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04.07.2013

16:31 Uhr

Hauptstadtflughafen

BER-Flughafengesellschaft verbessert Schallschutz

Die Aufwendungen für den Schallschutz an 14.000 Häusern rund um den neuen Hauptstadtflughafen werden etwa fünfmal teurer als erwartet. Ein entsprechendes Urteil lässt für diesen Schritt keine andere Wahl.

Blaskapelle bei der Einweihung des Cargo Centers am Flughafen BER: Die Betreibergesellschaft bessert beim Schallschutz nach. dpa

Blaskapelle bei der Einweihung des Cargo Centers am Flughafen BER: Die Betreibergesellschaft bessert beim Schallschutz nach.

SchönefeldDer Betreiber des neuen Hauptstadt-Flughafens BER und die Umlandgemeinden haben sich auf Nachbesserungen beim Schallschutz für rund 14.000 Häuser in der Lärmzone geeinigt. Aus haftungsrechtlichen Gründen werde das Unternehmen jedoch weiter rechtlich gegen ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Berlin-Brandenburg zum Schallschutz vorgehen, erklärte die Flughafen-Gesellschaft Berlin-Brandenburg am Donnerstag. Kern der Einigung mit den Umlandgemeinden ist es, dass grundsätzlich alle Häuser schallgedämmt werden sollen.

Mit den Schallschutz-Nachbesserungen soll „sofort“ begonnen werden, um die vor einem Jahr abgesagte BER-Eröffnung zu beschleunigen. Zuvor hatte die Flughafengesellschaft Schallschutz-Maßnahmen lediglich in einem Umfang finanziert, der nach Auffassung der OVG-Richter unzureichend war. Sie hatten festgelegt, dass Häuser in den Umlandgemeinden so stark schallgedämmt werden müssen, dass der Fluglärm die Lautstärke eines Gesprächs nicht überschreitet.

Hausbesitzer, die innerhalb der Lärmzone wohnen, sollen alle Kosten des Schallschutzes erstattet bekommen. Übersteigen die Kosten des Schallschutzes eine Kappungsgrenze, will der Flughafen nicht wie bislang vereinbart 30 Prozent des Verkehrswerts der betreffenden Häuser ausbezahlen, sondern die Kosten für den in diesem Rahmen bestmöglichen Schallschutz übernehmen. Die Flughafengesellschaft drängt auf diese Regelung, um zu verhindern, dass sich Hausbesitzer ausbezahlen lassen, statt ihre Häuser gegen Fluglärm dämmen zu lassen. Ungedämmte Häuser könnten weitere Prozessrisiken nach sich ziehen.

Ursprünglich hatte der Flughafen die Kosten des Schallschutzes auf knapp 140 Millionen Euro veranschlagt. Bei dieser Kalkulation waren mehrfach täglich Überschreitungen eines Lärmpegels von 55 Dezibel einkalkuliert. Nachdem das OVG diese Überschreitungen in Innenräumen klar untersagt hatte, könnten die Kosten des Anwohner-Lärmschutzes nun nach Schätzungen des Aufsichtsrats auf 730 Millionen Euro steigen. Das OVG hatte eine Revision gegen seine Entscheidung nicht zugelassen. Dagegen geht die Flughafengesellschaft juristisch vor.

Von

afp

Kommentare (1)

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Daniel

05.07.2013, 06:01 Uhr

Wieviele Häuser derart betroffen sind, das sie nicht mal mehr geschützt werden können, hat man vorher gewußt, es war genauso berechenbar wie der Lärmschutz. Wenn das Haus nicht schützbar ist nützt auch keine Entschädigung, dann wird man illegaler Lautstärke ausgesetzt.
Als "guter Nachbar" bezeichnet sich der Flughafen nur selbst, der BER ist in der Region verhasst. Wie kann jemand der den Lärmschutz immer tiefer klagt je ein guter Nachbar sein? Hier beginnt der Lärm dann wenn er in Tegel aufhört mit 5 Stunden Nachtruhe, draußensitzen ade .... vielen Dank.... "guter Nachbar"....

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