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22.07.2015

00:10 Uhr

Gutachten der Monopolkommission

Deutsche Bahn soll Privatkapital aufnehmen

VonDieter Fockenbrock

Die Bahn soll Netz und Betrieb komplett trennen – das fordert die Monopolkommission seit Jahren. Bahnchef Rüdiger Grube wehrt sich. Doch mit ihrem aktuellen Gutachten könnten die Wettbewerbshüter auf offene Ohren stoßen.

Eigentlich ist Grube kein Freund der Monopolkommission – doch mit einigen Vorschlägen aus dem aktuellen Gutachten der Wettbewerbshüter dürfte der Bahnchef einverstanden sein. dpa

Bahnchef Grube

Eigentlich ist Grube kein Freund der Monopolkommission – doch mit einigen Vorschlägen aus dem aktuellen Gutachten der Wettbewerbshüter dürfte der Bahnchef einverstanden sein.

DüsseldorfNormalerweise legt Rüdiger Grube die Papiere der Monopolkommission schnell beiseite. Die Wettbewerbsexperten fordern nämlich seit Jahren die vollständige Trennung von Netz und Betrieb, also eine Zerschlagung des Bahnkonzerns. Grube dagegen will den „integrierten Bahnkonzern“ bewahren. Diesmal aber sollte er das Gutachten der Regierungsberater unter Leitung des Wissenschaftlers Daniel Zimmer aufmerksam lesen.

Denn ganz am Schluss wird Grube auf einen Vorschlag stoßen, der durchaus in sein neues Bahnkonzept passen könnte. Die Monopolkommission empfiehlt den „weltweit tätigen Transport- und Logistikdienstleister DB Schenker Logistics und DB Schenker Rail durch Privatisierung eigentumsrechtlich zu desintegrieren“.

Ganz so weit will Bahnchef Grube wohl nicht gehen. Aber die Gütersparte der Bahn für private Investoren zu öffnen, das ist wohl ihm auch schon in den Sinn gekommen. Denn die Deutsche Bahn braucht Kapital, um milliardenschwere Investitionen in neue Züge und das Gleisnetz zu stemmen.

Seit Jahren bröckeln die Gewinne

Die Gewinne aber bröckeln seit einigen Jahren. Es bleibt nicht genug Geld aus dem laufenden Geschäft, um die wachsenden Investitionen zu finanzieren. Und weiter verschulden will sich die Bahn auch nicht. Schon heute lasten fast 18 Milliarden Euro auf dem Staatsunternehmen.

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Noch arbeitet Grube an der neuen Konzernstruktur, die nächste Woche dem Aufsichtsrat und auch der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Aber schon jetzt ist absehbar, dass die teure Zwischenholding DB Mobility Logistics aufgelöst werden soll. Sie war vor Jahren extra gegründet worden, um die Bahn börsenfähig zu machen. Das Projekt ist abgeblasen, weil der Plan politisch aufgegeben wurde.

Jetzt ergibt eine Zwischenholding nur für den Personen- und Güterverkehr keinen Sinn mehr. Die neue Lösung könnte also lauten: Der Güterverkehr wird separat gebündelt mit dem Ziel, bei Bedarf Investoren anzusprechen.

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