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08.03.2017

17:56 Uhr

Hauptstadtflughafen

BER geht womöglich erst 2019 in Betrieb

Viel Arbeit für den neuen Chef Engelbert Lütke Daldrup: Ein Gutachten legt nahe, dass sich die Eröffnung zum wiederholten Male länger hinziehen könnte als gedacht. Das Papier listet gleich mehrere Schwachstellen auf.

Als Staatssekretär fotografierte Engelbert Lütke Daldrup 2015 Demonstranten. Jetzt ist er Geschäftsführer des „Milliardengrabs BER“. dpa

Flughafen Berlin-Brandenburg

Als Staatssekretär fotografierte Engelbert Lütke Daldrup 2015 Demonstranten. Jetzt ist er Geschäftsführer des „Milliardengrabs BER“.

BerlinDer neue Berliner Flughafen BER kann einem neuen Gutachten zufolge womöglich erst 2019 statt wie zuletzt geplant 2018 in Betrieb gehen. „Ohne weitere Maßnahmen kann sich eine Eröffnung des BER bis 2019 verzögern“, heißt es nach Angaben des Berliner „Tagesspiegels“ (Mittwoch) in einer Analyse der Unternehmensberatung Roland Berger. Die „Projektorganisation“ und diverse Prozesse müssten verbessert werden, zitiert die Zeitung aus der ihr vorliegenden Expertise.

Das Gutachten sei im Auftrag der Flughafengesellschaft (FBB) erstellt und dem neuen Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup am Mittwoch übergeben worden, sagte ein FBB-Sprecher. Es werde von den Fachleuten der FBB ausgewertet und im Anschluss daran in den Gremien diskutiert. Zum Inhalt sagte der Sprecher nichts.

Laut „Tagesspiegel“, der auch einen Screenshot aus dem als „streng vertraulich“ eingestuften Gutachten veröffentlichte, schätzt die Beratungsfirma die Wahrscheinlichkeit einer BER-Eröffnung im Juni 2018 mit drei Prozent als sehr gering ein. Erst im Dezember 2018 wird demnach eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit ermittelt, die eine Eröffnung auch tatsächlich realistisch erscheinen lässt. Allerdings wird darauf verwiesen, dass dies in den Wintermonaten bis einschließlich Februar 2019 kaum umzusetzen sei.

Als „Schwachstellen“ werden den Angaben zufolge mehrere Punkte genannt: „fehlender Planungsabschluss“, „keine vollständige Transparenz über technische Risiken“, „mangelnde Koordination (der) Bauleistungen“, „unzureichende Kapazität und Qualitätsmängel der Firmen“ sowie „unzureichende Koordination der Sachverständigen“.

Die ursprünglich für 2012 geplante Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens wurde schon mehrfach verschoben. Der Präsident der Deutschen Flugsicherung (DFS), Klaus-Dieter Scheurle, hatte am Dienstag sogar das Jahr 2020 als Termin ins Spiel gebracht, sollte der Airport auch 2018 nicht öffnen. Unter anderem müssten dann erst neue Fluglotsen ausgebildet werden.

Lütke Daldrup war am Montag vom Aufsichtsrat einstimmig zum Nachfolger des bisherigen Flughafenchefs Karsten Mühlenfeld bestellt worden. Erst vor einigen Wochen hatte Mühlenfeld einräumen müssen, dass wegen diverser technischer Probleme auch 2017 keine Eröffnung des Pannenflughafens möglich ist.

Von

dpa

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