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06.06.2013

15:28 Uhr

Hauptversammlung

Air Berlin profitiert von den Allianzen

Die Partnerschaft mit Etihad bringe Air Berlin Hunderttausende gemeinsame Passagiere, freut sich der neue Airline-Chef Prock-Schauer. Im Mai steigt die Auslastung in der Tat – im Jahresvergleich aber bleibt ein Minus.

Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer: Hunderttausende gemeinsame Passagiere: dpa

Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer: Hunderttausende gemeinsame Passagiere:

Berlin/LondonDeutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin profitiert immer stärker von seinen Verbündeten. Die Partnerschaft mit Etihad und die Mitgliedschaft im Airline-Bündnis Oneworld bringe über Codeshare-Abkommen Hunderttausende gemeinsame Passagiere, sagte Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer nach Unternehmensangaben am Donnerstag bei der Hauptversammlung in London-Heathrow. Beim Codesharing nimmt eine Fluggesellschaft auf ihren Flügen auch Passagiere der Partner-Airline mit.

Über Großaktionär Etihad habe Air Berlin mit Vorausbuchungen die Codeshare-Vorjahreszahl von 320.000 schon erreicht. Zudem seien im ersten Vierteljahr mehr als 100 000 Oneworld-Fluggäste mit Air Berlin geflogen - doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Prock-Schauer kündigte an, das gemeinsame Streckennetz mit Etihad auszubauen und nach Zielen in China und Japan auch Vietnam und Indien ins Programm zu nehmen.

Der Air-Berlin-Chef bekräftigte sein Ziel, in diesem Jahr eine „schwarze Null“ vor Steuern und Zinsen (Ebit) zu erreichen. Der Umsatz werde leicht wachsen. Wann auch unterm Strich ein positives Ergebnis steht, ließ er offen. Im abgelaufenen Jahr hatte sich Air Berlin mit dem Verkauf seines Vielfliegerprogramms an Etihad zum ersten Mal nach vier Jahren wieder in die schwarzen Zahlen gehievt. Prock-Schauer prüft nun auch, Service-Abteilungen auszugliedern.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger warf dem Unternehmen unrealistische Prognosen vor. „Die Zukunftsfähigkeit von Air Berlin ist nicht gesichert, die Aktie ist zum Zockerpapier verkommen“, kritisierte Vereinssprecher Michael Kunert.

Air Berlin hat sich vor zwei Jahren einen Schrumpfkurs verordnet und inzwischen das zweite Sparprogramm eingeleitet. Bis Ende 2014 sollen 400 Millionen Euro eingespart werden. Bis Jahresende soll die Flugzeugflotte auf 143 Maschinen schrumpfen. Insgesamt stehen seit Jahresanfang 900 Stellen auf der Streichliste.

Unterdessen füllte Air Berlin ihre Maschinen auch im Mai besser. Insgesamt ging die Zahl der Fluggäste im Vergleich zum Vorjahresmonat zwar um 4,3 Prozent auf 2,96 Millionen zurück, wie die Airline am Donnerstag mitteilte. Die Auslastung der Flugzeuge verbesserte sich jedoch um 4,5 Prozentpunkte auf 82,3 Prozent.

Von

dpa

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