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29.05.2012

16:22 Uhr

Harter Sparkurs

Austrian Airlines startet letzten Sanierungsversuch

VonStefan Menzel

Vorstandschef Jaan Albrecht will Austrian Airlines mit aller Kraft in die Gewinnzone schubsen. Dabei kennt er auch gegenüber der eigenen Belegschaft kein Pardon mehr. Daran können selbst Flugausfälle nichts ändern.

Austrian Airlines machte 2011 einen Verlust von rund 60 Millionen Euro. Reuters

Austrian Airlines machte 2011 einen Verlust von rund 60 Millionen Euro.

WienDie Stimmung bei der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines ist auf dem Tiefpunkt angelangt. An den zurückliegenden Wochenenden – und auch über Pfingsten – meldeten sich Piloten und Flugbegleiter in einer Art von stillem Protest „unfit to fly“. Als Konsequenz daraus mussten Flüge abgesagt werden, sehr zur Verärgerung der Austrian-Kundschaft.

Seit Wochen sorgt die österreichische Lufthansa-Tochter für Negativ-Schlagzeilen wegen ihrer wirtschaftlichen Schieflage. Die Flugausfälle bescherten dem angeschlagenen Unternehmen eine zusätzliche Peinlichkeit. „Das ist für unsere Passagiere und auch für uns selbst extrem unangenehm“, entschuldigte sich Austrian-Vorstandschef Jaan Albrecht über Pfingsten für die jüngsten Flugausfälle.

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Doch Albrecht, der erst seit November in Wien die Geschäfte führt und vom Star-Alliance-Bündnis gekommen war, hält unbeirrt an seinem harten Sparkurs fest. Auch die Proteste der eigenen Mitarbeiter können ihn nicht beeindrucken, der Austrian-Chef bleibt hart. Die Lufthansa will nach diversen Anläufen jetzt endlich die Gewinnzone bei ihrer Tochter erreichen. Im vergangenen Jahr war es wieder ein Verlust von etwa 60 Millionen Euro, in den vergangenen zehn Jahren beträgt das Minus etwa eine Milliarde Euro. Jaan Albrecht ist die Personifizierung des neuen und viel schärferen Sparkurses. „Unter seiner Führung muss die Sanierung endlich gelingen“, meint ein langjähriger Kenner der Wiener Luftfahrt-Szene.

Die Lufthansa hat sich im Wesentlichen dazu entschlossen, ihr Sanierungsmodell aus der Schweiz zu wiederholen. Die heutige Lufthansa-Tochter Swiss war eine Neugründung aus der Regionalfluggesellschaft Crossair heraus, in der zuvor die Reste der zusammengebrochenen Swissair gebündelt worden waren. Austrian Airlines wird im Unterschied dazu von der Lufthansa am Leben gehalten und musste deshalb nicht wie die Swissair Insolvenz anmelden.

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