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11.03.2013

17:22 Uhr

Hauptstadtflughafen

Mehdorn bringt Tegel-Offenhaltung ins Gespräch

Hartmut Mehdorn hat gleich an seinem ersten Arbeitstag als BER-Chef überraschende Ideen verbreitet. Im Potsdamer Landtag fragte Mehdorn, ob der Flughafen Tegel wirklich bald geschlossen werden sollte.

Mehdorn denkt über die Zukunft vom Flughafen Tegel nach. dpa

Mehdorn denkt über die Zukunft vom Flughafen Tegel nach.

PotsdamDer neue Chef des Hauptstadtflughafens, Hartmut Mehdorn, hat an seinem ersten Arbeitstag überraschend die Offenhaltung des Flughafens Berlin-Tegel ins Gespräch gebracht. „Muss man Tegel wirklich schließen, oder kann man nicht die Last ein bisschen gleich auf die Stadt verteilen?“, sagte Mehdorn am Montag im Potsdamer Landtag. „Charterflüge in Tegel - was wäre so schlimm daran? Ist nicht so viel, die fliegen auch nicht nachts.“ Mehdorn kündigte an, beim Neubau in Schönefeld die Geschwindigkeit zu erhöhen.

„Wir müssen sehen: Welche Möglichkeiten gibt es zur Beschleunigung“, sagte Mehdorn am Montag in Potsdam. „Ich bin der Meinung, dass es die gibt.“ Es brauche die Bereitschaft, auch außerhalb der Norm zu denken. Mehdorn sagte, er freue sich auf seine Aufgabe, den Flughafen ans Netz zu bringen. „Die ganze Welt sagt: Es geht gar nicht. Ich sage: Es müsste gehen, aber ich weiß auch noch nicht wie.“

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Für Staunen sorgten im Sonderausschuss des Landtags zum Flughafendebakel besonders Mehdorns Ausführung zu Tegel. Der Flughafen soll eigentlich geschlossen werden, wenn der neue Airport in Schönefeld in Betrieb ist. „Schlauer werden ist ja nicht verboten“, sagte Mehdorn auf Nachfrage. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) betonte hingegen, laut Planfeststellung müsse Tegel ein halbes Jahr nach der Inbetriebnahme des Neubaus schließen. „Das sehen wir Herrn Mehdorn, der jetzt genau sieben Stunden im Amt ist, nach, dass er das noch nicht ganz übersehen kann.“

Auch in der Frage der Nachtflüge wurden Differenzen deutlich. Mehdorn erneuerte seine Absage an ein strengeres Nachtflugverbot. „Als Flughafenchef kann ich nicht dafür sein.“ Platzeck will mehr Nachtruhe für die Anwohner erreichen und reagiert damit auf ein Volksbegehren, das der Landtag angenommen hat. „Es ist nicht so, dass ich eine tote Maus zurückschieben wollte“, sagte Mehdorn. Volksbegehren seien aber Sache der Politik. Er sagte, moderne Flugzeuge würden immer leiser. „Wenn der BER offen ist, wird es weniger laut als viele Leute glauben.“

Von

dpa

Kommentare (3)

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11.03.2013, 17:37 Uhr

Ich bin ja gegen Herrn MEHDORN aber nicht gegen seinen
Tatendrang, vielleicht kommt Bewegung in's BER Spiel !

Stefan

11.03.2013, 18:51 Uhr

Leider nicht, so lange es diese labilen Windhähne im Sog von Populismus und Wählerstimmen gibt. Vernunft ist auch im Falle des Totalversagens nicht zu erhoffen. Ein Problem welches sich durch den gesamten öffentlichen Dienst, aber auch durch große bürokratisch geführte Konzerne schleicht. Der politisch errungene Beschluss etwas zu tun wird mit dem Ergebnis gleichgesetzt. Somit erscheint es den mit alternativ-losen Wählerstimmen ausgestatteten Akteuren zwecklogisch diese Planung zum Ei des Columbus zu stilisieren und auch im Fäkaliensumpf bis zur unteren Kauleiste daran festzuhalten. Gewerbesteuereinnahmen ohne Fluglärm ist leider außerhalb des Geschäftsmodells eines Flughafens. Wir wollen diese Kenntnislücke mal nachsehen, er ist erst 25 Jahre mit der Politik betraut.

Gerhard

11.03.2013, 18:59 Uhr

Ich kann ihn auch nicht leiden, aber wo er recht hat, hat er recht. Tegel zu schliessen ist eine weitere Berliner Verrücktheit.

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