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26.05.2011

15:56 Uhr

Handelsblatt exklusiv

Bilfinger-Chef warnt vor Kompetenz-Ausverkauf

ExklusivDeutschland braucht nach Ansicht von Herbert Bodner, Vorstandsvorsitzende des Baukonzerns Bilfinger Berger, Know-How im eigenen Land. Er hält es für falsch, sich von ausländischen Unternehmen abhängig zu machen.

Eine Baustelle der Baufirma Bilfinger Berger. Quelle: ap

Eine Baustelle der Baufirma Bilfinger Berger.

FrankfurtDer scheidende Vorstandsvorsitzende des Baukonzerns Bilfinger Berger, Herbert Bodner, hat vor einem Verlust der deutschen Bau-Kompetenz gewarnt.

"Know-how im eigenen Land zu haben, ist für eine Industrienation wichtig. Ich halte es für falsch, sich von ausländischen Unternehmen abhängig zu machen", sagte Bodner im Gespräch mit dem Handelsblatt (Freitags-Ausgabe). Nicht zuletzt für die geplante Energiewende brauche Deutschland führende Technologieunternehmen, um zum Beispiel Leitungstrassen und Pumpspeicherkraftwerke zu bauen.

Bodner übergibt sein Amt Ende Juni an Roland Koch, den früheren Ministerpräsidenten des Landes Hessen. Nach der Pleite von Philipp Holzmann im Jahr 2002 und der derzeit laufenden Übernahme von Hochtief durch die spanische Gruppe ACS ist Bilfinger der einzige noch unabhängige deutsche Baukonzern.

Bodner schloss nicht grundsätzlich aus, dass auch Bilfinger das Ziel einer Übernahme werden könne. "Da hilft nur eines: Sie müssen als Vorstand alles daran setzen, den Börsenkurs hoch zu halten. Sie dürfen nie nachlassen, die Investoren von den Entwicklungsmöglichkeiten des Konzerns zu überzeugen", sagte er Bodner.

Alle bekannten Abwehrstrategien würden nur wenig nutzen, wenn ein Angreifer mit feindlichen Absichten vorgehe, erklärte der Bilfinger-Chef mit Blick auf den monatelangen Widerstand der Hochtief-Spitze gegen die ACS-Offerte.

Zugleich räumte Bodner ein, dass die Branche zu wenig tue, um die eigene Leistung zu vermarkten. "Der Vertrieb ist nicht gerade die stärkste Seite der Branche. Aber das größte Problem der Bauunternehmen ist es, dass Qualität in Deutschland nicht honoriert wird. Es geht immer nur um den günstigsten Preis".

Kommentare (1)

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deruebersWassergehenkann

27.05.2011, 00:01 Uhr

das ist aber schön, dass sich Herr Bodner Sorgen um Dinge macht, die es in seiner Firma allenfalls in rudimentären Ansätzen gibt

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