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22.05.2017

20:06 Uhr

Hauptstadtflughafen

BER soll billiger gebaut werden

Der BER ist nicht fertig, aber schon zu klein. Daher wird der Ausbau geplant – jedoch für kleineres Geld als bisher. Flughafenchef Lütke Daldrup muss sich derweil Fragen zu Beraterverträgen gefallen lassen.

Schon vor Eröffnung des Hauptstadtflughafens steht fest: Er ist zu klein. Beim Ausbau will man nun versuchen die Kosten möglichst gering zu halten. dpa

Hauptstadtflughafen BER

Schon vor Eröffnung des Hauptstadtflughafens steht fest: Er ist zu klein. Beim Ausbau will man nun versuchen die Kosten möglichst gering zu halten.

BerlinBeim weiteren Ausbau des neuen Hauptstadtflughafens wollen die Verantwortlichen stärker auf die Kosten achten. Das geplante zusätzliche Abfertigungsgebäude neben dem Hauptterminal wird nun mit rund 100 Millionen Euro veranschlagt und würde damit halb so teuer wie bislang geplant, wie Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Montag nach einer Aufsichtsratssitzung ankündigte. Der Bau mit dem Kürzel T1-E für sechs Millionen Passagiere im Jahr soll Anfang 2020 fertig sein, ein Jahr früher als zuletzt geplant.

Der frühere Flughafenchef Karsten Mühlenfeld hatte den Bau schon als „Low-cost-Terminal“ konzipiert. Einsparungen soll nun Modulbauweise in Industriebaustandard ohne Totalunternehmer bringen.

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Erst vor einem Monat wurde er ernannt, nun verlässt Bauleiter Christoph Bretschneider den BER schon wieder. Er sollte eigentlich Technikchef Jörg Marks ersetzen. Der Beratervertrag wurde nun jedoch aufgehoben.

Auch der spätere Ausbau des zu klein geratenen Flughafens nach 2025 soll demnach preisgünstig und zudem aus Eigenmitteln des Unternehmens erfolgen. Ein Masterplan dafür soll bei der Aufsichtsratssitzung am 7. Juli besprochen werden. „Wir werden keine hochkomplexen Gebäude mehr konzipieren, die einen so hohen Standard haben, dass man sie am Ende nicht beherrschen kann“, sagte Lütke Daldrup mit Blick auf das Hauptterminal.

Es kann nach zahlreichen Umplanungen, Technikproblemen und Baumängeln seit über fünf Jahren nicht in Betrieb gehen. Das Kostenrahmen wuchs seit Baubeginn 2006 von 2 auf 6,5 Milliarden Euro. Einen Eröffnungstermin will Lütke Daldrup im Sommer nennen. Erklärtes Ziel ist ein Start 2018. Sicher ist das aber noch nicht. Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider bekannte, dass in der Sitzung „keine gewaltigen Fortschritte“ auf der Baustelle zu verzeichnen waren.

Kritik an einem Beratungsvertrag für den früheren SPD-Sprecher Lars Kühn wies der Lütke Daldrup zurück. Kühn soll Ex-SPD-Staatssekretär sechs Tage im Monat bei der strategischen Kommunikation beraten. Der Tagessatz liegt laut „Bild am Sonntag“ bei 2000 Euro. Das Parteibuch sei nicht entscheidend, das Honorar marktüblich, sagte Lütke Daldrup.

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Die Lufthansa sorgt sich um die Ausstattung des BER-Terminals. Das fünf Jahre alte Interieur sei schon jetzt nicht mehr zeitgemäß und müsse nachgebessert werden. Doch das ist nicht der einzige Kritikpunkt der Airline.

Er gab zudem bekannt, dass für die operative Kommunikationsberatung einen Vertrag mit der Agentur MSL gebe. Deren Geschäftsführer Axel Wallrabenstein gilt als CDU-nah. Die Flughafengesellschaft habe ein Jahresbudget von 200.000 Euro für externe Kommunikationsberatung.

Im laufenden Geschäft profitiert die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH von steigenden Passagierzahlen an den Bestandsflughäfen in Tegel und Schönefeld. Das operative Ergebnis (Ebitda) verbesserte sich gegenüber 2015 um 28 Prozent auf 109 Millionen Euro. Weitere Zahlen wurden nicht genannt. 2015 hatten die Belastungen durch die Baustelle unterm Strich für ein Minus von 138 Millionen Euro gesorgt. Lütke Daldrup sagte, der Fehlbetrag sei 2016 geringer ausgefallen.

Von

dpa

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