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13.04.2011

07:07 Uhr

Handelsblatt exklusiv

Adecco fordert Ausgleich von der Politik

VonTorsten Riecke

ExklusivDie Politik will vorschreiben, dass Leiharbeiter so bezahlt werden wie die Stammbelegschaft. Adecco-Chef De Maeseneire hat da grundsätzlich nichts gegen, fordert im Gespräch mit dem Handelsblatt aber einen Ausgleich.

Adecco ist das größte Personalvermittlungsunternehmen der Welt. Quelle: ap

Adecco ist das größte Personalvermittlungsunternehmen der Welt.

ZürichSollten Zeitarbeiter in Deutschland grundsätzlich den gleichen Lohn wie ihre festangestellten Kollegen erhalten, muss es dafür einen Ausgleich an anderer Stelle geben. Das fordert Patrick De Maeseneire, Chef des weltgrößten Personalvermittlers Adecco, in einem Interview mit dem Handelsblatt. "Wenn wir das volle Beschäftigungsrisiko tragen und auch noch einen tariflichen Mindestlohn zahlen, dann müssen wir dafür an anderer Stelle einen Ausgleich bekommen", sagte De Maeseneire.

Dieser könne zum Beispiel darin bestehen, dass deutsche Zeitarbeitsfirmen die gleiche Flexibilität wie in Frankreich erhalten. Dort gibt es bereits ein "equal pay"-Gesetz, die Zeitarbeiter werden aber nur auf wöchentlicher Basis beschäftigt und entlohnt. Das ist in Deutschland bislang verboten.

Nach Meinung von De Maeseneire werden die meisten Unternehmen den Arbeitssuchenden zunächst keine Festanstellung anbieten. "Die Unternehmen verlangen Flexibilität, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Sonst würden sie ihre Produktion in Niedriglohnländer verlagern." Mit einem dauerhaften Aufschwung rechnet er erst, wenn die Arbeitslosenquoten in den Industrieländern auf etwa sechs Prozent gefallen sind. Das könne aber noch zwei Jahre dauern.

Kommentare (9)

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hg67

13.04.2011, 07:26 Uhr

Mir wird immer schlecht, wenn ein privater so etwas fordert! Damit ist Adecco doch schon hervorragend mit der Politik verwoben...

Was ich bei der ganzen Leiharbeit nicht verstehe. Weshalb werden diese Leute für die identische Arbeit schlechter bezahlt als die Stammbelegschaft? Sollte es wirklich um den Abfang von Spitzen gehen, so wäre jeder Arbeitgeber sicherlich bereit, diesen Leute mehr zu bezahlen als der Stammbelegschaft. Vergleichbar zu den "Springern" wie es sie früher in vielen Firmen gab. Diese mussten immer dort arbeiten, wo NOT am Mann war. Diese verdienten aufgrund ihrer Flexibilität mehr als andere. Dies könnte eine einfache poli. Lösung für die menschenverachtene Leiharbeit sein (mit kommt da immer der Vergleich mit Zuhältern in den SInn...)

christophhro

13.04.2011, 08:10 Uhr

Wenn sich ein Geschäftsmodell nur lohnt weil es entweder von der Politik "Ausgleichszahlungen" fordert oder aber von seinen Angestellten Lohneinbußen, dann ist es kein Geschäftsmodell. Insofern schließe ich mich hg67 an. Wenn die Zeitarbeit dem Unternehmen Flexibilität bietet, wird ein Unternehmen dies auch zu schätzen(zahlen) wissen. Alles andere ist Blödsinn.

wolf

13.04.2011, 08:37 Uhr

Der Mann sollte weniger Alkohol trinken, dann würde er vieleicht weniger Müll von sich geben.

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