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29.09.2011

18:25 Uhr

Handelsblatt-Berechnungen

Konzerne widersetzen sich dem Lockruf der Anleger

VonUlf Sommer

Während die 500 größten US-Konzerne im ersten Halbjahr 2011 eigene Aktien im Wert von 200 Milliarden Dollar zurückgekauft haben, halten sich die Deutschen dieses Jahr zurück. Das ergeben Berechnungen des Handelsblatts.

Die Anzeigetafel des DAX in der Frankfurter Börse. dapd

Die Anzeigetafel des DAX in der Frankfurter Börse.

DüsseldorfDie 30 Dax-Konzerne erwarben nach Handelsblatt-Berechnungen in diesem Jahr bislang eigene Aktien im Wert von nur 1,4 Milliarden Euro. Weniger Aktien verknappen das Angebot, erhöhen die Dividende pro Anteilsschein und den Gewinn je Aktie. Das beflügelt den Kurs. Nur sechs Dax-Konzerne kaufen in diesem Jahr bislang Aktien zurück: Die Deutsche Bank für 861 Millionen Euro, die Münchener  Rück für 350 Millionen Euro sowie in noch kleinerem Umfang SAP, Infineon, K+S und die Deutsche Telekom.

Genug Geld wäre zweifellos vorhanden: Die Unternehmen verdienen in diesem Jahr voraussichtlich netto 74 Milliarden Euro. Die Cashreserven sind mit 150 Milliarden Euro so hoch wie noch nie. Auffällig ist die Zurückhaltung vor allem im Vergleich zum Jahr 2008, das viele Experten mit der aktuellen Situation vergleichen. Ähnlich wie jetzt verdienten die Unternehmen auch vor drei Jahren üppig.

Genauso wie diesmal fielen die konjunkturellen Frühindikatoren, weil die Immobilienkrise die Realwirtschaft erfasste – so wie jetzt die Schuldenkrise. 2008 hatten die 30 Dax-Konzerne Aktien im Wert von 18,9 Milliarden Euro zurückgekauft – so viel wie in keinem anderen Jahr. BASF gab damals 1,6 Milliarden Euro aus, um den Kurs zu beflügeln, Siemens 3,999 Milliarden Euro und Daimler sogar 4,166 Milliarden Euro.

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