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04.01.2010

05:00 Uhr

Handelsmarken

Otto bleibt auf „Privileg“ sitzen

VonChristoph Schlautmann

Mit dem Kauf des Quelle-Labels "Privileg" wollte Media-Saturn ins Handelsmarken-Geschäft einsteigen. Doch nun ist der Deal überraschend geplatzt. Die Metro-Tochter sei unwillig gewesen, den geforderten Kaufpreis - einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag - auf den Tisch zu legen, heißt es in Verhandlungskreisen.

Media-Saturn ist raus aus dem Deal um die Handelsmarke Privileg. ap

Media-Saturn ist raus aus dem Deal um die Handelsmarke Privileg.

DÜSSELDORF. Metros Elektronikfachmärkte Media-Markt und Saturn kommen beim geplanten Zugriff auf die Elektro-Handelsmarke "Privileg" nicht zum Zuge. "Die Verhandlungen sind geplatzt", erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Versandhändlers Otto. "Media-Saturn ist definitiv raus aus dem Deal."

Erst Anfang November hatte sich Otto-Vorstandschef Hans-Otto Schrader in einem Bieterverfahren durchgesetzt und von Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg die Markenrechte der Pleitefirma Quelle ersteigert. Für einen angeblich zweistelligen Millionenbetrag sicherte er sich gleichzeitig Quelles Russland-Geschäft mit 280 Mitarbeitern sowie Quelles prominenten Hausgerätenamen "Privileg". Den aber offerierte er bereits wenig später zum Weiterverkauf.

In den Tagen kurz vor Weihnachten trafen sich dazu Spitzenmanager von Otto und Media-Saturn zu Verkaufsverhandlungen, eine Einigung aber fanden sie nicht. Die Metro-Tochter sei unwillig gewesen, den geforderten Kaufpreis - einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag - auf den Tisch zu legen, hieß es in Verhandlungskreisen.

Für einen geringeren Betrag aber wollte Otto die Marke "Privileg" schon deshalb nicht abgeben, weil sie den Erwerber in die Lage versetzt hätte, den Hamburgern mächtig Konkurrenz zu machen. Schon in den vergangenen Jahren stand Ottos eigene Elektromarke "Hanseatic" stets im Schatten des Quelle-Bestsellers "Privileg". Nach aktuellen Berechnungen der Burda-Studie TdW besitzen derzeit immerhin 30,8 Prozent aller Deutschen ein "Privileg"-Haushaltsgerät. Bei Waschmaschinen, Wäschetrocknern und Elektroherden sieht das Marktforschungsinstitut GfK die meist von Electrolux gefertigten "Privileg"-Geräte sogar als Marktführer. Gleiches gilt für Mikrowellen, Nähmaschinen und Kühlschränke. "Hanseatic" schaffte es dagegen bislang nicht einmal in jeden zehnten Haushalt.

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