Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.05.2014

13:36 Uhr

Hauptstadtflughafen

Bundesregierung gegen Nachtflugverbot am BER

Politik und Anwohner ringen um ein Flugverbot am Berliner Hauptstadtflughafen. Ex-Ministerin Zypries spricht sich für einen durchgehenden Flugverkehr aus – mit einer wichtigen Einschränkung.

Die Anwohner von Teltow wehren sich gegen übermäßigen Lärm, der vom Hauptstadtflughafen verursacht ist. dpa

Die Anwohner von Teltow wehren sich gegen übermäßigen Lärm, der vom Hauptstadtflughafen verursacht ist.

BerlinDie Luft- und Raumfahrtkoordinatorin der Bundesregierung, Brigitte Zypries (SPD), hat sich beim künftigen Hauptstadtflughafen BER gegen ein Nachtflugverbot von 22.00 bis 6.00 Uhr ausgesprochen. „Eine entsprechende Regel griffe zu weit“, sagte die SPD-Politikerin dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Sie verwies auf die relativ dünne Besiedelung in Berlin und Brandenburg. Flugzeuge am BER würden „über Gebieten starten und landen können, die sicher nicht so dicht besiedelt sind wie zum Beispiel rund um den Flughafen Frankfurt“.

Als alternativen Lärmschutz schlug Zypries vor, dass man „zum Beispiel zu Nachtzeiten nur noch Maschinen starten und landen lässt, die modern und relativ leise sind“. Die Flugzeug- und Triebwerkstechnologien hätten hier in den vergangenen Jahren „glücklicherweise gewaltige Fortschritte gemacht“. So habe zum Beispiel das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt gute Vorschläge erarbeitet, die bei Airbus und anderen schon umgesetzt würden.

Der steinige Weg zum Hauptstadtflughafen

1990er Jahre

Januar 1992: Beginn der Planungen für den Flughafen mit dem Projektnamen Berlin Brandenburg International, BBI.
Juni 1996: Der Ausbau des Flughafens Schönefeld sowie die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof werden beschlossen.

2004-2005

August 2004: Das Genehmigungsverfahren für den BBI wird mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen.
April 2005: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhängt im Eilverfahren einen weitgehenden Baustopp.

2006-2008

März 2006: Das Gericht genehmigt in letzter Instanz den Bau des BBI unter verschärften Lärmschutzauflagen.
Juli 2008: Erster Spatenstich für das Flughafen-Terminal.
Oktober 2008: Nach 85 Jahren schließt der Flughafen Tempelhof.

2010-2011

Juni 2010: Unter anderem wegen der Pleite einer Planungsfirma wird die Eröffnung von Ende Oktober 2011 auf 3. Juni 2012 verschoben.
Oktober 2011: Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in Stunden am späten Abend und am frühen Morgen.

Januar 2012

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung legt die umstrittenen künftigen Flugrouten fest.

Mai 2012

Vier Wochen vor dem Termin wird wegen Problemen mit der Brandschutzanlage die Eröffnung des Flughafens erneut abgesagt. Später wird Chefplaner Manfred Körtgen entlassen.

August 2012

Der Aufsichtsrat lässt - anders als geplant - weiter offen, ob der BER wirklich am 17. März 2013 eröffnet werden kann, und verschiebt die Entscheidung. Eine Finanzspritze soll den Flughafen vor der Zahlungsunfähigkeit retten.

September 2012

Auf Vorschlag des neuen Technikchefs Horst Amann wird die Eröffnung noch einmal verschoben und auf den 27. Oktober 2013 terminiert. Die Gesellschafter beschließen, 1,2 Milliarden Euro für Mehrkosten nachzuschießen.

Januar 2013

6. Januar: Es wird bekannt, dass der 27. Oktober als Eröffnungstermin nicht zu halten ist.
16. Januar: Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz von Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (beide SPD). Der Aufsichtsrat entlässt Flughafenchef Rainer Schwarz. Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll Technikchef Amann die Betreibergesellschaft führen.

Februar 2013

13. Februar: Der frühere Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender, soll Chefberater für die Geschäftsführung werden, kündigt Platzeck an. Bender war zunächst als neuer Flughafenchef im Gespräch.
19. Februar: Rot-Rot in Brandenburg will ein Volksbegehren für ein strengeres Nachtflugverbot mittragen und löst heftigen Streit mit Berlin aus.

März 2013

4. März: Bender wird nicht Chefberater des Flughafens. Er sagt nach Querelen hinter den Kulissen ab.
7. März: Die Idee, Technikchef Amann einen Berater zur Seite zu stellen, ist nach Angaben von Platzeck vorerst vom Tisch. Es solle zügig ein neuer Flughafenchef gefunden werden.
8. März: Der frühere Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin, Hartmut Mehdorn, wird neuer Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, teilt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit.

Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung vom Samstag entließ die Berliner Flughafengesellschaft im Streit um die Entrauchungsanlage am Pannenflughafen vor wenigen Tagen den Planer der Anlage. Ihm und seinen Mitarbeitern sei ein Baustellenverbot erteilt worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher.

Die Probleme mit der Entrauchungsanlage sind eine der Hauptursachen dafür, dass die Eröffnung des Flughafens immer wieder verschoben werden musste. Inzwischen wurde Siemens beauftragt, die Entrauchungsanlage fertigzustellen. Ein neuer Termin für die Inbetriebnahme ist derzeit nicht bekannt.

Von

afp

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

05.05.2014, 17:42 Uhr

Man spricht von Nachtflugverbot und weigert sich den Flughafen erst einmal zu bauen. Die Planung steht Dank dwer experten noch nicht einmal!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×