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22.01.2016

08:11 Uhr

Haglöfs Gram Spike II GT im Test

Spikes für Jogger

VonJoachim Hofer

Der Winter ist da, doch Läufer braucht das nicht zu schrecken: Haglöfs bietet einen Laufschuh mit kleinen Dornen aus Metall. An dem Schuh gibt’s nichts auszusetzen – ein Bestseller wird das Modell trotzdem nicht.

Trägt sich vom Start weg problemlos – und drückt nicht. PR

Haglöfs Gram Spike II GT

Trägt sich vom Start weg problemlos – und drückt nicht.

MünchenMontagabend, halb acht. Der Garten ist tief verschneit, das Thermometer am Wohnzimmerfenster zeigt minus sechs Grad. Zeit, die Heizung hochzudrehen, ein Buch in die Hand zu nehmen und eine Tasse Tee zu genießen.
Oder eine gute Gelegenheit, die Laufschuhe rauszuholen und eine Runde durch den winterlichen Park zu drehen. „Spinnst du“, empört sich meine Frau. „Erinnerst du dich nicht an den Nachbar, der sich damals auf einer Eisplatte den Arm gebrochen hat?“

Asics: Die S-Klasse der Jogger

Asics

Die S-Klasse der Jogger

Der Aktienkurs von Asics ist Anfang der Woche eingebrochen. Ein neuer Superschuh für die Langstrecke soll die Japaner nun wieder zurück in die Spur bringen – und die Investoren besänftigen. Gut 250 Euro kostet ein Paar.

Richtig, da war doch was. Aber das ist lange her, inzwischen hat die Sportindustrie für jedes Wetter die passende Ausrüstung. So wie Haglöfs: Die schwedische Outdoor-Marke hat robuste Laufschuhe mit Spikes im Programm. Die kleinen Dornen aus Metall des Gram Spike II GT sind über die gesamte Sohle verteilt und sorgen damit auch bei rutschigem Untergrund für einen festen Stand.

Zugegeben, zwei Monate schlummerten die in tiefstem schwarz gehaltenen Schuhe im Karton. Viel zu warm war es in ganz Deutschland. Erst mit dem jüngsten Kälteeinbruch ergab sich die Gelegenheit, sie einmal auszuprobieren. Siehe da: Das Konzept geht auf. Zehn Kilometer auf Eis und Schnee, den Rodelhügel rauf und wieder runter, ohne einmal auch nur ansatzweise auszurutschen.

Und nicht nur das: Der Gram Spike trägt sich vom Start weg problemlos, er drückt nicht, ist weder zu dünn noch zu dick, und sieht dazu noch schick aus. Mit 311 Gramm hält sich das Gewicht in Grenzen, und die Membran von Gore-Tex sorgt für trockene Füße.

Asics: Die Japaner gehen neue Wege

Die Fitness

Der Laufsport-Spezialist Asics expandiert in neue Sportarten. Kommendes Frühjahr bringen die Japaner erstmals eine umfassende Fitness-Kollektion in Deutschland in die Läden. „Fitness ist ein großer, wachsender Markt“, sagt Deutschland-Chef Carsten Unbehaun den Schritt. Zudem gebe es viele Gemeinsamkeiten mit dem angestammten Geschäft mit Schuhen, Shirts und Shorts fürs Laufen.

Das Kalkül

Vor allem im Winter trainieren viele Läufer im Fitness-Studio oder in der Vereinsturnhalle. Die mussten bislang zu anderen Marken wechseln. Fortan können sie sich bei Asics einkleiden.

Die Reklame

Asics ist bereits vor einiger Zeit erstmals mit TV-Spots an die Öffentlichkeit gegangen. Doch die Asiaten drehen bald noch mehr auf. Mit einer großen Werbekampagne werden die Japaner Anfang 2016 in Deutschland an den Start gehen. Prominente Gesichter sollen dann in TV-Spots und in Anzeigen, auf Youtube und Facebook zu sehen sein, etwa der Weltklassetriathlet Jan Frodeno. Deutschland-Chef Unbehaun macht sich keine Illusionen: „Natürlich sind da viele Anbieter im Markt, es ist auch ein Verdrängungswettbewerb.“ Deshalb will er die Massen erreichen.

Die Läden

Vergangenes Jahr eröffneten die Asiaten ihren ersten Flagship-Store in Deutschland. Jahrelang hatte das Label nach einem geeigneten Standort gesucht, und entscheid sich dann für Hamburg. „Wir wollen die Stärke der Marke Asics mit der ganzen Produkt-Palette präsentieren und erlebbar machen“, sagt Deutschland-Chef Unbehaun. Das heißt: Asics will auch hierzulande zeigen, dass die Firma mehr kann als Laufschuhe herstellen.

Die Produkte

Das größte Wachstumspotenzial sieht Asics bei Kleidung und Accessoires. Noch stehen Shirts und Shorts nur für einen kleinen Teil vom Umsatz in Deutschland. Dazu kommt, dass Asics auch Kollektionen für andere Sportarten wie Handball, Volleyball, Tennis, Rugby und Fitnessstudios anbietet – was im Sporthandel freilich kaum zu sehen ist. Die meisten Ladenbesitzer führen vor allem die Laufschuhe der Marke.

Die Konkurrenz

Im deutschen Sporthandel hat Asics seit Jahren einen Platz unter den zehn umsatzstärksten Marken. Allerdings liegen die Marktführer Nike und Adidas weit vorne und sind für Asics unerreichbar. Im Laufen hingegen führt das Label den Markt an, obwohl immer mehr Konkurrenten von hinten drängen. So wollen nun auch die aufstrebenden US-Konzerne Sketchers und Under Armour in das Geschäft.

Es ist natürlich kein Zufall, dass Schuhe mit Spikes aus Schweden kommen. Hoch oben im Norden sind die Winter einfach härter als in Mitteleuropa. Deshalb sitzt dort mit Icebug auch der wichtigste Wettbewerber von Haglöfs. Doch die Traditionsmarke hat einen Vorteil: Sie gehört zu Asics, dem bekanntesten Laufschuh-Anbieter der Welt. Und so stammt denn auch die Sohle aus den Werkstätten der japanischen Spezialisten.

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