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08.09.2016

17:14 Uhr

Hanjin-Insolvenz

Pleite-Reederei kann US-Häfen wieder anlaufen

Seit Tagen sitzen Dutzende Schiffe der insolventen Reederei Hanjin in mehreren Ländern fest. In den USA können sie jetzt prinzipiell wieder Häfen ansteuern. Auch ein deutscher Hafen könnte bald zur Anlaufstelle werden.

Die südkoreanische Reederei hatte vergangene Woche Insolvenz angemeldet. Reuters

Hanjin Shipping

Die südkoreanische Reederei hatte vergangene Woche Insolvenz angemeldet.

SeoulNach der Pleite von Hanjin Shipping hat ein Gericht in den USA den Weg für die Entladung einiger der festsitzenden Schiffe der größten südkoreanischen Container-Reederei freigemacht. In den USA könne Hanjin die Häfen nutzen, ohne zu fürchten, dass die Schiffe festgehalten werden, teilte Firmensprecherin Park Min am Donnerstag in Seoul mit. Ob auch Hamburg zum Anlaufhafen für die siebtgrößte Linien-Reederei der Welt wird, war zunächst unklar. Die Forderung eines Gerichts nach neuen Finanzspritzen für Hanjin stieß unterdessen bei den Gläubigern auf Widerstand.

Das Konkursgericht in Newark im Bundesstaat New Jersey hatte den Südkoreanern in dieser Woche vorläufig Gläubigerschutz gewährt. Sämtliche Häfen in den USA seien von der Entscheidung betroffen, sagte Park. „Wir haben aber keinen konkreten Zeitplan, wann die Schiffe einfahren können, um die Ladung zu löschen.“ 

Südkoreas stellvertretender Finanzminister Choi Sang Mok hatte vor wenigen Tagen neben Los Angeles auch den Hamburger Hafen sowie Singapur als mögliche „Basishäfen“ genannt, die Schiffe Hanjins zum Be- und Entladen anlaufen sollten, ohne eine Festsetzung zu riskieren. Schiffe in der Region Nordostasien sollten zum größten südkoreanischen Hafen Busan umgeleitet werden. 

Park betonte, die Optionen mit Hamburg und anderen Häfen würden nach wie vor erwogen. „Bislang ist aber nichts entschieden.“ In Hamburg liegt seit mehr als einer Woche das Containerschiff „Hanjin Europe“ fest und kann nicht auslaufen, weil offene Rechnungen nicht bezahlt sind und weitere Leistungen wie Hafenschlepper nur gegen Vorkasse erbracht werden. Auch ist offen, ob die „Hanjin Europe“ den nächsten fahrplanmäßigen Hafen Rotterdam anlaufen darf.

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Die Insolvenz der siebtgrößten Container-Reederei führt zu Chaos in vielen Häfen, weil dort Schiffe an die Kette gelegt werden – und löst Sorgen bei den Schiffsvermietern aus. Auch deutsche Reedereien sind betroffen.

Bis zum Donnerstag wurde 89 von Hanjin betriebenen Containerschiffen und Massengutfrachtern in 26 Ländern die Zufahrt zu Häfen oder das Anlegen an Terminals aus Sorge verweigert, dass Gebühren nicht bezahlt werden. Dadurch können seit Tagen die Ladungen nicht gelöscht und Termine nicht eingehalten werden. 

Ein Gericht in Seoul hatte in der vergangenen Woche dem Antrag Hanjins auf Insolvenzverwaltung zugestimmt. Die Tochter der Hanjin-Gruppe, zu der auch die Fluggesellschaft Korean Air gehört, erhielt dadurch die Chance, bis zum 25. November einen neuen Rettungsplan vorzulegen. Die Sanierung gilt jedoch als äußerst unsicher.

Das Gericht hatte diese Woche die Gläubiger aufgerufen, neue Kredite zu vergeben, um den Frachttransport zu normalisieren. „Es ist schwierig, Hanjin neues Geld zu geben“, sagte ein Sprecher der staatlichen Koreas Development Bank in Seoul. Neue Krediten könnten am Ende wohl nicht mehr zurückgezahlt werden. Unklar war zunächst, ob die Verhandlungen weiterlaufen.

Das Unternehmen drücken – Stand Ende Juni – nach eigenen Angaben Schulden in Höhe von umgerechnet fast fünf Milliarden Euro. Überkapazitäten und der schwachen Seehandel haben die gesamte Branche in Schwierigkeiten gebracht. 

Von

dpa

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