Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.11.2012

14:35 Uhr

Hauptstadtflughafen

Siemens klagt über fehlende Unterlagen

Siemens beschwert sich über die Abläufe beim Bau des neuen Berliner Flughafens. Nach Siemens-Angaben lassen die vollständigen Planungsunterlagen auf sich warten. Ob das die Eröffnung erneut gefährdet, ist unklar.

dpa

BerlinBeim stockenden Bau des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg lassen nach Angaben des Siemens-Konzerns wichtige Unterlagen auf sich warten. „Wir wissen in manchen Bereichen immer noch nicht abschließend, was eigentlich zu bauen ist“, sagte Siemens-Infrastrukturvorstand Roland Busch dem „Tagesspiegel“ (Freitag).

„Bis heute haben wir keine vollständigen und endgültigen Planungsunterlagen in der notwendigen Qualität erhalten.“ Siemens ist am Bau der Brandschutzanlage beteiligt, die wegen Problemen einer der Hauptgründe für die erneut verschobene Eröffnung des Flughafens ist. Das Milliardenprojekt soll nun am 27. Oktober 2013 in Betrieb gehen.

Der Weg zum neuen Berliner Flughafen

Dezember 1991

Gründung der Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF). Gesellschafter sind die Länder Berlin und Brandenburg.

Januar 1992

Beginn der Planungen für den Flughafen mit dem Projektnamen Berlin Brandenburg International, BBI.

Juni 1996

Die Gesellschafter entscheiden sich für den Ausbau des Flughafens Schönefeld und die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof.

August 2004

Zum Abschluss des Genehmigungsverfahrens gibt der Planfeststellungsbeschluss grünes Licht: Der BBI darf unter Auflagen gebaut werden. Im Oktober reichen tausende Gegner beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Klagen ein.

April 2005

Das Gericht gibt Eilanträgen mehrerer Anwohner statt und verhängt einen weitgehenden Baustopp bis zu seiner endgültigen Entscheidung. Zulässig sind nur Bauvorbereitungen.

März 2006

Das Gericht genehmigt in letzter Instanz den Bau des BBI unter verschärften Lärmschutzauflagen.

Juli 2008

Erster Spatenstich für die Inbetriebnahme des Flughafens.

Oktober 2009

Das Brandenburger Verkehrsministerium erlässt eine neue Nachtflugregelung: Keine Starts und Landungen von Mitternacht bis 5.00 Uhr, Ausnahme Post- und Regierungsmaschinen, Notfälle. In den Randzeiten davor und danach ist die Zahl begrenzt.

Juni 2010

Wegen der Pleite einer Planungsfirma und verschärften Sicherheitsbestimmungen wird die für November 2011 geplante Eröffnung des Flughafens auf den 3. Juni 2012 verschoben.

September 2010

Die Deutsche Flugsicherung legt einen ersten Flugrouten-Vorschlag vor. Tausende Betroffene gehen dagegen auf die Straße. Es gibt neue Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss.

Juli 2011

Nach monatelangen Beratungen in der Fluglärmkommission folgt die Flugsicherung mit einem neuen Vorschlag dem Kompromiss des Gremiums. Rund um den Berliner Müggelsee geht der Protest weiter.

Oktober 2011

Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in den Randzeiten. Der Airport kann ohne weitere Einschränkungen an den Start gehen.

Januar 2012

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung legt die Flugkorridore fest. Bürgerinitiativen kündigen weitere Klagen an.

Mai 2012

Wegen Problemen beim Brandschutz wird die Anfang Juni geplante Eröffnung des Flughafens erneut verschoben.

An Spekulationen über die Terminplanung wolle er sich nicht beteiligen, sagte der Manager. „Die bisher möglichen Arbeiten hat Siemens erledigt. Ich kann keinerlei Aussagen darüber machen, wann wir dies abschließen können, solange die weithin bekannten Voraussetzungen nicht gegeben sind.“ Flughafen-Technikchef Horst Amann hatte angekündigt, dass die Entrauchungsanlage im Hauptflugsteig an vier Stellen so umgebaut werden muss, dass Rauch nicht mehr zentral, sondern etagenweise abgesaugt wird.

Haushaltspolitiker des Bundestags machten erneut Vorbehalte deutlich, weiteres Geld für Mehrkosten freizugeben. Der Haushaltsausschuss werde im neuen Jahr knapp 85 Millionen Euro der Bundesmittel für den Flughafen mit einer Sperre versehen, sagte die FDP-Abgeordnete Claudia Winterstein der „Berliner Morgenpost“ (Freitag). „Und zwar so lange, bis das Gutachten eines Wirtschaftsprüfers und eines Juristen vorliegt.“ Der Aufsichtsrat hatte beschlossen, dass eine Kanzlei und eine Prüfungsgesellschaft mögliche Haftungsfragen gegen das Flughafenmanagement klären sollen.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Stefanie Vogelsang sagte im rbb-Inforadio: „Natürlich möchte niemand den Flughafen gefährden oder dass Leute, die dort ihre Arbeit tun, nicht ihr Geld bekommen. Aber wir wollen nicht dieses Chaos, und wir müssen einfach stärker kontrollieren.“

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×