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08.09.2012

11:26 Uhr

Hard-Rock-Cafés

Indianerstamm reitet auf Erfolgswelle

Hauptgesellschafter ist ein Indianerstamm, auf der Speisekarte stehen Burger, und die Gitarre eines berühmten Musikers ist immer in Sichtweite: Das ist das Erfolgsrezept der Hard-Rock-Cafés, die der Krise trotzen.

Die Hard-Rock-Cafés trotzen dank investitionsfreudiger Gesellschafter der Krise. dpa

Die Hard-Rock-Cafés trotzen dank investitionsfreudiger Gesellschafter der Krise.

LondonRocker lassen sich nicht so leicht unterkriegen - und Hard-Rocker schon gar nicht: Dank der Investitionsbereitschaft eines Indianerstammes trotzt die Kette der Hard-Rock-Cafés der weltweiten Wirtschaftskrise. Sie segelt weiter auf Expansionskurs, wie Geschäftsführer Hamish Dodds erklärt. Zum Portfolio zählen inzwischen mehr als 130 Restaurants in 53 Ländern sowie immer mehr umsatzstarke Hotels und Casinos - und natürlich 70.000 Devotionalien aus der Musikwelt. Eric Claptons Gitarre hatte 1971 in London den Anfang gemacht.

„Spanien, Portugal und Griechenland schwächeln im Moment“, sagt Dodds (55), Chef von Hard Rock International. Die deutschen Standorte florierten dafür umso mehr: „Das ist der Vorteil eines weltweit aktiven Unternehmens. Wenn es in einem Teil der Erde Probleme gibt, läuft es normalerweise woanders besser“, sagte der 55-Jährige.

Weltweit läuft es für Dodds und seine Leute so gut wie nie zuvor, wie aus den Schilderungen des Konzernchefs hervorgeht. „Die letzten zwei Jahre waren die besten unserer Geschichte“, sagte der Pink-Floyd-Fan, in dessen Büro in Florida eine Gitarre von Bandgründer Syd Barrett prangt.

Er kann auf einen globalen Umsatz von 3,1 Milliarden US-Dollar (2,5 Milliarden Euro) für das abgeschlossene Geschäftsjahr blicken. Die Symbiose aus Burgern und Musikthema ließ eine Marke heranwachsen, deren internationale Präsenz sie nun durch schwierige wirtschaftliche Zeiten trägt.

Ein Grund für den Erfolg ist die Investitionspolitik der Seminolen. Als Hard Rock International 2006 zum Verkauf stand, gaben die Indianer unter mehr als 80 Interessenten das höchste Gebot ab. Die geschäftstüchtigen Ureinwohner seien als Gesellschafter sehr engagiert.

Häufig reisten sie zu Neueröffnungen, erzählt Dodds. Fotos ihrer Pow-Wows und das Stammeslogo - dessen Farbgebung der Deutschlandflagge ähnelt - reihen sich in den Vitrinen der Cafés an Musikexponate wie einem Bustier von Madonna oder einer Gitarre von Jimi Hendrix.

Seit der Übernahme gehe es dem Unternehmen, wie Dodds betont, noch besser als zuvor. „Sie investieren in die Renovierung älterer Cafés“, berichtet der ehemalige Lateinamerika-Chef von PepsiCo, der ganz und gar nicht dem Image des Chefs einer hippen Rock-Institution entspricht. „Außerdem haben sie großes Interesse am Ausbau des Hotel- und Casino-Geschäfts“, sagt der Mann, der einst als „ernster, schottischer Buchhalter“ bezeichnet wurde.

Von

dpa

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