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12.06.2013

20:29 Uhr

Hauptstadtflughafen

Schwarz und Körtgen sollen für BER-Debakel haften

Die Aufarbeitung des missglückten Berliner Flughafenprojekts ist noch lange nicht vorbei. Die frühere Geschäftsführung soll haftbar gemacht werden. Ihnen droht eine Schadenersatz-Klage – und Schwarz erhält die Kündigung.

Manfred Körtgen (l.) und Rainer Schwarz sollen auf Schadenersatz verklagt werden, sofern ihnen Pflichtverletzungen nachgewiesen werden können. dpa

Manfred Körtgen (l.) und Rainer Schwarz sollen auf Schadenersatz verklagt werden, sofern ihnen Pflichtverletzungen nachgewiesen werden können.

SchönefeldDer Aufsichtsrat hat aus dem Berliner Flughafendebakel eine weitere Konsequenz gezogen: Der im Januar beurlaubte Flughafenchef Rainer Schwarz erhält eine fristlose Kündigung. Ein Anwaltsgutachten habe die „wichtigen Gründe“ für diesen Schritt belegt, sagte der Aufsichtsratschef und Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am Mittwoch in Schönefeld. Schwarz und der frühere Technik-Geschäftsführer Manfred Körtgen sollen auf Schadenersatz verklagt werden, sofern ihnen Pflichtverletzungen nachgewiesen werden können.

Zu Einzelheiten wollte Platzeck keine Auskunft geben, weil eine juristische Auseinandersetzung absehbar sei. Der Dienstvertrag von Schwarz lief noch bis Mitte 2016. Wird die fristlose Kündigung rechtswirksam, müsste der frühere Flughafenchef wohl auf künftige Bezüge verzichten. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung stünden ihm jetzt noch 1,6 Millionen Euro zu.

Die Schlüsselfiguren des Flughafenbaus

Rainer Schwarz

Der ehemalige Sprecher der Flughafen-Geschäftsführung war monatelang unter Beschuss. Er soll den Aufsichtsrat zu spät und unvollständig über die Riesenprobleme mit der Gebäudetechnik informiert haben. Mitte Januar musste Schwarz gehen.

Horst Amann

Der Technikchef und erfahrene Planungsmanager wurde im August als Retter des Projekts aus Frankfurt nach Berlin geholt. Er versprach die Flughafeneröffnung im Oktober 2013, konnte das aber nicht halten.

Klaus Wowereit

Der regierende Bürgermeister von Berlin ist nach massiven Attacken als Chef des Flughafen-Aufsichtsrats zurückgetreten. Im Aufsichtsrat sitzt er jedoch nach wie vor. Die Opposition aus Grünen, Linken und Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus hatte einen Misstrauensantrag wegen des Flughafen-Desasters gegen Wowereit eingebracht, der jedoch scheiterte.

Matthias Platzeck

Der brandenburgische Ministerpräsident war zuerst Stellvertreter Wowereits im Aufsichtsrat und folgte ihm Mitte Januar als Chefaufseher. Angesichts der schwierigen Lage stellte Platzeck im brandenburgischen Landtag die Vertrauensfrage.

Peter Ramsauer

Der Bundesverkehrsminister hat in der Krise die Rolle des drängenden Aufklärers eingenommen. Im Ministerium richtete er eine Sonderkommission ein. Ramsauer verlangte massiv die Ablösung des ehemaligen Flughafenchefs Schwarz.

Rainer Bomba

Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium ist Ramsauers Mann im Aufsichtsrat. Die Entscheidungen zu den Terminverschiebungen trug er ebenso mit wie die Erhöhung des Kostenrahmens um 1,2 Milliarden Euro.

Schwarz und Körtgen wurde vorgeworfen, den Aufsichtsrat im Frühjahr 2012 zu spät über die unvermeidliche Absage der für 3. Juni desselben Jahres geplanten Flughafeneröffnung informiert zu haben. Die Öffentlichkeit erfuhr erst gut drei Wochen vor dem Termin davon. Bis heute wurde kein neues Datum genannt. Platzeck will nach eigenen Worten „im späten Sommer oder im frühen Herbst“ einen neuen Zeitplan mit einem Eröffnungstermin nennen.

Zu dem angeblichen Konflikt zwischen dem neuen Flughafenchef Hartmut Mehdorn und dem Technikchef Horst Amann wollte Platzeck nichts Konkretes sagen. Die beiden arbeiteten zusammen. „Wir gehen davon aus, dass die Geschäftsführung agiert“, fügte er hinzu.

Von

dpa

Kommentare (4)

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icke

12.06.2013, 22:02 Uhr

Grundsätzlich in Ordnung, da man bei dem bisherigen Ergebnis zu einer Pflichtverletzung und auch Unfähigkeit kommen muss. Die beiden haben aber bestimmt eine D&O, von daher freuen sich nur die Juristen.

Account gelöscht!

12.06.2013, 23:40 Uhr

Schwarz und Körtgen sollen für BER-Debakel haften : Ach ne, wieder mal ein Bauernopfer. Die in dem Bericht genannten Schlüsselfiguren haben alle den gleichen Anteil an diesem Desaster. Fehlende fachliche Kompetenz, Hochmut und politischer Größenwahn haben diese Wahnsinn verursacht. Hier wollten sich ein paar durchgeknallte Politiker ein Denkmal setzen. Das haben die auch. Der BER wird als Lachnummer in die Geschichte eingehen.

daGehtImmerWas

13.06.2013, 08:38 Uhr

blödsinn ,die wichtigsten entscheidungen wurden vom AR abgenickt und die pleite der einen und andern firma,die die entrauchungs- und lüftungsanlage rechtzeitig planen bzw. montieren sollten,müssen sie sich nicht zurechnen lassen.

ebenso waren ständige änderungswünsche der platzecks und wowereits dafür verantwortlich,daß zeitpläne nicht eingehalten werden konnten.so nemn politkaspar fällt immer noch was teures ein

die beiden ex geschäftsführer haben die generalplaner als zeugen,die dann nach den geplatzten eröffnungsterminen auf drängen des panischen stümpers wowwereit verabschiedet wurden

die spatzen pfeifen von den dächern,daß auch die osteuropäische ortsübliche bakschischwirtschaft ihr scherflein dazu beitrug,daß nicht alle anstrengungen im projekt landeten.

so hat halt jeder seine benefitaszendenten wie der saturn ringe

ein dreifach hoch auf des berlinbrandenburgische wirtschaftswachstum

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