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20.07.2015

13:07 Uhr

Gummibärchen-Expansion

Haribo wagt endgültig Schritt nach China

Nach einem Testlauf in Schanghai will der Gummibärchen-Hersteller Haribo nun in China Fuß fassen. Auch in anderen Ländern haben die Bonner Expansionspläne und bauen neue Werke auf.

Der Fruchtgummi-Hersteller nimmt China ins Visier. dpa

Haribo

Der Fruchtgummi-Hersteller nimmt China ins Visier.

BonnGummibärchen in Übersee: Der Süßwaren-Hersteller Haribo nimmt die Märkte außerhalb Europas ins Visier. Nach einem Testlauf in Schanghai will das Bonner Unternehmen noch in diesem Jahr auch in der südchinesischen Provinz Guangdong an den Start gehen.

Haribo-Chefs im Interview: „Wir nennen uns jedenfalls nicht in Harigra um“

Haribo-Chefs im Interview

„Wir nennen uns jedenfalls nicht in Harigra um“

Hans Guido Riegel und Michael Phiesel haben die Führung von Haribo übernommen. Im Interview sprechen die Chefs des Gummibärchen-Herstellers über den Abschied von Thomas Gottschalk, ihren Umzug und ihre Expansionspläne.

Außerdem sollen in den USA und in Brasilien zwei neue Produktionsstätten entstehen, wie ein Haribo-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Montag sagte. Zuvor hatte bereits die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über die Expansionspläne berichtet.

In den vergangenen Jahrzehnten hatte der familiengeführte Fruchtgummi- und Lakritz-Konzern vor allem die europäischen Märkte erobert. „Die Haribo-Unternehmensgruppe entwickelt sich weiterhin positiv und wächst“, zitierte die Zeitung Haribo-Chef Hans Guido Riegel. „Mit den im Jahr 2014 und im ersten Halbjahr 2015 erzielten Umsätzen sind wir zufrieden.“

Haribo: Vom Jahrmarkt auf den Weltmarkt

Gründung der Firma

1920 gründet Johann Riegel, genannt Hans, die Firma Haribo. Der Name ist eine Abkürzung: Er besteht aus den Anfangsbuchstaben des Namens sowie der Heimatstadt Bonn. Das Gummibärchen hieß anfangs übrigens noch Tanzbär, inspiriert von den Tieren auf den Jahrmärkten, wo Haribo die Leckereien verkaufte. Seit den 1920er Jahren produziert das Unternehmen außerdem Lakritz.

Die Söhne übernehmen

Die beiden Riegel-Söhne Hans und Paul übernehmen 1946, kurz nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft, den Betrieb – samt dem Rezept für die Gummibärchen. Paul leitet die Produktion, Hans den kaufmännischen Bereich. Parallel studiert er in Bonn Wirtschaftswissenschaften.

Effektive Werbung

Zur Bekanntheit der Marke dürfte auch die Werbung beitragen. Zum einen erweist sich das Engagement von TV-Star Thomas Gottschalk als Coup, der seit 1991 für die Marke wirbt. Zum anderen ist der Slogan der Firma so eingängig, dass ihn jeder kennt: „Haribo macht Kinder froh – und Erwachsene ebenso.“ Der zweite Teil stammt von Hans Riegel selbst.

Internationale Expansion

Die beiden Brüder bauen Haribo zu einem international tätigen Süßwarenkonzern aus. Sie übernehmen Firmen – nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, den Niederlanden und der Türkei. Außerdem gründen sie über die Jahre Vertriebsniederlassungen in aller Welt.

Die Macht wird aufgeteilt

Paul Riegel stirbt 2009. Seniorchef Hans Riegel verständigt sich mit dessen Erben auf eine Machtteilung. Seit 2010 gibt es eine neue Unternehmensstruktur: An der Holding halten Hans Riegel und die Erben von Paul Riegel je 50 Prozent.

Hans Riegel organisiert Übergang

Im März 2013 feiert Hans Riegel seinen 90. Geburtstag. „Ich bin fast täglich im Büro“, sagt er da noch. Nach einer Operation im Juli gibt er aber doch einen Teil der Kontrolle ab, er lässt sich vom Manager Felix Theato vertreten. Im Oktober 2013 stirbt der Seniorchef.

Von

dpa

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