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21.05.2011

11:56 Uhr

Handelsriese

Rewes Sorgenkind heißt Penny

Beim Handelsriesen Rewe liegen Licht und Schatten eng beieinander. Die Supermärkte laufen super, das Discountgeschäft kränkelt dagegen: Die Billigtochter Penny muss aufgepäppelt werden.

Rewe-Chef Alain Caparros kämpft mit mehreren Baustellen - vor allem dem Discountgeschäft der Tochter Penny. Quelle: dapd

Rewe-Chef Alain Caparros kämpft mit mehreren Baustellen - vor allem dem Discountgeschäft der Tochter Penny.

KölnRewe-Chef Alain Caparros lächelt unangenehme Fragen gerne charmant weg, doch in der Sache ist er knallhart. Zuletzt machte der Franzose beim Thema Karstadt kurzen Prozess: Weil ihm das Vorgehen des Investors Nicolas Berggruen nicht passte, schmiss er seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender nach nur wenigen Monaten hin. Auch in seinem Job bei Rewe muss der Manager Entscheidungsfreude unter Beweis stellen. Der zweitgrößte Lebensmittelhändler in Deutschland kämpft mit mehreren Baustellen. Die größte ist das Discountgeschäft.

Dabei laufen die Geschäfte bei Rewe auf den ersten Blick gut. Caparros wird bei der Bilanzvorlage am kommenden Dienstag kräftige Zuwächse vorweisen. So erreichten die konzerneigenen Supermärkte (Rewe, Toom) in Deutschland 2010 einen Rekordumsatz von 14,5 Milliarden Euro, wie der Genossenschaftskonzern bereits im Februar stolz verkündete. Im hartumkämpften deutschen Heimatmarkt wuchs der Kölner Konzern mit neuen Konzepten wie den kleinen Supermärkten „Rewe City“, mit verlängerten Öffnungszeiten und auch mit Zukäufen im vergangenen Jahr sogar stärker als im Ausland.

Probleme macht allerdings die Discounttochter Penny - und das ausgerechnet einem Ex-Discount-Manager. Caparros war von 1994 bis 1999 bei Aldi Nord, war sogar Generaldirektor von Aldi Frankreich. Das Geschäftsmodell der Billigketten kennt er damit eigentlich aus dem Effeff. „Die Deutschen haben das Aldi-Gen in sich“, sagte der 54-Jährige kürzlich in einem Interview. Auch nach seinem Wechsel über mehrere Zwischenstationen zur Rewe 2004 war der Manager zunächst unter anderem für das Discountgeschäft zuständig.

Ausgerechnet in seiner einstigen Paradedisziplin musste Caparros immer wieder Rückschläge einstecken. „Wir haben im Discountgeschäft leider ein paar Züge verpasst“, sagte er wenige Tage nach seinem Wechsel auf den Rewe-Chefposten 2006. Und fügte im gleichen Interview hinzu: „Wir haben endlich das richtige Konzept gefunden und werden den Expansionskurs wieder beschleunigen.“ Doch aus der großen Aufholjagd wurde nichts.

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