Raum steht, ist allerdings bescheiden.

Geschlossene Rollläden am Fenster einer Schlecker-Filiale in Berlin. dpa

Geschlossene Rollläden am Fenster einer Schlecker-Filiale in Berlin.

Ehingen/Ulm Mehr als 1500 ehemalige Schlecker-Beschäftigte wehren sich vor Gericht gegen ihre Kündigungen - zwei von ihnen wurden nun 500 Euro Abfindung angeboten. Aussagen einer Rechtsanwältin der Insolvenzverwaltung vor Gericht, dass die vor Gericht genannte Summe als „Leitfaden für alle Schlecker-Fälle“ gelten solle, widersprach ein Sprecher des Insolvenzverwalters am Donnerstag allerdings. Dem Sprecher Patrick Hacker zufolge soll es kein einheitliches Angebot für gekündigte Beschäftigte der insolventen Drogeriekette geben: „Das sind Einzelfallentscheidungen“, sagte er. Die Gewerkschaft Verdi kritisierte das Vorgehen der Schlecker-Insolvenzverwaltung, klagenden Ex-Beschäftigten zu diesem Zeitpunkt Abfindungen in dieser Höhe anzubieten.

Die Anwältin hatte die Summe von 500 Euro am Mittwoch im Arbeitsgericht Ulm bei Güteverhandlungen mit zwei klagenden Ex-Schlecker-Beschäftigten angeboten, wie der zuständige Richter Nikolaus Zimmermann bestätigte. Wie er weiter sagte, hatte sie diese Summe vor dem Gericht als „Leitfaden für alle Schlecker-Fälle“ angegeben. Er bestätigte damit einen Bericht der „Südwest Presse“ (Donnerstag). „Wenn sich beide Parteien darauf einigen, wäre der schwierig zu führende Prozess abgewendet“, sagte der Ulmer Richter.

Die Summe sei „natürlich nicht viel“, über die Annahme hätten jetzt die Klagenden zu entscheiden. Eine einheitliche Linie sei bei mehreren Verfahren durchaus sinnvoll, sagte Zimmermann. Von der Insolvenzverwaltung hieß es, dazu gebe keinen Leitfaden.

Bundesweit haben nach bisherigen Angaben der Gerichte mehr als 1500 ehemalige Schlecker-Beschäftigte gegen ihren früheren Arbeitgeber geklagt. Ende März war im Zuge der Insolvenz der Drogeriekette 10.000 Mitarbeitern gekündigt worden.

Verdi-Sprecher Christoph Schmitz sagte der Nachrichtenagentur dpa, „wir sind sehr überrascht über die Höhe und den Zeitpunkt der angebotenen Abfindungen“. Ihn verwundere überhaupt, dass einzelnen klagenden Mitarbeitern zum derzeitigen Zeitpunkt ein Angebot unterbreitet wurde. „Wir erwarten, dass der Insolvenzverwalter vernünftige und verlässliche Informationen für alle gekündigten Beschäftigten gibt“, sagte Schmitz.

Von

dpa

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