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14.03.2014

16:36 Uhr

Hauptstadtflughafen

Architekt: BER-Eröffnung war unmöglich

Im Untersuchungsausschuss zum Hauptstadtflughafen ist erstmals einer der Planer angehört worden. Hans-Joachim Paap sagte, dass der BER auch ohne die Brandschutz-Mängel nicht im Juni 2012 hätte eröffnet werden können.

Im Untersuchungsausschuss zum Debakel um den neuen Hauptstadtflughafen tritt in Hans-Joachim Paap erstmals einer der führenden Planer in den Zeugenstand. dpa

Im Untersuchungsausschuss zum Debakel um den neuen Hauptstadtflughafen tritt in Hans-Joachim Paap erstmals einer der führenden Planer in den Zeugenstand.

BerlinDer neue Hauptstadtflughafen hätte nach Ansicht seines Architekten auch ohne die bekannten Brandschutz-Mängel nicht im Juni 2012 eröffnet werden können. Kurz vor dem Termin seien die Notstromversorgung und die Parkhäuser noch nicht von Gutachtern abgenommen gewesen, sagte Hans-Joachim Paap am Freitag vor dem Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses.

Zudem habe eine Datenverbindung zur Feuerwehr gefehlt. Eine Inbetriebnahme im Juni 2012 wäre so oder so schiefgegangen: „Wir hätten ihn aufgemacht und gleich wieder zugemacht“, schilderte der 53-Jährige die Lage.

Paap aus dem Büro von Gerkan, Marg und Partner (GMP) hatte den neuen Flughafen in Schönefeld federführend entworfen. Nach der Terminabsage im Mai 2012 setzten die Betreiber die Gerkan-Architekten vor die Tür. Der neue Flughafenchef Hartmut Mehdorn holte Paap ein Jahr später jedoch als Berater zurück.

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Die Flughafengesellschaft hatte die Eröffnung 2012 erst dreieinhalb Wochen vor dem geplanten Datum abgesagt. Sie gab vor allem der Planungsgemeinschaft BBI, an der GMP beteiligt war, die Schuld dafür und verklagte die Architekten. Paap bestritt im Ausschuss entscheidende Planungsfehler seines Büros. Er nannte die „kleinteilige Auftragsvergabe“ und zahlreiche Planungsänderungen als Hauptgründe für die jahrelangen Verzögerungen an dem Bau, der bis heute nicht vollendet ist.

„Die Hauptverantwortung für das Desaster liegt bei der Flughafengesellschaft“, meinte der Architekt. Der Betreiber habe in wichtigen Fragen „mangelnde Kooperationsbereitschaft“ gezeigt. Das habe mehrmals zu monatelangem Stillstand auf der Baustelle geführt. Über die letzten Tage und Stunden vor der Terminabsage im Mai 2012 berichtete Paap sichtlich aufgewühlt.

Stockend und einige Tränen trocknend sagte er: „Ich habe die Verantwortung übernommen, ich hatte den Mut, es auszusprechen.“ Andere wie der damalige Chefplaner Manfred Körtgen hätten diese Verantwortung nicht übernehmen wollen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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14.03.2014, 19:32 Uhr

Wie kann man es wagen unfähige Leute zurück zu holen und zu bezahlen statt sie auf Ersatz zu verklagen?

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