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25.09.2013

16:38 Uhr

Handelskonzern Douglas

20 Thalia-Filialen machen dicht

Internet-Konkurrenten wie Amazon jagen Buchhändlern die Kunden ab. Nun schließt die angeschlagene Buchhandelskette Thalia 20 Filialen – und baut stattdessen ihr E-Commerce-Geschäft weiter aus.

Online-Konkurrenten setzen den derzeit 300 Thalia-Filialen schwer zu. Nun wird in 20 Standorten der Betrieb eingestellt. dpa

Online-Konkurrenten setzen den derzeit 300 Thalia-Filialen schwer zu. Nun wird in 20 Standorten der Betrieb eingestellt.

HagenDie angeschlagene Buchhandelskette Thalia wird im Rahmen ihrer Neuausrichtung mehr Filialen schließen als ursprünglich geplant. Insgesamt werde das Filialnetz um rund 20 Buchhandlungen verkleinert, sagte Thalia-Chef Michael Busch am Mittwoch in Hagen. Bisher war von 15 Geschäftsaufgaben die Rede gewesen. Der größte Teil der Schließungen ist allerdings schon vollzogen.

Insgesamt 14 Thalia-Filialen haben bereits den Geschäftsbetrieb eingestellt. Nächstes Jahr sollen weitere Filialen in Hamburg (Große Bleichen), in Bremen (Sögestraße) und in Zeitz in Sachsen-Anhalt folgen. Bei drei weiteren Filialen stehe die letzte Entscheidung noch aus, sagte eine Sprecherin. Busch zufolge handelt es sich um Buchhandlungen, bei denen die Umsätze stark rückläufig waren oder die Verkaufsflächen langfristig nicht mehr rentabel zu betreiben gewesen seien. Eines der schwierigsten Kapitel der Neuausrichtung sei damit abgeschlossen, sagte der Manager. Thalia hat derzeit knapp 300 Filialen.

Die zum Handelskonzern Douglas gehörende Buchhandelskette war durch den Siegeszug mächtiger Online-Konkurrenten wie Amazon in Turbulenzen geraten und hatte dem Mutterkonzern hohe Verluste beschert. Seit Anfang 2012 bemüht sich das Unternehmen deshalb um eine Neuausrichtung. Thalia habe inzwischen „das größte Stück eines steinigen Weges“ hinter sich gebracht und sei auf einem guten Weg, wieder nachhaltig Wachstum zu generieren, sagte Busch.

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In dem in wenigen Tagen auslaufenden Geschäftsjahr 2012/13 werde Thalia auf gleicher Fläche wieder steigende Umsätze aufweisen. Mit Ende des neuen Geschäftsjahres 2013/14, das jetzt im Oktober startet, will das Unternehmen dann mit seiner Neuausrichtung durch sein.

Dazu beitragen soll der Ausbau des E-Commerce-Geschäfts, wo Thalia zusammen mit den Konkurrenten Weltbild, Hugendubel und Club Bertelsmann sowie der Deutschen Telekom mit dem e-Reader Tolino Shine ein Konkurrenzprodukt zu Amazons Kindle auf den Markt gebracht hat. Die Umsätze mit eBooks seien seit Oktober 2012 im dreistelligen Bereich gestiegen, sagte Busch. Der Onlinekanal verzeichne ein zweistelliges Wachstum.

Gleichzeitig forciert das Unternehmen die Einführung neuer Sortimente wie Spielwaren, Musik-CDs und DVDs in seinen Filialen. „Wir verfolgen im Bereich Sortimente und Formate eine Strategie, die uns erlaubt, auf Trends flexibel zu reagieren, sie aufzugreifen und uns auch wieder davon zu verabschieden, wenn sie auslaufen“, sagte der Manager. Doch werde das Buch bei Thalia immer im Zentrum stehen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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APO-Man

25.09.2013, 19:32 Uhr

Ihr Kommentator Stefan Menzel schreibt zum Fall Thalia, dass der Niedergang am Triumphzug der neuen (online-) Medien liegt.
Schaut man sich Hamburg an, werden bei Thalia eher hausgemachte Probleme sichtbar. Mit Filialen in der Spitalerstraße, in der Europapassage und in den Großen Bleichen verfügt man über drei riesige Buchhandlungen jeweils im Abstand von 500 Metern. Das konnte nicht gut gehen.

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