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10.08.2016

13:30 Uhr

Hapag-Lloyd

Container-Reederei versinkt im Meer der roten Zahlen

VonChristoph Schlautmann

Hapag-Lloyd, die fünftgrößte Container-Reederei der Welt und die Nummer eins in Deutschland, fährt mit Volldampf in die Verlustzone. Bei Rickmers sieht es kaum besser aus. Das Hapag-Minus trifft auch den Steuerzahler.

„Das Halbjahresergebnis ist enttäuschend“, gestand Vorstandschef Habben Jansen. dpa

Hapag-Lloyd

„Das Halbjahresergebnis ist enttäuschend“, gestand Vorstandschef Habben Jansen.

DüsseldorfIn die Unternehmensgrafik, die Hapag-Lloyd-Vorstandschef Rolf Habben Jansen heute Anlegern und Analysten präsentiert, hat er vorsorglich nur aufwärts zeigende Pfeile malen lassen. „Erfolgreiche Umsetzung“, steht an dem einen, „Stärkung des profitablen Wachstums“ an dem anderen. „Unser Weg nach vorne“, hat der Niederländer seine Präsentation überschrieben.

Allein: Mit der Wirklichkeit hat sie wenig gemein. Im ersten Halbjahr 2016 sackte das Konzernergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum um gewaltige 300 Millionen Euro ab – auf einen Verlust von 142 Millionen Euro. Das Kapital, dass die weltweit fünfgrößte Container-Reederei in den Betrieb von insgesamt 170 Frachtschiffen investiert hat, kam so auf eine Minusrendite von 1,3 Prozent.

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„Das Halbjahresergebnis ist enttäuschend“, gestand Habben Jansen ein. Zwar liefen die Kostensenkungsprogramme weiterhin erfolgreich, und auch die Synergien aus dem vor anderthalb Jahren erfolgten Zusammenschluss mit dem chilenischen Wettbewerber CSAV würden „planmäßig geliefert“. Dies reiche jedoch nicht aus, um den deutlichen Rückgang der Frachtraten zu kompensieren. Aktuell liegt der durchschnittliche Transportpreis für einen Standardcontainer (TEU) mit 1.042 Dollar fast ein Fünftel unter dem Vorjahr.

Für den Preisschwund macht Deutschlands größte Container-Linienreederei das verhaltene Wirtschaftswachstum in vielen Teilen der Welt verantwortlich. Analysten der NordLB glauben, dass vor allem die britische Entscheidung für den Ausstieg aus der EU das Geschäft derzeit lähmt.

Hinzu kommt ein anhaltend scharfer Wettbewerb in der Linienschifffahrt. Den allerdings hat sich die Branche selbst eingebrockt, indem sie mit einer überbordenden Zahl neuer Mega-Schiffe für erhebliche Überkapazitäten auf den Weltmeeren sorgt.

Mit einem Minus von 2,8 Prozent zum Mittag hielt sich der Kursverlust der erst im vergangenen November gestarteten Aktie in Grenzen. Mitte Juli schon hatte die Reederei gewarnt, das Ertragsniveau des Vorjahres nicht mehr erreichen zu können. Stattdessen gehe der Vorstand nun verglichen mit dem Vorjahr von einem deutlich sinkenden Betriebsgewinn aus.

Die meisten Analysten, darunter die von Berenberg, Warburg und Kepler Cheuvreux, beließen es dennoch bei ihrer Kaufempfehlung. Allein Warbung reduzierte das Kursziel leicht auf 30 Euro. Davon aber ist Hapag-Lloyd weit entfernt. Aktuell werden die Papiere nur bei rund 15,90 Euro gehandelt – ein Fünftel unter dem Ausgabepreis.

Kommentare (6)

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Baron v. Fink

10.08.2016, 13:52 Uhr

Der erfahrene Investor hält natürlich Tanker-Aktien, bevorzugt LNG aber selbst
die Öl-Tankern zeigen gute Ergebnisse. Z.B. heute, DHT mit einem Q2 EPS von 0,38USD und einer Dividende von 0,23USD das sind 19% netto steuerfrei pro Aktie. Das lässt es sich gut leben in den Oasen dieser Welt. Daher mein Tipp, Tanker-Aktien und niemals in Aktien einsteigen, mit denen die sozialistischen EU-Räte etwas zu tun haben.

Herr Toni Ebert

10.08.2016, 15:03 Uhr

Oh schlimm, keiner interessiert sich für die Container-Schiffe.

Ob es daran liegt, dass man bisher alle Investoren hierbei über den Tisch gezogen hat? Oder liegt es daran, dass die Medien als Info-Quelle für Wirtschafts--Daten ausgedient haben? Liegt es vielleicht daran, dass kein Investor mehr dem glaubt, was ihm die bezahlten Medien vorsetzen?






Account gelöscht!

10.08.2016, 15:11 Uhr

Delli ------- ?????

WO IST DELLI ???????????????

----

Du kannst doch Eberts Toni nicht im Stich lassen

:-(((((((((((



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