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13.01.2004

07:36 Uhr

Händler beklagen sinkende Renditen wegen Rabattschlachten

Modebranche hat Talsohle durchschritten

VonStefanie Bilen (; Handelsblatt)

Nach einer langen Durststrecke gibt es von den deutschen Bekleidungsherstellern nun wieder gute Nachrichten: „Es sieht so aus, als könnte der Turn-around 2004 geschafft werden“, sagte Klaus Brinkmann, Präsident des German Fashion Modeverbandes, am Montag gestern auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

DÜSSELDORF. 2003 ist der Umsatz der Damenmode nach seinen Worten um 0,8 % gesunken, die Herrenmode hat bereits ein leichtes Plus von 0,5 % erreicht.

Insbesondere der Export habe sich als Stütze für die Industrie erwiesen und die sinkenden Inlandsumsätze ausgeglichen. Insgesamt hat die Bekleidungsindustrie 2003 einen Umsatz von circa 9,2 Mrd. Euro erzielt. Wegen der optimistischen Stimmung vieler Mitglieder erwartet der Modeverband für das laufende Jahr ein Umsatzplus von 2,1 % für Herrenmode. Die Damen sollen sogar für ein Mehrgeschäft von 4,4 % gut sein. Branchenvertreter hatten gestern anlässlich der Modemesse CPD, die vom 1. bis 3. Februar 2004 in Düsseldorf stattfindet, über die Situation im Geschäft mit der Mode informiert.

Weniger optimistisch als die Hersteller blicken die Einzelhändler in die Zukunft. „Die Wende ist noch nicht geschafft“, sagte Siegfried Jacobs, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels. Er machte vor allem die massiven Rabattschlachten dafür verantwortlich, dass der Umsatz im Handel 2003 um knapp 5 % oder 3 Mrd. Euro auf 55 Mrd. Euro einbrach.

„Vor allem das Weihnachtsgeschäft stand im Zeichen von Rabatt- und Sonderpreisaktionen“, sagte Jacobs. Nach einer Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung hat mehr als jeder Dritte in der Vorweihnachtszeit Rot-Stift-Klamotten gekauft, die er zu normalem Preis nicht erworben hätte. Kaufhäuser wie Karstadt, Kaufhof oder Peek & Cloppenburg hatten mit großzügigen Rabatten geworben, teilweise bis zu 50 %. Weil sich der Fachhandel unter Zugzwang fühlte, zog ein Großteil der Mittelständler nach.

Jacobs appellierte an seine Mitglieder, Preisnachlässe wieder gezielter einzusetzen. „Auch die Anführer der Rabattschlachten werden in ihren Bilanzen erkennen, dass die Erhöhung des Marktanteils und das Verdrängen von Wettbewerbern wenig erbaulich ist, wenn die Rendite gefährdet ist.“ Erst am Freitag hatte Karstadt-Quelle einen Umsatzrückgang von 4 % für seine Warenhäuser und 5 % für die Fachgeschäfte gemeldet. Auch die Metro-Tochter Kaufhof hat im vierten Quartal weniger verkauft.

Obwohl die Deutschen immer weniger Geld für Hosen, Jacken und Anzüge ausgeben, expandiert der Handel weiter. Seine Verkaufsfläche ist zwischen 1993 und 2003 um 25 % gestiegen, die Textilumsätze sind dagegen um 15 % gesunken.

Wie in jedem Jahr soll die Branchenmesse Collections Premieren Düsseldorf (CPD) in drei Wochen neue Impulse geben. Als modisches Highlight haben die Veranstalter die Rückkehr der 60er Jahre-Mode mit Pepita-Karos und schwingenden Miniröcken ausgemacht. Zur weltweit größten Modemesse werden 2050 Aussteller aus 61 Ländern erwartet. Erstmals kommen größere Händlerdelegationen aus Polen und Russland zur CPD.

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