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04.02.2014

14:10 Uhr

Handelsverband

Keine Preissprünge bei Obst und Gemüse erwartet

Die Preise für Obst und Gemüse sollen in diesem Jahr nicht mehr so stark wie zuletzt ansteigen. Die Zeit der Preiskämpfe scheint zu Ende: Der Kunde wolle lieber Geschmack statt Rabatte.

Eine Kundin an der Obsttheke eines Supermarkts in Weinstadt. Obst und Gemüse soll künftig nicht mehr teurer werden. dpa

Eine Kundin an der Obsttheke eines Supermarkts in Weinstadt. Obst und Gemüse soll künftig nicht mehr teurer werden.

BerlinDie Preise für Obst und Gemüse werden nach Erwartung des Handels 2014 nicht mehr so stark steigen wie in den vergangenen Jahren. „Es wird sich wieder mehr der Inflation angleichen“, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Fruchthandelsverbands, Andreas Brügger, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

Dort präsentieren von diesem Mittwoch an auf der Fachmesse Fruit Logistica 2.600 Aussteller aus 84 Ländern Produkte und Dienstleistungen rund um Obst und Gemüse. Die Veranstalter erwarten 58.000 Fachbesucher.

Im vergangenen Jahr war Obst nach Angaben des Statistischen Bundesamts 7,2 Prozent teurer geworden, Gemüse 6,1 Prozent. Obst lag auch 2012 deutlich über der allgemeinen Teuerungsrate. Brügger sagte, der Anstieg sei von einem niedrigen Preisniveau ausgegangen. Weltweit wachse die Nachfrage weiter, vor allem in Schwellenländern.

Bio - öko - fair

Ein Wirrwarr an Siegeln

Fair, bio, öko – und dazu mehrere Dutzend Gütesiegel: Viele Verbraucher verlieren da den Überblick. Dabei gibt es zwischen den Begriffen durchaus Unterschiede.

Fair

Eine faire Produktion soll gewährleisten, dass die Produzenten angemessene Löhne zahlen und die Mitarbeiter nicht unter gesundheitsgefährlichen Bedingungen arbeiten. Der gemeinnützige Verein Transfair verleiht sein Siegel beispielsweise für Produkte wie Kaffee, Bananen oder Blumen, aber auch Kleidung und Fußbälle. Inzwischen berücksichtigt die Organisation allerdings nicht nur ökonomische und soziale, sondern auch ökologische Kriterien – das sei im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung.

Bio

Bio-Siegel garantieren die ökologische Produktion von Lebensmitteln und anderen Produkten. Dabei dürfen beispielsweise weder Gentechnik noch chemische Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen. Die Anforderungen der Siegel unterscheiden sich allerdings zum Teil erheblich. Besonders streng sind Demeter, Naturland und Bioland.

Öko

Bio ist jedoch nicht automatisch öko: Auch die Umweltbilanz von Bioprodukten kann schlecht sein, etwa wenn Äpfel aus Südafrika nach Deutschland transportiert werden. Weniger CO2 fällt an, wenn Verbraucher Produkte aus der Region kaufen.

Der Leiter des Obst- und Gemüsesortiments der Handelskette Globus, Hans-Jürgen Kirsch, erklärte vor Messebeginn die Zeit der Preiskämpfe an deutschen Ladenregalen für beendet. „Der Kunde will keine durchgestrichenen Preise mehr“, sagte Kirsch. „Der Geschmack wird in Zukunft elementar.“ Der Handel wolle mit mehr Fachpersonal und Kostproben im Laden das Vertrauen der Kunden in Obst und Gemüse zurückgewinnen.

Nach Daten der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft in Bonn kauften die deutschen Privathaushalte 2013 mit 86,7 Kilogramm Frischobst und 69,3 Kilogramm Gemüse jeweils ein Prozent weniger als im Vorjahr. Sie gaben dafür aber vier bis sechs Prozent mehr Geld aus.

Von

dpa

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