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20.04.2011

16:47 Uhr

Hafenlogistik

Eurogate erwartet dickes Gewinnplus

HHLA-Rivale Eurogate rechnet 2011 mit zweistelligem Ergebniswachstum. Allerdings sieht das Unternehmen die Umbrüche in der arabischen Welt und die Katastrophe in Japan als schwer einschätzbare Rahmenbedingungen.

Ein Blick auf das Containerterminal von Eurogate in Bremerhaven. Quelle: dapd

Ein Blick auf das Containerterminal von Eurogate in Bremerhaven.

BremenDer Bremer Hafenlogistikkonzern Eurogate erwartet trotz scharfer Konkurrenz und der Krisen in Japan und der arabischen Welt weiter steigende Gewinne. Der nach eigener Darstellung größte Containerterminal-Betreiber Europas und Konkurrent der Hamburger
Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) rechnet 2011 mit einem zweistelligen Ergebniswachstum, wie Eurogate-Co-Chef Thomas Eckelmann am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Bremen sagte.
Der Containerumschlag auf den Terminals in Deutschland, Italien, Portugal und Marokko solle im zweiten Halbjahr 2011 „mengenmäßig deutlich steigen“. Dazu sollten erwartete neue Schiffsdienste im Hamburger Hafen beitragen, wo Eurogate mit einem eigenen Terminal dem Platzhirschen HHLA Konkurrenz macht.

In Hamburg hatten die Bremer zuletzt an Geschäft verloren. Nach dem Geschäftseinbruch im Krisenjahr 2009 stieg die Zahl der von Eurogate bewegten Container im vergangenen Jahr insgesamt um 5,2 Prozent auf 12,6 Millionen. Bei der HHLA hatte der Containerumschlag allerdings noch stärker zugelegt - um 19 Prozent auf 5,8 Millionen Stück. Die HHLA hat auch konkretere Wachstumsziele genannt: Sie rechnet im laufenden Jahr mit einem Zuwachs der in Hamburg und im Schwarzmeerhafen Odessa bewegten
Container um rund zehn Prozent.

Zu den schwer einschätzbaren Rahmenbedingungen zählt Eurogate die Umbrüche in der arabischen Welt und die Entwicklung der Weltwirtschaft nach der Japan-Katastrophe. Bisher spiele das Reaktorunglück aber kaum eine Rolle für das Konzerngeschäft, da
der Direktverkehr mit Japan relativ gering sei. In Hamburg betrage er lediglich 2,5 Prozent des Umschlagsvolumens, in Bremerhaven nur gut ein Prozent. In beiden Häfen seien die ersten Schiffe seit der Katastrophe aus Japan eingetroffen und auf Radioaktivität überprüft worden, ohne dass es Probleme gegeben habe.

Auch mit den Umbrüchen in mehreren arabischen Ländern hatte Eurogate bisher kaum Schwierigkeiten, denn auch hier gebe es keinen großen Direktumschlag. Für den Eurogate-Terminal im marokkanischen Tanger erwartet der Konzern im laufenden Jahr sogar die Überschreitung der Millionengrenze bei den dort bewegten Containermengen, nachdem der Umschlag im Vorjahr bereits um 56 Prozent auf 680.000 Container angestiegen ist. Eine weitere schwierige Rahmenbedingung sieht Eurogate im Bau immer größerer Containerschiffe. Internationale Reedereien hätten bis 2014 über 150 neue Riesenfrachter bestellt. Das schaffe Überkapazitäten und erhöhe den Druck auf den Markt. Eurogate rüste sich für die neuen Großschiffe mit Investitionen im künftigen Tiefwasserhafen Wilhelmshaven.

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern seine Investitionen dagegen um 75 Prozent zurückgefahren. Außerdem wurden das bereits Mitte 2008 begonnene Sparprogramm fortgeführt. Dadurch konnten der Betriebsgewinn (Ebit) um gut ein Fünftel auf 83 Millionen Euro und der Jahresüberschuss um fast ein Drittel auf 62 Millionen Euro gesteigert werden. Der Umsatz lag dagegen 2010 mit 600 Millionen Euro lediglich 1,4 Prozent höher als im Krisenjahr 2009. Ein Grund sei, dass Eurogate beim Preisdumping der Konkurrenz nicht mitgemacht habe. Die HHLA hatte ihr Ebit im vergangenen Jahr ebenfalls um etwa ein Fünftel auf 180 Millionen Euro gesteigert und den Umsatz um fast ein Zehntel auf gut eine Milliarde Euro ausgebaut.

Von

rtr

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