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29.10.2013

15:49 Uhr

Handelstagung Neocom

„Zalando ist kein Luftgeschäft“

VonKirsten Ludowig

Es war ein Wagnis: Tengelmann-Chef Haub investierte bereits vor Jahren in Zalando. Auf dem Kongress Neocom zeigt er sich optimistisch, dass sein Investment sich auszahlen wird. Sorge bereitet ihm das Thema Datenschutz.

Video Neocom I

Das klassische Kaufhaus hat sich überlebt

Video Neocom I: Das klassische Kaufhaus hat sich überlebt

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DüsseldorfEs war ein Experiment. Vor vier Jahren investierte Karl-Erivan Haub, Chef der Tengelmann-Gruppe und „Old-School-Händler“, 20 Millionen Euro in das Berliner Start-up Zalando. Damals kannte den Namen noch kaum jemand. 2013 steuert der Online-Shop, der in 14 Ländern Mode, Schuhe und Accessoires verkauft, auf einen Umsatz von zwei Milliarden Euro zu. Im Angebot: rund 150.000 Produkte von 1.000 verschiedenen Marken. Wollte man die alle in Regale packen, so Haub, bräuchte es 60 Läden.

Zwar verdient das Unternehmen im Gegensatz zu seinem britischen Rivalen Asos noch immer kein Geld, aber Haub glaubt nach wie vor an Zalando. „Das ist kein Luftgeschäft“, versicherte er zum Auftakt der diesjährigen „Neocom“ auf dem Areal Böhler in Düsseldorf, vormals „Deutscher Versandhandelskongress“. Schließlich habe Amazon auch wieder Verluste ausgewiesen – und trotzdem sei der Aktienkurs gestiegen. Tengelmann hält 6 Prozent an Zalando.

Bei der zweitägigen Veranstaltung, die vom Fachinformationsdienst „Der Versandhausberater“ und dem Management Forum der Verlagsgruppe Handelsblatt organisiert wird, dreht sich alles um die Zukunft des Handels – und die liegt vor allem im Internet. Mehr als 85 Top-Manager und Branchenexperten sowie zahlreiche Gastredner diskutieren über Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung im Handel. Parallel findet eine Fachmesse statt, auf der sich rund 300 Aussteller präsentieren.

Was den Deutschen beim Online-Shopping wichtig ist

Zahlungsmethode

„Die von mir bevorzugte Zahlungsmöglichkeit aus­wählen zu können“ nennt mit 87 Prozent eine über­wältigende Mehrheit der Deutschen als wesentliche Anforderung beim Online-Einkauf. Die klassische Rechnung ist dabei nach wie vor das beliebteste Zahlungsmittel. Paypal und Lastschrift/Bankeinzug stehen ebenfalls hoch im Kurs.

Retouren

Unkomplizierte Rücksendemöglichkeiten fordern 80 Prozent der Befragten von ihren Online-Händlern.

Tempo

Besonders geduldig sind die Deutschen nicht, wenn es um ihre Online-Einkäufe geht. Eine schnelle Lieferung ist 80 Prozent der Befragten wichtig.

Lieferkosten

Am besten umsonst: 77 Prozent der Befragten fordern eine kostenlose Lieferung ihrer Ware.

Schnäppchenjäger

Auf das Gefühl, den besten Preis gefunden zu haben, legen 77 Prozent der deutschen Online-Shopper Wert.

Transparenz

75 Prozent der Befragten in Deutschland ist eine transparente Darstellung der Lieferbedingungen wichtig.

Informationen

Die Auswahl an Produkten im Online-Handel ist enorm. Über das gesamte Angebotsspektrum wollen sich 74 Prozent der Befragten gut informiert fühlen.

Produktpräsentation

Vor allem wer viel Geld dafür ausgibt möchte sich die Ware vorher ganz genau ansehen – und das nicht nur im Laden sondern auch online. Eine anschauliche Darstellung des Produkts ist 64 Prozent der Befragten wichtig.

