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23.05.2012

15:43 Uhr

Hauptversammlung

Aktionäre warnen Metro vor Kaputtsparen

Die Aktionäre von Metro machen ihrem Ärger Luft. Die Kritik entzündet sich vor allem an Olaf Kochs Vorgänger als Chef, Eckhard Cordes. Die Eigentümer sind in großer Sorge um das Unternehmen.

Eckhard Cordes, Ex-Chef der Metro, steht heute im Zentrum der Kritik. dpa

Eckhard Cordes, Ex-Chef der Metro, steht heute im Zentrum der Kritik.

DüsseldorfDie Führungskrise beim Handelskonzern Metro hat ein halbes Jahr später ein Nachspiel. Die Fondsgesellschaft Union Investment kündigte kurz vor Beginn der Hauptversammlung am Mittwoch in Düsseldorf an, Vorstand und Aufsichtsrat nicht zu entlasten. Ex-Metro-Chef Eckhard Cordes und Ex-Aufsichtsratschef Jürgen Kluge hatten sich im vergangenen Jahr einen heftigen Machtkampf geliefert. Nachfolger von Cordes an der Spitze des Dax-Konzerns wurde der frühere Finanzvorstand Olaf Koch.

„Die Vergangenheit hat gezeigt, dass entschlossenes Handeln für den Aufsichtsrat sinnvoller gewesen wäre, als Grabenkämpfe mit dem Management auszutragen“, kritisierte Ingo Speich, Portfoliomanager bei Union Investment, bei dem Aktionärstreffen laut vorab verbreitetem Redetext. Unter Cordes sei Metro zum „reinen Ankündigungsweltmeister“ geworden. Er vermisse im Vorstand Handelsexpertise. „Metro braucht nicht nur Finanzexperten, sondern auch Händler an der Spitze!“

Unter Kochs Führung will Deutschlands größter Handelskonzern aggressiver um die Gunst der Verbraucher werben. Mit niedrigeren Preisen soll der Umsatz wieder angekurbelt werden. Den Spielraum dafür sollen Einsparungen schaffen. Zur Metro AG gehören die gleichnamigen Großhandelsmärkte für Gewerbetreibende, die Elektronikketten Media Markt und Saturn, der Lebensmittelhändler Real und die Warenhauskette Kaufhof. Koch hatte im Januar den Verkauf von Kaufhof vorerst auf Eis gelegt. Dazu dürfte die Aktionäre Fragen haben.

Bei dem Aktionärstreffen geht es auch um Personalien. Der neue Aufsichtsratschef Franz Markus Haniel war im November gerichtlich zum Mitglied des Kontrollgremiums bestellt worden. Er will nun in den Aufsichtsrat gewählt werden und dessen Vorsitz erneut übernehmen. Außerdem will der Finanzchef des Duisburger Mischkonzerns Haniel, Florian Funck, für Bernd Pischetsrieder in das Kontrollgremium der Metro ziehen. Damit würde Haniel seinen Einfluss im Metro-Aufsichtsrat ausbauen. Zusammen mit der Familie Schmidt-Ruthenbeck besitzt Haniel die Mehrheit an der Metro AG.

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