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20.03.2013

16:55 Uhr

Handelskonzern Metro

Optimismus trotz schlechter Zahlen

Der Handelsriese Metro hat 2012 nur einen Bruchteil des üblichen verdient. Nach der ersten Dividendenkürzung in der Geschichte im vergangenen Jahr, macht der Konzern den Anlegern auch für dieses Jahr wenig Hoffnung.

Eine Metro-Filiale in Düsseldorf dapd

Eine Metro-Filiale in Düsseldorf

DüsseldorfVerkehrte Welt bei Deutschlands größtem Handelskonzern Metro: Vorstandschef Olaf Koch muss das schlechteste Ergebnis der Firmengeschichte präsentieren und strotzt dennoch vor Selbstbewusstsein. „Wir müssen uns nicht verstecken“, sagte er am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf und legte nach. „Wir haben alles im Griff. Wir werden gestärkt aus dem Jahr 2012 hervor gehen.“

Die nackten Zahlen zeigen aber zunächst ein anderes Bild. Der Handelsriese landete im vergangenen Jahr bei einem weltweiten Umsatz von rund 67 Milliarden Euro nur knapp vor der Verlustzone. Auch im laufenden Rumpfgeschäftsjahr 2013, das wegen einer Umstellung bereits Ende September endet, wird wegen des fehlenden Weihnachtsgeschäfts und Ertragsproblemen lediglich ein Minigewinn erwartet. Koch muss die Ärmel noch einmal höher krempeln und beweisen, das er Handel kann.

Die wertvollsten deutschen Einzelhandelsmarken (2013)

Rang 10

Douglas

Markenwert: 238 Millionen Dollar
im Vorjahr nicht in den Top 10

Rang 9

Netto

Markenwert: 262 Millionen Dollar
minus fünf Prozent gegenüber 2012

Rang 8

Obi

Markenwert: 283 Millionen Dollar
plus zwei Prozent gegenüber 2012

Rang 7

Rewe

Markenwert: 459 Millionen Dollar
plus 5 Prozent gegenüber 2012

Rang 6

dm

Markenwert: 485 Millionen Dollar
plus 19 Prozent gegenüber 2012

Rang 5

Kaufland

Markenwert: 551 Millionen Dollar
plus zwei Prozent gegenüber 2012

Rang 4

Media Markt

Markenwert: 1,3 Mrd. Dollar
minus drei Prozent gegenüber 2012

Rang 3

Edeka

Markenwert: 1,5 Mrd. Dollar
plus fünf Prozent gegenüber 2012

Rang 2

Lidl

Markenwert: 1,52 Mrd. Dollar
plus acht Prozent gegenüber 2012

Rang 1

Aldi

Markenwert: 2,9 Mrd. Dollar
minus sieben Prozent gegenüber 2012

Quelle

Interbrand, März 2013

Mit den Metro-Großhandelsmärkten für Gewerbetreibende schwächelt jetzt ausgerechnet die wichtigste Konzerntochter. 2012 brach ihr Ergebnis um ein Drittel ein. Preissenkungen und der Rückzug aus Großbritannien kamen der Keimzelle des Konzerns teuer zu stehen. Außerdem bekommen die blau-gelben Märkte die Schuldenkrisen in Südeuropa zu spüren, weil dort Restaurants schließen müssen und damit Kunden dauerhaft wegbleiben.

In Deutschland hingegen findet das Warenangebot außerhalb der Lebensmittelregale zu wenige Käufer, obwohl schon seit Jahren an dem Sortiment kräftig gefeilt wird. Die Ertragslage hier sei Besorgnis erregend gewesen, gab Koch zu.

Der 42-Jährige Manager übernimmt selbst die operative Führung der schwächelnden Großhandelssparte. Wo beispielsweise der Kaffee am besten im Regal platziert wird, musste ein Metro-Chef bisher nicht wissen. Koch zeigt Detailkenntnis. Der Großhandel mit Gewerbekunden folge anderen Regeln als der Handel mit Verbrauchern. „Cash & Carry ist ein einzigartiges Geschäft. Hier geht es um Partnerschaften und langfristige Geschäftsbeziehungen.“ In Osteuropa sind das vor allem kleine Händler, in Westeuropa Gastronomen. Auch die Gewinnspannen unterschieden sich deutlich. „Wir müssen jeden Euro, jeden Rubel, jede türkische Lira zweimal umdrehen“, verdeutlichte der Metro-Chef.

Die Ertragswende sollen nun überarbeitete Sortimente, Eigenmarken und neue Dienstleistungen wie ein Lieferservice für Gewerbetreibende bringen. Auch im Internet will der Düsseldorfer Konzern zunehmend mitspielen. Die Elektronikketten Media Markt und Saturn stellen immer mehr Produkte ins Netz und sollen Ende 2015 zehn Prozent ihres Umsatzes online erzielen. Derzeit sind es vier Prozent. Aber auch die Warenhaustochter Kaufhof will von dem Internetboom profitieren.

Kommentare (12)

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Profi

20.03.2013, 08:44 Uhr

Samstag wollte ich ein Tablet bei Media Markt kaufen, aber das Tablet war nicht vorrätig.Ich könnte es dort bestellen und dann diese Woche abholen,also wieder hinfahren war der Rat des Verkäufers.Gut,bin ich wieder nachhause,10 sekunden bei Amazon.de verbracht und gestern kam das Tablet bis an die Haustür. "Ich bin doch nicht blöd" und kaufe bei Media Markt

Metronom

20.03.2013, 09:59 Uhr

bei der Metro haben nur die Mitarbeiter alles ausbaden müssen, da sie ständig gekündigt werden, die meisten so-gennanten Manager, die die Verantwortung tragen sollen, sind immer noch da
die machen weiter mit demselben Mist

Account gelöscht!

20.03.2013, 10:38 Uhr

nein, sind sie böse. hätten sies nicht einfach ihrer erziehungsberechtigten mitteilen können? die hätte ihnen dann einen block und stifte vom aldi mitbringen können. zu 99% günstiger, bzw. nützlicher. aber nicht mit dem SMARTEN liberalen.

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