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05.07.2012

12:12 Uhr

Hauptversammlung der Optikerkette

Fielmann startet Hör-Offensive

Fielmann setzt die Konkurrenz immer stärker unter Druck. Umsatz und Gewinn sind wieder leicht gestiegen. Die Optikerkette will zudem das Filialnetz weiter ausbauen - und im Hörgerätemarkt groß durchstarten.

Fielmann ist der Branchenprimus unter den deutschen Optikern. dpa

Fielmann ist der Branchenprimus unter den deutschen Optikern.

DüsseldorfDie Optikerkette Fielmann sieht sich auf gutem Weg, der Konkurrenz weiter Kunden abzujagen. „Wir werden auch in diesem Jahr weitere Marktanteile gewinnen“, sagte Unternehmensgründer und Vorstandschef Günther Fielmann am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Hamburg laut Redetext. Fielmann will dafür sein Filialnetz weiter ausbauen, die Geschäfte vergrößern und neben den herkömmlichen Brillen auch mit Sonnen- und Gleitsichtbrillen, Kontaktlinsen sowie Hörgeräten punkten.

Derzeit betreibe Fielmann 74 Hörgeräteabteilungen, bis Jahresende sollten es 90 werden, erklärte der Unternehmenschef. „Mittelfristig wollen wir 200 Hörgeräteabteilungen eröffnen.“ Der Umsatz der Branche liege in Deutschland derzeit bei 1,3 Milliarden Euro.

Das sind Deutschlands größte Optiker

Platz 10

Die Kette Eyes and More eröffnet mit einem Jahresumsatz im Jahr 2014 von 33,2 Millionen Euro die Top Ten. 2006 eröffnete in Lübeck die erste Filiale. Mittlerweile hat das Unternehmen mit Sitz in Bad Segeberg ein rasantes Wachstum hingelegt und 79 Filialen, die in Eigenregie oder Franchising betrieben werden.

Platz 9

Krass Optik machte 2014 in Deutschland 38,3 Millionen Euro Umsatz. Die Kette mit Sitz in Dornach-Aschheim hatte zu diesem Zeitpunkt 67 Filialen.

Platz 8

Abele Optik liegt mit 38,5 Millionen Euro Jahresumsatz auf dem achten Platz. 1945 in Würzburg gegründet betreibt die Optiker-Kette heute 72 Filialen. Die Anzahl der Geschäfte ist seit Jahren stabil.

Platz 7

Die Kette Binder Optik macht mit ihren deutschen Niederlassungen einen Jahresumsatz von 40,1 Millionen Euro. 49 Filialen betreibt das Unternehmen in Deutschland. Binder Optik wurde 1975 von Helmut und Gabriele Baur in Böblingen gegründet und ist vor allem im Süden Deutschlands vertreten. Es gibt aber auch Filialen auf Mallorca.

Platz 6

Optik Matt ist nach Umsatz die sechstgrößte Kette in Deutschland. Das Unternehmen machte mit seinen 71 deutschen Filialen 2014 einen Umsatz von 43 Millionen Euro. Optik Matt wurde 1955 von Hannelore und Bernhard Matt in Regensburg gegründet.

Platz 4

Mit einem Jahresumsatz von 47 Millionen Euro liegt Optiker Bode auf Rang fünf. Die Kette betrieb Ende 2014 insgesamt 74 Filialen in Deutschland. Hans Bode eröffnete 1938 in Hamburg-Barmbek die erste Filiale.

Platz 4

Die Aktivoptik Service AG liegt mit einem Jahresumsatz von 48,3 Millionen Euro auf Rang vier der Liste. Inklusive Franchisepartner hatte das Unternehmen 2014 insgesamt 79 Filialen. Die erste wurde 1989 in Gensingen eröffnet. Das Unternehmen bietet mittlerweile auch Hörgeräte an.

Platz 3

Die Kette Pro Optik liegt mit 112 Millionen Euro Jahresumsatz auf dem dritten Platz in Deutschland. Inklusive Franchisepartnern hat betreibt das Unternehmen 126 Filialen. Pro Optik wurde 1985 von Rainer Hildebrandt und Peter Hoppert gegründet. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Wendlingen und in den vergangenen Jahren ein kräftiges Wachstum bei den Filialen hinter sich.

Platz 2

Mit einem Jahresumsatz von 426 Millionen Euro ist Apollo Optik die Nummer zwei in Deutschland. Das Unternehmen betreibt mit seinen Franchisepartner die meisten Filialen in Deutschland. 2014 waren es 751. Doch am Branchenprimus in Deutschland kommt Apollo Optik beim Umsatz nicht vorbei.

Platz 1

Fielmann ist die unumstrittene Nummer eins in Deutschland. 2014 machte das Unternehmen einen Umsatz von 973 Millionen Euro mit seinen Niederlassungen in Deutschland. 582 davon betrieb die börsennotierte AG Ende 2014. Das Unternehmen wuchs damit in den vergangenen Jahren leicht. 2009 waren es noch 551 Optik-Geschäfte.

Quelle: ZVA

Das Potenzial sei groß, so Fielmann. 6,4 Millionen Menschen bräuchten in Deutschland ein Hörgerät, nur 2,5 Millionen benutzten aber eines. „Über immer kleinere, praktisch unsichtbare Systeme wird sich die Anzahl der Hörgerätebenutzer in den nächsten Jahren deutlich erhöhen“, schätzt Fielmann.

Im ersten Halbjahr 2012 konnte die Optikerkette mit ihren Null-Tarif- und anderen Angeboten erneut bei den Kunden punkten. Während die Branche Absatz- und Umsatzrückgänge zu beklagen hat, wächst Fielmann weiter. Der Konzernerlös sei nach vorläufigen Zahlen binnen Jahresfrist um fünf Prozent auf 551 Millionen Euro gestiegen, der Gewinn vor Steuern habe um drei Prozent auf 89 Millionen Euro zugelegt, teilte das Unternehmen mit. In seinen 665 Filialen habe das Unternehmen zwischen Januar und Juni 3,5 Millionen Brillen verkauft, das sind rund 200.000 mehr als im Vorjahreszeitraum.

„Angesichts der Absatzverluste der übrigen Branche können wir mit unseren Zuwächsen sehr zufrieden sein“, erläuterte Fielmann. Der Zentralverband der Augenoptiker habe per Mai ein Absatzminus von 4,6 Prozent gemeldet, Euronet von 4,5 Prozent. „Fielmann Deutschland steigerte den Absatz um fünf Prozent, europaweit erzielten wir eine Absatzsteigerung von 4,7 Prozent.“

Eine Prognose für das Geschäftsjahr gab Fielmann erneut nicht ab. Für das zurückliegende Jahr soll den Aktionären, darunter als größte Gruppe die Familie, eine um zehn Cent auf 2,50 Euro je Anteilsschein erhöhte Dividende zufließen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

05.07.2012, 15:44 Uhr

Der Einstieg in die Hörgeräte-Akustik ist sehr klug. Dort gibt es bisher enorme Spannen. Wenn Fielmann einen Teil davon an die Kunden weitergibt, läuft das Geschäft von selbst. Da wiederholt sich vermutlich die Markt-Aufmischung, die wir damals in der Optikerbranche erlebt haben. Die hatten damals Kalkulationsaufschläge von 200 - 300 %. Bis die mitgekriegt hatten. wie Fielmann den Markt erobert hat, war es schon zu spät für sie.

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