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12.01.2010

08:53 Uhr

Handelskonzern

Metro geht wieder in die Offensive

VonChristoph Schlautmann

Während der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um fast vier Prozent einbrach, will Konzernchef Eckhard Cordes nun wieder mehr in die Expansion des Einzelhändlers investieren

Metro-Chef Eckhard Cordes bewertet das Jahr 2009 als "zufriedenstellend". Quelle: ap

Metro-Chef Eckhard Cordes bewertet das Jahr 2009 als "zufriedenstellend".

DÜSSELDORF. Erstmals seit dem Börsengang 1996 muss Deutschlands größter Einzelhändler, der Düsseldorfer Metro-Konzern, in einem Geschäftsjahr Umsatzeinbußen hinnehmen. Wie das Dax-Unternehmen gestern mitteilte, gingen die Erlöse 2009 um 3,6 Prozent auf 65,6 Mrd. Euro zurück. Im Jahr davor hatte Konzernchef Eckhard Cordes noch ein Plus von 5,8 Prozent melden können.

Als entscheidenden Grund für den Rückgang nennt Cordes die negativen Währungseffekte in Osteuropa. Devisenabwertungen hatten in dieser Region, die knapp ein Viertel des Metro-Umsatzes trägt, die Erlöse im vergangenen Jahr um mehr als 14 Prozent geschmälert.

Gleichzeitig fiel das Geschäft in Russland, der Ukraine und zahlreichen anderen Ländern Osteuropas als Wachstumträger aus. Auch währungsbereinigt ging es in der Region, die Metro in den vergangenen Jahren als Hauptinvestitionsfeld sah, gerade einmal um 1,4 Prozent voran. Im Jahr zuvor waren Metros Osteuropa-Umsätze noch um fast 15 Prozent geklettert.

Die Erlösentwicklung des Düsseldorfer Einzelhändlers habe etwas unter den Erwartungen gelegen, bemängelt Unicredit-Handelsexperte Volker Bosse, der die Aktie dennoch auf „hold“ beließ. Dass die Börse die Papiere nach der Veröffentlichung der Zahlen dennoch mit einem leichten Plus handelte, dürfte den optimistischen Anmerkungen des Metro-Chefs zu verdanken sein: Cordes bekräftigte, dass der Betriebsgewinn (Ebit) wohl „im Rahmen der Markterwartungen“ liege. Analysten taxieren das Ebit für 2009 auf 1,9 Mrd. Euro – nach 2,2 Mrd. Euro im Jahr zuvor. Gewinnzahlen legt der Konzern erst im März vor.

Höhere Investitionen trotz Flaute

Analysten wie Jürgen Elfers von der Commerzbank werteten zudem die verkündeten Fortschritte des Sparprogramms „Shape 2012“ als positives Zeichen, ebenso wie die Erhöhung des Investitionsbudgets. Statt 1,6 Mrd. Euro wie im abgelaufenen Jahr will Metro 2010 voraussichtlich 1,9 Mrd. Euro in den Ausbau des Konzerns stecken. Die Zahl der Neueröffnungen soll kräftig steigen – vor allem in Osteuropa und Asien.

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