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14.11.2013

14:49 Uhr

Gutes Quartal

Geschäfte am Hamburger Hafen laufen rund

Verzögerungen bei der Elbvertiefung und der maue Handel auf den Weltmeeren trübte zuletzt die Geschäfte des Hamburger Hafens. Doch im dritten Quartal ging es für den wichtigsten deutschen Hafen wieder aufwärts.

Der Hamburger Hafen ist einer der wichtigsten deutschen Umschlagplätze für Container. dpa

Der Hamburger Hafen ist einer der wichtigsten deutschen Umschlagplätze für Container.

HamburgAus dem Hamburger Hafen waren zuletzt vor allem Klagen über die Verzögerungen bei der Elbvertiefung und Probleme mit den Verkehrsanbindungen zu hören. Die Zahlen für das dritte Quartal fallen dennoch überraschend gut aus.

Der Hamburger Hafen ist in den Sommermonaten stärker gewachsen als erwartet. Der Gesamtumschlag legte im dritten Quartal um 11,1 Prozent auf 35,8 Millionen Tonnen zu, teilte die Marketing-Gesellschaft des Hafens am Donnerstag in Hamburg mit. Dabei profitierte der Hafen von zwei Sonderentwicklungen bei den Massengütern, deren Umschlag um fast 19 Prozent zunahm. Zum einen wurden mehr Öl und Ölprodukte importiert, zum anderen verdoppelten sich wegen einer guten Ernte die Getreideexporte. Der wichtige Containerumschlag lag mit 2,4 Millionen Standardcontainern (TEU) um 6,3 Prozent höher als im gleichen Quartal des Vorjahres.

Für die ersten neun Monate betrug das Wachstum beim Güterumschlag 6,0 Prozent, beim Containerumschlag 3,6 Prozent auf 7,0 Millionen TEU. Damit wächst der Hamburger Hafen fast als einziger in der Nordrange der großen Containerhäfen Nordwesteuropas und baut seinen Marktanteil um 1,1 Punkte auf 24,7 Prozent aus. „Wir sind auf einem sehr guten Weg in Richtung der Zahlen von 2008“, sagte Axel Mattern, Vorstand der Marketing-Gesellschaft. Damals hatte der Hafen fast zehn Millionen TEU umgeschlagen; danach hatte die Wirtschafts- und Finanzkrise die Umschlagleistungen einbrechen lassen. Nun erwartet der Hafen für das Gesamtjahr 9,3 Millionen TEU, wenn die positive Entwicklung der ersten neun Monate anhält.

Für das Wachstum im Containerverkehr sind vor allem zwei Faktoren verantwortlich: Asien und vor allem China liefern wieder mehr Waren. Das dritte Quartal ist für die Häfen das Weihnachtsgeschäft. Der Containerverkehr mit dem wichtigsten Handelspartner China legte deutlich zu und war nach neun Monaten immerhin mit 0,4 Prozent im Plus. Auch andere große asiatische Partner wie Singapur (plus 5,4 Prozent), Südkorea (plus 8,9 Prozent) und Malaysia ((plus 5,8 Prozent) weiteten ihre Handelsbeziehungen mit dem Hamburger Hafen aus.

Reedereien in Deutschland

Platz 10

Bernhard Schulte Group - 4,1 Millionen dwt (Deadweight Tonnage = Tragfähigkeit eines Schiffs in Tonnen): Die Schulte Group umfasst die Reederei Bernhard Schulte als Eigner- und Reeder der eigenen Schiffe, die Bernhard Schulte Shipmanagement als Schiffsmanagementunternehmen, die OPDR als eigenständige Linienreederei und die BS Treuhand als Treuhandunternehmen.

Platz 9

Rickmers Reederei - 4,3 Millionen dwt: Keimzelle der Rickmers Reederei war die 1834 von Rickmer Clasen Rickmers in Bremerhaven gegründete Rickmers Werft. Später wurde das Unternehmen um eine Reederei sowie verschiedene Reismühlen erweitert. Die beiden Brüder Bertram R. C. Rickmers und Erck Rickmers, Nachkommen des Firmengründers in fünfter Generation, betreiben heute zwei rechtlich vollständig voneinander unabhängige Unternehmensgruppen.

Platz 8

Hapag Lloyd - 4,4 Millionen dwt: Die Hapag-Lloyd AG ist ein Transport- und Logistikunternehmen mit Firmensitz in Hamburg. Am 28. März 2012 bewilligte die Hamburgische Bürgerschaft mit den Stimmen der SPD und Die Linken 420 Millionen Euro für einen weiteren Anteilskauf an der Reederei. Damit wird die Stadt Hamburg mit 39,6 Prozent der größte Einzelaktionär der Hapag-Lloyd AG.

Platz 7

Hartmann Group - 4,6 Millionen dwt: Die Hartmann AG ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Leer.

Platz 6

Neu Seeschifffahrt - 5,4 Millionen dwt: Das Unternehmen hat seinen Sitz am Alsterufer in Hamburg.

Platz 5

Peter Döhle Schiffahrts KG - 6,0 Millionen dwt: Die Flotte des Hamburger Unternehmens umfasst 450 Containerschiffe.

Platz 4

Conti Holding - 6,2 Millionen dwt: 73 Containerschiffe, 22 Bulker, acht Produktentanker, zwei Gastanker, ein Hochsee- und zwei Flusskreuzfahrtschiffe machen Conti zu einer der größten und modernsten Reedereien weltweit.

Platz 3

E.R. Schifffahrt - 6,3 Millionen dwt: E.R. Schiffahrt ist maritimer Dienstleister für die Container-, Massengut- und Multipurpose-Schifffahrt. Derzeit disponiert die Reederei 137 Schiffe in Fahrt. Die E.R. Offshore managt 13 Spezialschiffe für die Öl- und Gasförderung auf See.

Platz 2

Dr. Peters - 7,1 Millionen dwt: Bisher investierte die Dr. Peters Gruppe ca. 6,56 Milliarden Euro in Flugzeuge, Schiffe, Immobilien und den Zweitmarkt von US-Lebensversicherungen. Das von mehr als 85.000 Beteiligungen eingezahlte Eigenkapital beträgt rund 3,18 Milliarden Euro.

Platz 1

C.P. Offen - 8,4 Millionen dwt: Die Reederei Claus-Peter Offen (gegründet 1971) gehört zu den weltweit größten Anbietern moderner Containerschiff-Tonnage und hat ihren Sitz in Hamburg.

Zum anderen nahmen die Zubringerverkehre in die Ostsee, die rund 40 Prozent des Containerumschlags ausmachen, wieder kräftig zu. Speziell der zweitgrößte Handelspartner Russland (plus 8,1 Prozent) sowie Schweden und Polen wurden verstärkt von Zubringerschiffen angelaufen.

Von

dpa

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