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21.04.2016

13:41 Uhr

Hapag-Lloyd und UASC

Hamburger Reederei will sich mit Arabern verbünden

Um besser durch die Krise der globalen Schifffahrt zu kommen, will sich Hapag-Lloyd mit einem Rivalen verbünden. Wie der Konzern mitteilt, führen die Hamburger intensive Verhandlungen mit der arabischen UASC.

Die Hamburger Reederei sucht einen Verbündeten auf den Weltmeeren. dpa

Hapag-Lloyd

Die Hamburger Reederei sucht einen Verbündeten auf den Weltmeeren.

FrankfurtDeutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd will eigenen Angaben zufolge mit dem arabischen Konkurrenten United Arab Shipping Company (UASC) zusammenschließen. UASC ist eine staatliche Firma, die von den arabischen Golfstaaten kontrolliert wird.

Die Verhandlungen stünden kurz vor einem Abschluss. Die beiden Reedereien wollten so besser durch die andauernde Schifffahrtskrise kommen. Die Hamburger könnten durch die Fusion mit der weltweiten Nummer zehn der Branche von derzeit Platz sechs unter die ersten Vier vorrücken.

Geprüft würden „mögliche Formen einer Kooperation einschließlich einer Zusammenführung der jeweiligen Containerschifffahrtsaktivitäten“, teilte ein Sprecher von Hapag-Lloyd. Den Aktionären von Hapag-Lloyd, so der Sprecher weiter, stünden demnach 72 Prozent an dem gemeinsamen Unternehmen zu. 28 Prozent den Anteilseignern von UASC. Noch sei allerdings keine Vereinbarung getroffen worden. Die Aktien von Hapag-Lloyd stiegen in Reaktion auf den Bericht im SDax zeitweise um fast zwölf Prozent.

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Überkapazitäten, Verdrängungswettbewerb, Preisverfall, hohe Verluste – die Krise der Schifffahrt ist zum Dauerzustand geworden. Nun müssen sich die großen Allianzen in der Branche neu organisieren.

Die Reedereien stecken in einem Dilemma. Sie liefern sich seit Jahren einen Wettlauf um immer größere Schiffe, um bei sinkenden Frachtraten noch profitabel zu sein. Zuletzt gelang dies jedoch immer weniger, weil die Nachfrage nachließ. Hapag-Lloyd selbst schaffte es, durch die Übernahme der Containersparte der chilenischen Reederei CSAV, an Größe zu gewinnen und den Teufelskreis zu durchbrechen. Die Hamburger kämpften sich aus den Verlusten heraus und stellten den Aktionären für das laufende Jahr erstmals seit langem eine Dividende in Aussicht.

Dennoch forderte erst Ende März Hapag-Lloyd-Großaktionär Klaus-Michael Kühne weitere Zukäufe. Auch nach der CSAV-Übernahme sei Hapag-Lloyd immer noch zu klein, um mit den großen Konkurrenten mithalten zu können. Zudem zerbreche derzeit die Allianz rund um den Konzern, da einige der Partner durch Fusionen das Bündnis verlassen würden.

Die Reedereien sind zu Allianzen zusammengeschlossen, um durch die gemeinsame Nutzung von Schiffsraum auf bestimmten Routen die Kosten zu drücken. Hapag-Lloyd gehört der G6-Allianz an. Konzernchef Rolf Habben Jansen hatte nicht ausgeschlossen, dass es in diesem Bündnis Veränderungen geben werde, nannte aber keine Details. Die Gespräche darüber liefen, sagte er. Die beiden größten Containerlinien Maersk und Mediterranean Shipping Company (MSC) arbeiten in einer eigenen Allianz zusammen.

Der Kampf um Größe geht unterdessen weiter. Die aus Frankreich stammende CMA will die in Singapur ansässige Neptune Orien Lines übernehmen und so ihre Position als Nummer drei der Welt festigen. Die beiden Großreedereien China Ocean Shipping und China Shipping haben sich zur neuen Nummer vier zusammengeschlossen.

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