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01.02.2014

15:50 Uhr

Hauptstadtflughafen

BER könnte bis zu sieben Milliarden Euro kosten

Die Baukosten für den Hauptstadtflughafen sollen sich mittlerweile auf über 4,7 Milliarden Euro belaufen. Doch das ist noch nicht alles – die Ausgaben für den Schallschutz könnten höher ausfallen als zunächst angenommen.

Die Parkplätze vor der Abflughalle am zukünftigen Hauptstadtflughafen Willy Brandt in Schönefeld (Brandenburg): Nach der derzeitigen Planung soll in diesem Jahr ein Probebetrieb im Nordpier aufgenommen werden. dpa

Die Parkplätze vor der Abflughalle am zukünftigen Hauptstadtflughafen Willy Brandt in Schönefeld (Brandenburg): Nach der derzeitigen Planung soll in diesem Jahr ein Probebetrieb im Nordpier aufgenommen werden.

BerlinDer künftige Berliner Hauptstadtflughafen könnte nach Einschätzung von Brandenburgs CDU-Fraktionschef Dieter Dombrowski bis zu sieben Milliarden Euro kosten, wenn der Airport international wettbewerbsfähig werden soll. Offiziell gilt bislang weiter der Kostenrahmen von 4,3 Milliarden Euro.

Der oppositionelle CDU-Politiker forderte im RBB-Inforadio, die verantwortlichen Politiker müssten endlich die Wahrheit sagen. Fachleute hätten eine Kostenexplosion lange vorhergesehen, aber niemand habe dies öffentlich gesagt, meinte Dombrowski. Auch der Piraten-Abgeordnete Martin Delius, Vorsitzender des Berliner Flughafen-Untersuchungsausschusses, sagte in der RBB-Abendschau vom Freitag, es seien mehr als fünf Milliarden Euro für den Flughafen-Bau denkbar.

Kostenschätzungen für BER

Kosten steigen und steigen

Schon in der 15-jährigen Planungsphase stiegen die Kosten für den neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld. Nach Baubeginn war es nicht anders.

September 2006

Im September 2006 erfolgt der erste Spatenstich für den Airport mit einer Jahreskapazität von 22 Millionen Passagieren. Der Betreiber gibt die Kosten mit zwei Milliarden Euro an.

Juli 2007

Die Planung wird im Juli 2007 angepasst. Die Kapazität steigt auf 25 Millionen Passagiere, die Investitionssumme erreicht 2,2 Milliarden Euro.

Juni 2009

Der Flughafen wird größer – und teurer: Im Juni 2009 gehen die Betreiber von 27 Millionen Passagieren und 2,5 Milliarden Euro Investitionskosten aus. Für die Kredite von 2,4 Milliarden Euro bürgen Berlin, Brandenburg und der Bund.

Mai 2012

Im Mai 2012 wird die für Juni geplante Eröffnung abgesagt. Es sickert durch, dass die Kosten auf 3 Milliarden Euro steigen. Dazu tragen Umbauten aufgrund geänderter Sicherheitsbestimmungen bei, aber auch Beschleunigungsversuche auf der Baustelle.

September 2012

Im September 2012 beschließen Bund und Länder, 1,2 Milliarden Euro nachzulegen, so für Baukosten, Betriebskosten des leeren Terminals und den falsch veranschlagten Schallschutz. Neuer Finanzrahmen: 4,3 Milliarden Euro.

November 2013

Die „Bild“-Zeitung berichtet, dass in einer internen Unterlage erstmals von Kosten weit über 5 Milliarden Euro die Rede ist.

Nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg, der sich auf einen Bericht an den Flughafen-Aufsichtsrat bezieht, könnten sich die Baukosten inzwischen auf mehr als 4,7 Milliarden Euro belaufen. Die Steigerung sei möglich, weil die Ausgaben für den Schallschutz höher ausfallen könnten als zunächst angenommen, berichtete der RBB. Über Baukosten in Höhe von 4,7 Milliarden Euro war im vergangenen Sommer schon einmal spekuliert worden. Die Flughafengesellschaft selber gab am Samstag dazu keine Auskunft. Wann der Airport nach mehrmaliger Verschiebung eines Starttermins eröffnet wird, ist auch weiterhin unklar.

Von

dpa

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