Versandunternehmen

Dass das Versandunternehmen ihm bekannt ist bzw. dass er es vertrauenswürdig findet, erwarten 62 Prozent der deutschen Online-Einkäufer. Elf Prozent der Befragten machen den Einkauf sogar vom Versandunternehmen abhängig. Konkret möchten 30 Prozent der Online-Shopper in Deutschland von DHL beliefert werden, 13 Prozent nannten Hermes.

Nachverfolgung

Sie wollen ganz genau wissen wann ihre Ware wo ist, und wann sie sie endlich in den Händen halten können. 61 Prozent der Befragten wollen daher die Möglichkeit haben, ihre Sendung online nachzuverfolgen.

Flexibilität

Flexible Lieferung ist für 51 Prozent der Befragten wichtig. Wunsch-Lieferkonzepte stehen dabei hoch im Kurs. Jeder Fünfte möch­te wählen können, wo und wann sein Paket zugestellt wird – beispiels­weise bei einem Nachbarn, einer Packstation oder an einem bestimmten Wunschtag. Jeder Vierte der befragten Online-Shopper ist als Kunde bei einer DHL-Packstation registriert.

Quelle: Studie im Auftrag der Deutschen Post: Einkaufen 4.0  - der Einfluss von E-Commerce auf Lebensqualität und Einkaufsverhalten

Haub gilt als einer der Visionäre der Branche. Er führt die Tengelmann-Gruppe in fünfter Generation in das Internetzeitalter, mit zwei Strategien: Zum einen verknüpft er das traditionelle Geschäft – dazu gehören die Lebensmittelläden Kaiser’s Tengelmann, die Textil-Discounter Kik und die Obi-Baumärkte – über eigene Online-Shops mit dem Netz. Allerding hinkt Deutschland seiner Ansicht nach bei der Vernetzung anderen Ländern wie den USA oder England um fünf Jahre hinterher. „Dort trägt jeder Verkäufer schon ein Tablet-PC am Arm, mit dem er blitzschnell alle Informationen aus dem Internet zur Hand hat.“

Zum anderen, und das ist das Besondere, ist das 1867 gegründete Familienunternehmen einer der größten Internet-Start-up-Investoren Deutschlands. Über die Tochter Tengelmann Ventures hält Haub Beteiligungen an rund 30 Firmen. Darunter Onlineshops wie Zalando, aber auch Dienstleister für Internet- und Web-2.0-Technologien.

600 Start-ups bewerben sich pro Jahr bei Tengelmann Ventures, von  sieben bis acht trifft Haub die Gründer persönlich. „Ist so viel Schrott dabei?“, fragte Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart, der mit ihm über die Gewinner und Verlierer der Digitalisierung im Handel sprach. „Nein, aber wir verschenken unser Geld nicht“, konterte Haub. Er habe sogar das Gefühl, Deutschland erlebe momentan eine neue Gründerwelle.

Kommentare (6)

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KONSUMmuell

29.10.2013, 16:21 Uhr

da lungern zettelverteiler mit zalando werbung vor dem u - bahnhof schlesisches tor herum und drücken jedem passanten werbung in die hand.

diese wiederum verteilen den werbemüll in der umgebung,denn nach lektüre wissen sie in der nahegelegenen zalando resterampe in der köpenicker straße gibts alles außer schnäppchen.

schnappatmung statt schrei vor glück.

zalaNO steht wohl s wasser bis zum hals

Veteran

29.10.2013, 17:43 Uhr

boo.com 2.0 - wenngleich mit ausgereifter Technologie.

Schellenberg

29.10.2013, 18:09 Uhr

Irgendwann stellt jeder fest, daß Zalando die Sachen immer teurer verkauft. Und das die Zalando-eigenen Marken auch wenn sie im Umfeld von Luxusmarken dargestelllt werden, von minderer Qualität sind. Das ist ein einziger Fake !

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