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03.06.2014

15:48 Uhr

Hauptstadtflughafen

Air Berlin zieht Klage gegen BER zurück

Bestand überhaupt ein Vertrag, als die Eröffnung des BER verschoben wurde? Offenbar ist sich Air Berlin da selbst unsicher und verzichtet lieber auf eine Klage gegen die Betreibergesellschaft des Hauptstadtflughafens.

Glück für ihn: Sein ehemaliges Unternehmen Air Berlin geht nicht gegen sein aktuelles Unternehmen, die Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH, vor: Hartmut Mehdorn kämpft am BER an vielen Fronten. dpa

Glück für ihn: Sein ehemaliges Unternehmen Air Berlin geht nicht gegen sein aktuelles Unternehmen, die Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH, vor: Hartmut Mehdorn kämpft am BER an vielen Fronten.

FrankfurtFür die geplatzte Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens vor zwei Jahren bekommt Air Berlin nur eine relativ geringe Entschädigung. Beide Seiten einigten sich nach dpa-Informationen darauf, dass der Flughafenbetreiber seinem wichtigsten Kunden weniger als zwei Millionen Euro überweist. Air Berlin ließ seine Schadenersatzklage am Dienstag fallen. Nach dem Korruptionsverdacht am Flughafen BER begann ein Expertenteam, nach möglichen weiteren Fällen zu suchen. Flughafenchef Hartmut Mehdorn und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sollen am Mittwoch vor dem Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses Stellung nehmen.

Im Fall Air Berlin gegen Flughafen, der am Mittwoch erneut vor einer Zivilkammer verhandelt werden sollte, wurde der Prozesstermin aufgehoben. Die Unternehmen teilten mit, dass sie sich am Montag außergerichtlich geeinigt hätten. „Über Einzelheiten der Einigung haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.“ Laut „Bild“-Zeitung wird Air Berlin 1,8 Millionen Euro erhalten.

Air Berlin hatte in ihrer Zivilklage 48 Millionen Euro Schadenersatz verlangt. In der ersten Verhandlung hatte die Kammer allerdings bezweifelt, dass es einen Vertrag zwischen Air Berlin und der Flughafengesellschaft gegeben habe und auf einen außergerichtlichen Vergleich gedrungen.

Die Eröffnung des neuen Flughafens war im Mai 2012 nur knapp vier Wochen vor dem geplanten Termin abgesagt worden. Die Airline machte in dem Prozess Verluste geltend, weil sie den Flughafen Tegel nach wie vor nicht als Drehkreuz für Fernverbindungen nutzen könne. Das Gericht erklärte dagegen, die Fluggesellschaft könne allenfalls einen Vertrauensschaden reklamieren. Dies betreffe aber nur einzelne Positionen wie Mieten für Büros oder Umbuchungskosten.

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Flughafenchef Hartmut Mehdorn hatte das Verfahren in seiner Zeit als Chef von Air Berlin noch selbst angestrengt. Der Ausgang des Prozesses war mit Spannung erwartet worden, weil noch weitere Firmen Schadenersatz geltend machen könnten.

Unterdessen sollen Mehdorn und Wowereit den Abgeordneten am Mittwoch Auskunft darüber geben, wie es zu dem mutmaßliche Korruptionsfall am neuen Hauptstadtflughafen kommen konnte. Dem bisherigen Technikchef Jochen Großmann wird vorgeworfen, in einem Fall rund 500 000 Euro für die Vergabe eines Auftrags verlangt zu haben. „Wir erwarten eine lückenlose Aufklärung“, teilte Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop am Dienstag mit. „Wowereit und Mehdorn sind offenbar mit der Klärung zentraler Fragen überfordert.“ Sie müssten auch sagen, wie es mit dem Zeit- und Kostenplan weitergeht.

Von

dpa

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