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29.06.2012

09:57 Uhr

Gute Zahlen

Alltours auf der Sonnenseite

Der Reisekonzern Alltours kann sich über gute Zahlen freuen. Das Geschäft wuchs im Sommer um sechs Prozent und steuert auf neuen Unternehmensrekord zu. Besonders die Nachfrage nach Reisen in Deutschland hat zugelegt.

Alltours setzt künftig stärker auf exklusive Hotels. alltours

Alltours setzt künftig stärker auf exklusive Hotels.

Fuerteventura/DuisburgDie letzten Monate waren nicht leicht für Alltours-Chef Willi Verhuven. Die hohe Fluktuation in seiner Führungsmannschaft sorgte zuletzt für schlechte Schlagzeilen. Dabei kann sich die Bilanz seines Unternehmens durchaus sehen lassen. Aus einem kleinen Reisebüro im niederrheinischen Kleve hat Verhuven einen Urlaubskonzern geformt, der seit 35 Jahren keinen Verlust gemacht hat. 73 Prozent aller Deutschen kennen die Marke. Und auch für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Reisekonzern einen positives Ergebnis - und neue Rekordzahlen.

Alltours legt in den ersten sechs Monaten bei Umsatz und Buchungszahlen deutlich zu: Mit sechs Prozent mehr Gästen und einem Umsatzplus von vier Prozent. Die größte Überraschung: Im Heimatmarkt Deutschland stieg die Zahl der Buchungen um 12 Prozent - was vor allem dem neuen Geschäft mit Autoreisen zu verdanken ist. Für das Wintergeschäft erwartet der Reiseveranstalter ein Plus bei Umsatz und Gästen von fünf Prozent.

In Österreich und den Niederlanden sind die Auswirkungen der Eurokrise allerdings angekommen. Dort sind die Buchungen leicht rückläufig. Besonders Griechenlandurlaube haben ihr vorheriges Niveau noch nicht wieder erreicht. In der Schweiz wächst Alltours zweistellig. Besonders gefragt sind reisen in die Türkei, nach Mallorca und nach Bulgarien. Eine starke Nachfrage gibt es auch für Kroatien.

Auch Ägypten und Tunesien haben nach den politischen Umwälzungen erholt und werden wieder häufiger gebucht.

Die größten Reisekonzerne Europas

Die Ausgangslage

Die Tourismusbranche scheint krisenresistent zu sein und glänzt dieses Jahr mit Buchungssteigerungen - von Folgen der Schuldenkrise keine Spur. Dieses Jahr kann das vergangene Jahr 2011 sogar toppen, sofern keine Naturkatastrophen oder andere Krisen eintreten.

Platz 8

Schauinsland Reisen

Der Flugveranstalter Schauinsland-Reisen, deutscher Pauschalreisenveranstalter, zieht für das Ende Oktober zu Ende gehende Geschäftsjahr 2010/11 eine äußerst positive Gesamtbilanz und vermeldet wieder deutliches Wachstum. So stiegen der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent auf 556 Millionen Euro und die Zahl der gebuchten Teilnehmer auf 778.000 (plus 4,4 Prozent).

Platz 7

FTI Touristik

FTI kam im Jahr 2010 in Deutschland auf einen Umsatz von 1,07 Milliarden Euro – das bedeutete einen Marktanteil von 5,0 Prozent. FTI betreibt unter anderem den Reiseshopping-Sender „Sonnenklar.TV“. Über ihn hat FTI 2010 165 Millionen Euro Umsatz erzielt und knapp 600.000 Reisende gewonnen – das ist beinahe jeder Dritte, der mit FTI reiste.

Platz 6

Club Mediterranee

Platz sechs nimmt in Europa Club Mediterranee ein. Der französische Reiseveranstalter war im Jahr 2011 wieder in der Gewinnzone. Das Unternehmen erzielte nach eigenen Angaben im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn von zwei Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Verlust von 14 Millionen ausgewiesen werden musste.

Platz 5

Alltours

Deutschlands fünftgrößter Reiseveranstalter Alltours wächst stärker als geplant, die Buchungen liegen deutlich über Plan. Schon im vergangenen Jahr hatte Alltours am stärksten in Deutschland zugelegt. Das Vorsteuerergebnis stieg im Geschäftsjahr 2010/11 (31.10.) um 144 Prozent auf 32 Millionen Euro.

Platz 4

Rewe

In Europa die Nummer drei: Die Touristiksparte der Rewe-Gruppe hat im vergangenen Jahr mit einer Umsatzsteigerung von 4,2 Prozent zugelegt. Der Umsatz stieg demnach auf 4,5 Milliarden Euro. Zum Gewinn machte das Unternehmen keine Angaben. Auch das neue Tourismusjahr 2011/2012, das am 1. November begonnen hat, sei erfreulich gestartet. Der Umsatz liege „deutlich einstellig im Plus“. Während die Kunden bei Buchungen für Griechenland und Ägypten noch zurückhaltend seien, sei Tunesien als Reiseziel auf dem Weg zurück zu alten Spitzenwerten.

Platz 3

Kuoni

Der Schweizer Reisekonzern Kuoni übernimmt im zweiten Quartal das Online-Reiseportal Gullivers Travel. Das schnell wachsende Online-Reiseportal Gullivers Travel wechselt den Besitzer damit für 515 Millionen Euro. Kuoni will seine Internet-Aktivitäten ausbauen. Der Umsatz bei Kuoni stieg im ersten Halbjahr 2011 um fast 19% auf 2,084 Mrd. Franken.

Platz 2

Thomas Cook

Thomas Cook, Europas Nummer zwei der Reiseveranstalter, kämpfte stark mit Verlusten. Der arabische Frühling hat dem britischen Reiseveranstalter das Geschäft so verdorben, dass eine Finanzspritze im November letzten Jahres notwendig war. Der Deutschland-Chef des angeschlagenen Reisekonzerns Thomas Cook hat sich allerdings zufrieden mit dem derzeitigen Geschäftsverlauf gezeigt. „Bis heute liegen wir bei den Sommerbuchungen nur knapp ein Prozent unter Vorjahr“, sagte Thomas-Cook-Manager Peter Fankhauser der „WirtschaftsWoche“. Der Umsatz sei dank gestiegener Preise sogar stabil, ebenso die Marge. „Das ist ein gutes Resultat für uns.“

Platz 1

Tui Travel

Europas größter Reiseveranstalter Tui musste wegen der Auseinandersetzungen in Ägypten und Tunesien einen Verlust von 80 Millionen Euro einbüßen. Trotzdem hat Tui im abgelaufenen Jahr in seiner Touristiksparte profitiert. Insgesamt stieg der Umsatz im September beendeten Geschäftsjahr 2010/11 um 7 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro.

Trotz der starken Konkurrenz im Internet, bleibt das Kataloggeschäft das wichtigste Geschäftsfeld von Alltours das Kataloggeschäft.

Die Zukunft will Alltours mit dem Ausbau der konzerneigenen Hotelkette Allsun sichern. Bis jetzt gehören 7.700 Betten zu „allsun Hotels“. Außerdem soll der Anteil der Hotels, die exklusiv von Alltours angeboten werden, weiter steigen. Jährlich übernachten rund 875.000 Gäste in einem exklusiv von Alltours angebotenen.

Sollte die Kalkulation von Alltours aufgehen, kann der Reisekonzern bis seine Buchungszahlen von 1,67 Mio. Urlaubern auf über 1,75 Mio. steigern.

Von

bay

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