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26.01.2014

16:37 Uhr

Handel

Lidl verweist die Metro-Gruppe auf die Plätze

Lidl ist die neue Top-Adresse im deutschen Handel. Der süddeutsche Konzern hat sich im nationalen Ranking auf Platz eins vorgearbeitet. Im Streit mit Coca-Cola ist plötzlich wieder eine Einigung möglich.

Eine Lidl-Filiale in Frankfurt: Jahrelang ist der Discounter und Aldi-Konkurrent immer belächelt worden. Jetzt steigt der Konzern plötzlich plötzlich zum größten deutschen Handelsunternehmen auf. ap

Eine Lidl-Filiale in Frankfurt: Jahrelang ist der Discounter und Aldi-Konkurrent immer belächelt worden. Jetzt steigt der Konzern plötzlich plötzlich zum größten deutschen Handelsunternehmen auf.

DüsseldorfWechsel auf der Spitzenposition im Handel: Die Neckarsulmer Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) hat den Metro-Konzern im Umsatz überholt und ist damit zum größten deutschen Handelskonzern aufgestiegen. Die Schwarz-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2012/2013 einen Umsatz von 67,6 Milliarden Euro, wie eine Unternehmenssprecherin berichtete.

Die Metro-Gruppe, zu der neben den gleichnamigen Großmärkten auch die Elektronikketten Media Markt und Saturn, die Warenhauskette Kaufhof und die Real-Supermärkte gehören, kam dagegen im Kalenderjahr 2013 nur noch auf einen Jahresumsatz von 65 Milliarden Euro. Die „Wirtschaftswoche“ hatte zuvor darüber berichtet.

Größte Einzelhändler weltweit (Umsatz 2012)

Platz 10

Best Buy (USA)

Die US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota, sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2012 betrug 50,7 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2012 über einen Umsatz von 71,6 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 74,8 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit beschäftigen die Briten 520.000 Mitarbeiter und machten 2012 einen Umsatz in Höhe von 83,5 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft mit 5.000 Beschäftigen will Tesco abstoßen.

Platz 6

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 87,8 Milliarden Dollar im Jahr 2012 ebenfalls einen Spitzenplatz, auch wenn das Unternehmen mit Schwierigkeiten kämpft.

Platz 5

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2012 setzte der Lebensmittelhändler 96,8 Milliarden Dollar um.

Platz 4

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 99,1 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2012 gigantisch aus.

Platz 3

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit fast 500.000 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2011 einen Umsatz von 104 Milliarden Dollar.

Platz 2

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Der Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2012 rund 123 Milliarden Dollar um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 443,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2012 um - bei einem Gewinn von 15,7 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als zwei Millionen Mitarbeiter.

Quelle: Eigene Recherche.

Dem Wirtschaftsmagazin zufolge erzielte allein der zur Schwarz-Gruppe gehörende Discounter Lidl einen Umsatz von 48,9 Milliarden Euro, Kaufland weitere 18,7 Milliarden Euro. Der Wechsel auf dem Spitzenplatz sei zum Teil eine Folge der starken Expansion der Schwarz-Gruppe. Zum anderen verkaufte Metro-Chef Olaf Koch Unternehmensteile wie das Osteuropa-Geschäft von Real.

Coca-Cola kommt zudem womöglich doch zurück in die Lidl-Regale. Der Neckarsulmer Discounter und der Getränkeriese verhandeln nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa und des Magazins „Focus“ darüber, ob der Händler das Getränk wieder im Sortiment aufnehmen wird. „Der bisherige Liefervertrag ist ausgelaufen, nun geht es um die Anschlusskonditionen“, berichtete „Focus“ unter Berufung auf Branchenkreise.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

27.01.2014, 10:16 Uhr

Nachdem die ARD vor einiger Zeit berichtet hatte, dass bei einem Testvergleich Lidl als Discounter kaum billiger war als die besser eingerichteten Supermärkte, habe ich das selbst mal ausprobiert. Ganz unabhängig von meinem privaten Praxischeckergebnis fiel die Belegschaft des Marktes mit unglaublichen Ausfällen gegen die Kundschaft auf: Die stellten sich zu dritt zwischen die Regale und fingen lauthals an Dinge zu reden wie: "Der hört Stimmen." "Der wird eingeliefert." "Der ist arbeitslos" usw.. Ich dachte, das kann nicht wahr sein. Als Mann vom Fach war mir aber klar, dass diese drei Mitglieder der Belegschaft tatsächlich die Kundschaft mit diesem Wahnsinn mobbten und beleidigten. Wissen Sie, liebe Herrschaften in Neckarsulm, vielleicht sollten Sie ein bisschen von dem vielen Geld in die Verbesserung Ihrer Personalentwicklung und -auswahl stecken. Man kann sich kaum schlimmer blamieren als so, wenn man gleichzeitig die größte deutsche Handelsgesellschaft sein will.

detlefkraus

28.01.2014, 19:36 Uhr

Bei Lidl wächst der Umsatz während die Metro ihre Realmärkte im Ausland verkaufen musste.
Dabei ist es nicht der Preis der die entscheidende Rolle spielt, sondern die hohen Suchkosten auf großen Marktflächen.
Der Kunde möchte schon sehr gerne die ihn besonders interessierende Ware finden, aber er möchte auf 5000 m² nicht den Platz suchen, wo er sie dann endlich aussuchen kann.
Dieser Tatsache sind sich die Konzernoberen sicher bewusst.
In Versuchsmärkten werden von Zeit zu Zeit elektronische Kundenführungsgeräte getestet.
Bisher regelmäßig ohne Erfolg. Das wird auch so bleiben.
(...)
Natürlich habe ich meine schutzrechtlich gesicherte Neuheit auch der Metro vorgestellt.
Aber Vorstandsvorsitzende mit drei Millionen Jahresgage befassen sich mit solchen Nebensächlichkeiten wie der Suchzeit ihrer Kunden nicht. Und die Manager der unteren Ebene haben scheinbar kein Interesse, sich an externen Ideen abzuarbeiten.
Und so bleibt alles beim Alten, die großen SB Märkte verlieren unaufhaltsam an Attraktivität. Dem Kunden scheint seine Zeit etwas Wert zu sein.


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