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24.07.2014

12:13 Uhr

Halbjahresbilanz

Bahn befördert so viele Menschen wie nie zuvor

Mit einem Rekordwert von einer Milliarde Bahnfahrten entkommt die Deutsche Bahn schlechten Bilanzzahlen des Vorjahres. Die Konkurrenz durch Fernbusse setzt dem Konzern allerdings immer mehr zu.

Der Vorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube (r) und der Vorstand Finanzen und Controlling, Richard Lutz, präsentierten die Halbjahresergebnisse. dpa

Der Vorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube (r) und der Vorstand Finanzen und Controlling, Richard Lutz, präsentierten die Halbjahresergebnisse.

BerlinNach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bahn im ersten Halbjahr 2014 wieder zugelegt. Der Umsatz erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,9 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro, der Gewinn nach Steuern um 15,9 Prozent auf 642 Millionen Euro. Die Zahl der Bahnfahrten stieg um ein Prozent auf den Rekordwert von einer Milliarden, wie Vorstandschef Rüdiger Grube am Donnerstag in Berlin bei Vorstellung der Halbjahresbilanz sagte.

In wirtschaftlicher Hinsicht seien die ersten sechs Monate dieses Jahres positiv zu bewerten, sagte Grube. Allerdings sei dem Unternehmen durch das Unwetter „Ela“ an Pfingsten ein Schaden von 60 Millionen Euro entstanden. Zudem sank die Verkehrsleistung als maßgebliche Größe im Schienenpersonenverkehr um 0,4 Prozent. Sie gibt an, wie viele Kilometer die Fahrgäste insgesamt zurückgelegt haben. Dabei legte der Nahverkehr um 1,3 Prozent zu, der Fernverkehr ging dagegen um 2,8 Prozent zurück.

Fakten zur Deutschen Bahn

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 189,9 Millionen Tonnen (ein Minus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Die Zahlen stammen aus dem 1. Halbjahr 2014.

Fahrgäste Bahnverkehr

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 1,001 Milliarden (Vorjahr: 991 Millionen). Davon waren 62,2 Millionen im Fernverkehr unterwegs (minus 0,5 Prozent).

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 1,088 Milliarden Euro (1,018 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 642 Millionen Euro (Vorjahr: 554 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Mitte Juni 2014 hatte der Staatskonzern etwa 296.900 Mitarbeiter, 0,4 Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2013.

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2014 einen Umsatz von 19,73 Milliarden Euro (19,37 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum).

Mehr Reisende verzeichnete die Bahn auch europaweit in ihren Bussen: Hier stieg die Zahl der Fahrgäste um zehn Millionen auf 1,6 Milliarden. Dies war ein Plus von einem Prozent. Durch die Konkurrenz auf dem Fernbusmarkt sei der Deutschen Bahn allerdings ein Umsatz von rund 50 Millionen Euro verloren gegangen, räumte Grube ein. „Fakt ist: Der Wettbewerbsdruck nimmt zu – und zwar in allen Geschäftsfeldern“, betonte er.

„Ich glaube, die gesamte Branche hat die Dynamik der Entwicklung unterschätzt, einschließlich unseres Unternehmens", gestand auch der Vorstand für Personenverkehr, Ulrich Homburg. Einen Preiskampf zwischen Schiene und Fernbus könne und werde es aber nicht geben.

Busunternehmern in Deutschland dürfen seit rund eineinhalb Jahren in großem Stil Linienverkehr für Fernstrecken anbieten. Zuvor durften Fernbusse nur auf Strecken eingesetzt werden, auf denen sie der Bahn keine Konkurrenz machten. Mittlerweile sind 40 Unternehmen aktiv, die aktuell knapp 170 Verbindungen anbieten und der Bahn viele Kunden abwerben. Im vergangenen Jahr waren Schätzungen zufolge rund neun Millionen Reisende im Fernbus unterwegs.

Kommentare (3)

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G. Nampf

24.07.2014, 13:01 Uhr

Das Hauptproblem der Bahn ist:

Seit die DB eine AG in Staatsbesitz ist, muß sie immer mehr Gewinn an den Finanzminister abführen. Deswegen wird die Bahn systematisch auf Verschleiß gefahren. Irgendwann (bald) wird die Bahn-Infrastruktur zusammenbrechen.

Herr Markus Bullowski

24.07.2014, 13:49 Uhr

Die Bahn ist einfach zu teuer. Wenn eine Mitfahrt im Auto nur ein Viertel von dem kostet, was ich bei der Bahn bezahle, dann besteht da einfach ein Missverhältnis.

Auch die neuen Bahntarife empfinde ich als Ärgernis. Einerseits sind Spartarife das einzige, was halbwegs bezahlbar ist, aber wenn man sich dann lange vorher festlegen muss, ist der Vorteil wieder dahin.

Zuletzt gibts noch die Bahncards: Nette Idee, aber die preisliche Hürde ist einfach zu hoch. Da verzichte ich lieber komplett auf die Bahn, anstatt quasi mit hohen Kosten für die BC in Vorleistung zu gehen.

Herr Andreas Maehler

24.07.2014, 16:34 Uhr

nja, allein die zigtausende flüchtlinge müsse ja transportiert werden, von drogenumschlagsort zu drogenumschlagsort.

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