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28.01.2013

11:37 Uhr

Handelskette

Metro stockt Anteil an Media-Saturn auf

Media-Saturn-Mitgründer Leopold Stiefel reicht seine Anteile an der Elektromarktkette an den Metro-Konzern weiter. Der andere Mitgründer Kellerhals hat das Nachsehen. An den Kräfteverhältnissen ändert sich aber nichts.

Fernseher Media-Markt-Filiale: In der Elektromarktkette herrscht ein Machtkampf. dapd

Fernseher Media-Markt-Filiale: In der Elektromarktkette herrscht ein Machtkampf.

DüsseldorfIm Machtkampf mit dem Mehrheitseigner Metro um Europas größte Elektrohandelskette Media-Saturn verliert Firmengründer Erich Kellerhals seinen einzigen Verbündeten im Aktionärskreis. Media-Saturn-Mitbegründer Leopold Stiefel kündigte am Montag an, seine Familie werde sich von ihren Media-Saturn-Anteilen in Höhe von insgesamt 2,97 Prozent trennen und diese an den Düsseldorfer Handelskonzern verkaufen. Der Streit zwischen Kellerhals und Metro habe keine Rolle bei seiner Entscheidung gespielt, sagte Stiefel der Nachrichtenagentur Reuters.

Für seinen Anteil erhält Stiefel einen üppigen Preis: Metro-Kreisen zufolge werden rund 230 Millionen Euro fällig. Die Ergebnisse des Unternehmens werden aber nicht belastet, Metro hat einem Sprecher zufolge Rückstellungen gebildet. Der Poker mit Kellerhals dauert indes an - denn dessen umfassende Veto-Rechte bleiben trotz des auf rund 78 Prozent steigenden Metro-Anteils an Media-Saturn bestehen.

Die Vermarktungstricks von Media Markt

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* eigene Recherchen und Schätzungen auf Basis von Zahlenangaben aus mindestens einer Media-Markt-Filiale

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* eigene Recherchen und Schätzungen auf Basis von Zahlenangaben aus mindestens einer Media-Markt-Filiale

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* eigene Recherchen und Schätzungen auf Basis von Zahlenangaben aus mindestens einer Media-Markt-Filiale

Trittspuren auf dem Fußboden, die zu einem Produkt mit einem „guten Preis“ führen

Hersteller dürften dafür bis zu 20.000 Euro* als Werbekostenzuschuss zahlen.

* eigene Recherchen und Schätzungen auf Basis von Zahlenangaben aus mindestens einer Media-Markt-Filiale

"Media-Saturn ist mein Lebenswerk", unterstrich Stiefel. Trotzdem sagt er seiner Beteiligung Adieu: "Nachdem ich mich schon vor Jahren entschlossen habe, meine Anteile zum gegebenen Zeitpunkt vertrauensvoll in die Hände des Mehrheitsgesellschafters Metro zu legen, habe ich diesen Schritt nun vollzogen", fügte er in einer Pressemitteilung hinzu. Er habe bereits 2002 eine Put-Option für die verbliebenen Anteile vereinbart, sagte Stiefel Reuters weiter. Nun nehme er diese wahr, denn er könne den Weg von Media-Saturn mit seinem Anteil nicht wesentlich mitbestimmen.

"Es gibt keinen Streit zwischen mir und der Metro oder zwischen mir und Herrn Kellerhals", unterstrich er. Kellerhals hätte zudem entsprechend seiner Beteiligung an Media-Saturn auch Anteile seiner Familie übernehmen können, sagte Stiefel weiter. Kellerhals verzichtete indes auf die Option, weitere Anteile zu kaufen, berichteten Insider.

Wo die Deutschen am liebsten shoppen

Kudamm

Berlin hat zwar neben München die meisten Spitzenlagen insgesamt, kommt aber in der Top Ten der erfolgreichsten Einkaufsmeilen nicht vor. Der innerstädtische Konkurrenzkampf ist wahrscheinlich zu groß: Neben dem Kudamm zählen Tauentzienstraße, Alexanderplatz, Wilmersdorfer Straße und Friedrichstraße zu den „Hochfrequenz"-Einkaufsmeilen. Das bedeutet mehr als 5000 Menschen laufen hier pro Stunde entlang.

Das Segment der Luxusstraßen führt die Düsseldorfer Königsallee (5.935) unangefochten an, liegt im Gesamtranking aber auf Platz 33. Nach ihr kommt mit einigem Abstand erst der Neue Wall in Hamburg (2.835) und dann auf Platz 3 die Stuttgarter Stiftstraße (2.310). Darauf folgen die Münchner Maximilianstraße (1.800) und die Goethestraße in Frankfurt (1.520).

