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15.02.2014

11:08 Uhr

Hauptstadtflughafen

Frank Röbbelen wird neuer BER-Bauleiter

BER-Chef Hartmut Mehdorn wurde schnell fündig: Nur wenige Tage nach der Entlassung der Bauleiterin Regina Töpfer konnte Mehdorn einen Nachfolger präsentieren: den langjährigen Bauunternehmer Frank Röbbelen.

Schriftzug am neuen Hauptstadtflughafen: Das Management hat einen Nachfolger für Bauleiterin Regina Töpfer gefunden. dpa

Schriftzug am neuen Hauptstadtflughafen: Das Management hat einen Nachfolger für Bauleiterin Regina Töpfer gefunden.

BerlinFrank Röbbelen wird neuer Bauleiter am Hauptstadtflughafen in Berlin. Er solle auf Regina Töpfer folgen, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel am Samstag und bestätigte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung. BER-Chef Hartmut Mehdorn hatte sich nach nur fünf Monaten von Bauleiterin Töpfer getrennt. Ingenieur Röbbelen war viele Jahre in Bauunternehmen aktiv. Wann genau er seinen neuen Posten antritt, war zunächst unbekannt.

Regina Töpfer sollte als Projektleiterin den BER zu Ende bauen, habe aber offenbar die hohen Erwartungen der Geschäftsführung nicht erfüllen können.

Töpfers Vertrag sei daher nicht über die Probezeit hinaus verlängert worden, die in diesem Monat endet. Für den mühsamen Bau des Flughafens ist Töpfers Scheitern ein neues Hemmnis. Sie hatte die Aufgabe erst im Herbst übernommen, nachdem das Zerwürfnis zwischen Mehdorn und dem damaligen technischen Geschäftsführer Horst Amann nicht mehr zu heilen war.

Der steinige Weg zum Hauptstadtflughafen

1990er Jahre

Januar 1992: Beginn der Planungen für den Flughafen mit dem Projektnamen Berlin Brandenburg International, BBI.
Juni 1996: Der Ausbau des Flughafens Schönefeld sowie die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof werden beschlossen.

2004-2005

August 2004: Das Genehmigungsverfahren für den BBI wird mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen.
April 2005: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhängt im Eilverfahren einen weitgehenden Baustopp.

2006-2008

März 2006: Das Gericht genehmigt in letzter Instanz den Bau des BBI unter verschärften Lärmschutzauflagen.
Juli 2008: Erster Spatenstich für das Flughafen-Terminal.
Oktober 2008: Nach 85 Jahren schließt der Flughafen Tempelhof.

2010-2011

Juni 2010: Unter anderem wegen der Pleite einer Planungsfirma wird die Eröffnung von Ende Oktober 2011 auf 3. Juni 2012 verschoben.
Oktober 2011: Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in Stunden am späten Abend und am frühen Morgen.

Januar 2012

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung legt die umstrittenen künftigen Flugrouten fest.

Mai 2012

Vier Wochen vor dem Termin wird wegen Problemen mit der Brandschutzanlage die Eröffnung des Flughafens erneut abgesagt. Später wird Chefplaner Manfred Körtgen entlassen.

August 2012

Der Aufsichtsrat lässt - anders als geplant - weiter offen, ob der BER wirklich am 17. März 2013 eröffnet werden kann, und verschiebt die Entscheidung. Eine Finanzspritze soll den Flughafen vor der Zahlungsunfähigkeit retten.

September 2012

Auf Vorschlag des neuen Technikchefs Horst Amann wird die Eröffnung noch einmal verschoben und auf den 27. Oktober 2013 terminiert. Die Gesellschafter beschließen, 1,2 Milliarden Euro für Mehrkosten nachzuschießen.

Januar 2013

6. Januar: Es wird bekannt, dass der 27. Oktober als Eröffnungstermin nicht zu halten ist.
16. Januar: Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz von Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (beide SPD). Der Aufsichtsrat entlässt Flughafenchef Rainer Schwarz. Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll Technikchef Amann die Betreibergesellschaft führen.

Februar 2013

13. Februar: Der frühere Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender, soll Chefberater für die Geschäftsführung werden, kündigt Platzeck an. Bender war zunächst als neuer Flughafenchef im Gespräch.
19. Februar: Rot-Rot in Brandenburg will ein Volksbegehren für ein strengeres Nachtflugverbot mittragen und löst heftigen Streit mit Berlin aus.

März 2013

4. März: Bender wird nicht Chefberater des Flughafens. Er sagt nach Querelen hinter den Kulissen ab.
7. März: Die Idee, Technikchef Amann einen Berater zur Seite zu stellen, ist nach Angaben von Platzeck vorerst vom Tisch. Es solle zügig ein neuer Flughafenchef gefunden werden.
8. März: Der frühere Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin, Hartmut Mehdorn, wird neuer Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, teilt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit.

Nach dem Rauswurf befürchten die Berliner Grünen eine weitere Verteuerung des Großprojekts. „Wieder nichts als Querelen am BER“, sagte die Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Ramona Pop, Handelsblatt Online. „Es droht der Stillstand auf der Baustelle und eine weitere Kostenexplosion.“

Aus Sicht des Grünen-Landesvorsitzenden Daniel Wesener offenbart die Entlassung Töpfers ein „desolates Bild der Lage“. Flughafenchef Hartmut Mehdorn und der Aufsichtsrat hätten „ein weiteres Bauernopfer ausgemacht, das davon ablenken soll, dass sich am BER seit Monaten so gut wie gar nichts bewegt“, sagte Wesener Handelsblatt Online. Das Bau- und Finanzierungschaos werde jetzt durch ein Personalchaos komplettiert, denn auch für Töpfer sei keine Nachfolge in Sicht. „Der Termin für die Eröffnung des Hauptstadtflughafens rückt damit in immer weitere Ferne“, sagte Wesener.

Kommentare (1)

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Nachwuchs

17.02.2014, 10:16 Uhr

Wieso nimmt man keinen Chinesen? Die Chinesen können und bauen in kürzester Zeit Flughäfen.

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