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05.11.2014

11:47 Uhr

Haribo wechselt Testimonial

Goldbär ohne Gottschalk

VonMarcel Bohnensteffen

Wer kennt sich nicht: Thomas Gottschalk und den Haribo-Goldbären. Fast 25 Jahre haben sie gemeinsam für Süßes geworben. Nun endet die Zusammenarbeit. Der Nachfolger steht schon parat – und hat auch Gottschalks Segen.

Thomas Gottschalk und der Goldbär: Das Werbe-Maskottchen von Haribo tritt künftig mit einem anderen Star vor der Kamera auf - nicht mehr mit dem Moderator dpa - picture-alliance

Thomas Gottschalk und der Goldbär: Das Werbe-Maskottchen von Haribo tritt künftig mit einem anderen Star vor der Kamera auf - nicht mehr mit dem Moderator

DüsseldorfNach einem Vierteljahrhundert ist Schluss: Der Moderator Thomas Gottschalk und der Haribo-Goldbär gehen getrennte Wege. Laut eines Medienberichts wird der frühere „Wetten, dass..?“-Moderator künftig nicht mehr als Werbefigur für den Süßwarenhersteller zur Verfügung stehen.

Laut „Bild“ bleibt der 64-Jährige dem Unternehmen aber als Markenbotschafter erhalten. Gottschalk und der Goldbär standen seit 1991 gemeinsam vor der Kamera. In dieser Zeit haben sie insgesamt 260 verschiedene Werbespots gedreht, die mehr als 300.000 Mal ausgestrahlt worden seien, schreibt die Zeitung. Haribo hat sich dazu bislang nicht geäußert.

Haribo: Vom Jahrmarkt auf den Weltmarkt

Gründung der Firma

1920 gründet Johann Riegel, genannt Hans, die Firma Haribo. Der Name ist eine Abkürzung: Er besteht aus den Anfangsbuchstaben des Namens sowie der Heimatstadt Bonn. Das Gummibärchen hieß anfangs übrigens noch Tanzbär, inspiriert von den Tieren auf den Jahrmärkten, wo Haribo die Leckereien verkaufte. Seit den 1920er Jahren produziert das Unternehmen außerdem Lakritz.

Die Söhne übernehmen

Die beiden Riegel-Söhne Hans und Paul übernehmen 1946, kurz nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft, den Betrieb – samt dem Rezept für die Gummibärchen. Paul leitet die Produktion, Hans den kaufmännischen Bereich. Parallel studiert er in Bonn Wirtschaftswissenschaften.

Effektive Werbung

Zur Bekanntheit der Marke dürfte auch die Werbung beitragen. Zum einen erweist sich das Engagement von TV-Star Thomas Gottschalk als Coup, der seit 1991 für die Marke wirbt. Zum anderen ist der Slogan der Firma so eingängig, dass ihn jeder kennt: „Haribo macht Kinder froh – und Erwachsene ebenso.“ Der zweite Teil stammt von Hans Riegel selbst.

Internationale Expansion

Die beiden Brüder bauen Haribo zu einem international tätigen Süßwarenkonzern aus. Sie übernehmen Firmen – nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, den Niederlanden und der Türkei. Außerdem gründen sie über die Jahre Vertriebsniederlassungen in aller Welt.

Die Macht wird aufgeteilt

Paul Riegel stirbt 2009. Seniorchef Hans Riegel verständigt sich mit dessen Erben auf eine Machtteilung. Seit 2010 gibt es eine neue Unternehmensstruktur: An der Holding halten Hans Riegel und die Erben von Paul Riegel je 50 Prozent.

Hans Riegel organisiert Übergang

Im März 2013 feiert Hans Riegel seinen 90. Geburtstag. „Ich bin fast täglich im Büro“, sagt er da noch. Nach einer Operation im Juli gibt er aber doch einen Teil der Kontrolle ab, er lässt sich vom Manager Felix Theato vertreten. Im Oktober 2013 stirbt der Seniorchef.

Gottschalk, Haribo und der Goldbär, es war eine innige Beziehung für den Moderator - sagt er zumindest selbst: „Haribo und ich, das ist eine Ehe, die nur der Himmel trennen kann. Die Goldbären und ich waren ein Glücksfall füreinander“, zitiert ihn die „Bild“. Vielleicht hatte der Werbedeal mit dem Unternehmen deshalb so lange Bestand. Im Guinnessbuch der Rekorde taucht Gottschalk als Testimonial mit dem längsten Werbevertrag aller Zeiten auf.

Ein Nachfolger steht schon fest: Comedian Michael Bully Herbig wird ihn an der Seite des Goldbären beerben. Gegenüber „Bild“ sagte Gottschalk: „Ich habe ja den Werbespruch ‘Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso’ auch zu meinem beruflichen Motto gemacht. Ich glaube, Bully sieht das genauso. Meinen Segen hat er, ich halte ihn für eine gute Wahl.“ Haribo plant dem Bericht zufolge einen eigenen TV-Spot mit Gottschalk und Herbig, um die Staffelübergabe öffentlich zu demonstrieren.

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