Neuhauser Straße

Platz 10: Die Neuhauser Straße ist nicht mehr Münchens meistbesuchte Straße. Waren es 2011 noch 13.515 Passanten, die pro Stunde hier entlang liefen, sind es inzwischen 9275 Fußgänger.

Ludgeristraße

Platz 9: Die Ludgeristraße in Münster ist seit 1969 reine Fußgängerzone. Sie beginnt am südlichen Ende des Prinzipalmarktes, und verläuft an den Münster Arkaden vorbei, hin zum Ludgeriplatz. 2008 hatte die Straße erstmals den Sprung in die Gruppe der zehn erfolgreichsten Einkaufsmeilen geschafft und war direkt auf Platz 4 gelandet. Insgesamt 9420 Passanten wurden hier pro Stunde gezählt.

Westenhellweg

Platz 8: Der Westenhellweg ist Dortmunds größte Einkaufsstraße. Die Fluglinie Easyjet warb im Ausland mit der „Prachtstraße", um Flüge in die westfälische Stadt an den Mann zu bringen. Der Verlauf der Straße hat eine lange Geschichte: Es handelt sich um einen mittelalterlichen Heer- und Handelsstraße, die schon Karl der Große genutzt haben soll.

Spitaler Straße

Platz 7: Auf der Spitaler Straße in Hamburg wurden 9840 Passanten pro Stunde gezählt.

Flinger Straße

Platz 6: Die Flinger Straße in Düsseldorfs Altstadt schafft es zum ersten Mal nach weiter vorn im Ranking: Mit 10.150 Passanten springt sie von Platz 29 nach vorn. Auf der bisher beliebtesten Einkaufsstraße der Stadt finden umfangreiche Bauarbeiten statt, daher rühre die Verschiebung der Verhältnisse begründen die Mache der Studie von Jones Lang LaSalle.

Mönckebergstraße

Platz 5: Eine zweite Hamburger Einkaufsmeile, die es unter die ersten zehn geschafft hat, ist die Mönckebergstraße mit 10.380 Passanten pro Stunde. Sie wurde 1909 dem Verkehr übergeben und benannt nach dem ehemaligen Bürgermeister der Hansestadt, Johann Georg Mönckeberg, der im Vorjahr der Einweihung gestorben war.

Königsstraße

Platz 4: Die Königsstraße in Stuttgart misst immerhin 1,2 Kilometer. Sie durchzieht die baden-württembergische Landeshauptstadt: Vom Hauptbahnhof führt sie am Schlossplatz, dem Kunstmuseum und einigen Landesministerien vorbei. 11.335 Passanten bewegen sich hier pro Stunde entlang.

Zeil

Platz 3: Die Zeil in Frankfurt am Main. Die Einkaufsstraße in Deutschlands Finanzmetropole ist die am stärksten frequentierte Shopping-Meile in der Republik. In den 70er Jahren wurde aus der Zeil eine reine Fußgängerzone. Mit 500 Metern Länge gehört die Einkaufspassage in Frankfurt zum mittleren Schnitt. Jahresmiete pro Quadratmeter: 3.480 Euro, Monatsmiete pro Quadratmeter: 290 Euro, Veränderung zum Vorjahr: + 7,4 Prozent.

Schildergasse

Platz 2: Schildergasse in Köln. Vor allem zur Weihnachtszeit drängen sich durch die schmale Einkaufspassage unglaubliche Menschmassen. Dann ist es kaum möglich von der einen Straßenseite zur anderen zu gelangen. Das kann in der vorweihnachtlichen Zeit gut und gerne mal eine kleine Ewigkeit dauern. Insgesamt ist die Schildergasse rund 500 Meter lang. Untersuchungen haben ergeben, dass in diesem Jahr durchschnittlich knapp 13.000 Besucher pro Stunde die Einkaufsstraße durchliefen.

Kaufingerstraße

Platz 1: Kaufingerstraße in München. Die Kaufingerstraße ist das teuerste, was Deutschland zu bieten hat. 1239 wird die Straße erstmals erwähnt, als Zeuge tritt damals der Patrizier Chunradius Choufringer auf, der dann als Namensgeber diente. Jahresmiete pro Quadratmeter: 4.200 Euro, Monatsmiete pro Quadratmeter: 350 Euro, Veränderung zum Vorjahr: + 6,1 Prozent.

Stiefel hatte zusammen mit Kellerhals die Elektromarktkette aufgebaut. Milliardär Kellerhals hatte immer wieder betont, Geschäftspartner Stiefel teile im Streit mit der Metro seine Position. Bei dem Konflikt geht es um die umfassenden Vetorechte Kellerhals' bei Media-Saturn - diese sind dem Mehrheitseigner Metro ein Dorn im Auge. Der Handelsriese hatte Kellerhals immer wieder vorgeworfen, Entscheidungen zu verzögern.

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