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23.05.2014

12:53 Uhr

Hauptversammlung

Klöckner & Co setzt auf Qualität statt Quantität

Der Stahlhändler stellt einige Neuerungen vor: Hochwertigere Produkte, Zukäufe und Expansion im Internet. Das Ziel dabei: Mehr Profit. Für die Klöco-Aktionäre soll wieder eine kleine Dividende herausspringen.

Die Zentrale von Klöckner & Co in Duisburg: Mehr Klasse statt Masse ist das neue Motto des Stahlhändlers. dpa

Die Zentrale von Klöckner & Co in Duisburg: Mehr Klasse statt Masse ist das neue Motto des Stahlhändlers.

DüsseldorfDer Stahlhändler Klöckner & Co will mit lukrativeren Produkten und gezielten Zukäufen in den kommenden Jahren profitabler werden. Der Konzern wolle die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) bis 2017 auf fünf Prozent von zuletzt zwei Prozent steigern, sagte Vorstandschef Gisbert Rühl am Freitag auf der Hauptversammlung in Düsseldorf. Ziel sei ein Wert von sechs Prozent.

Davon sollen auch die Aktionäre etwas haben. Für das laufende Geschäftsjahr sollen sie nach einer Durststrecke von vier Jahren wieder eine Dividende erhalten. Der Konzern peile eine Dividende von mindestens 20 Cent je Aktie an, sagte Rühl. Bislang hatte er die angestrebte Höhe nicht beziffert.

Klöco will statt einfacher Stahlbleche mehr Produkte vertreiben, bei denen den Kunden schon ein Teil der Vorarbeiten wie etwa das Fräsen, Stanzen und Formen abgenommen wird. Klöco setzt dabei auch auf den Einsatz von 3D-Lasern. Der Umsatzanteil von Produkten mit höheren Margen solle bis zum Jahr 2017 auf 43 von zuletzt 30 Prozent steigen. Ziel sei ein Anteil von mindestens 50 Prozent. Mehr Klasse statt Masse peilt der im MDax gelistete Konzern auch bei Akquisitionen an. „Wir sind an Unternehmen mit hochmargigen Produkten interessiert“, sagte Rühl, der seit 2009 das Unternehmen führt.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Zudem will Klöco den Handel über das Internet ausbauen. Dadurch will das Unternehmen die Kosten im Vertrieb senken. Die Lieferkette im Stahlhandel sei heute häufig ineffizient, erläuterte Rühl den rund 300 Aktionären. „Die Produkte werden, oftmals verbunden mit erhöhtem Transportaufwand, mehrfach umgelagert.“ Klöco will mit dem Internethandel nicht nur den Umsatz pro Kunde erhöhen, sondern auch neue Abnehmer hinzugewinnen. Rühl bekräftigte die Prognose, wonach das operative Ergebnis 2014 deutlich den Vorjahreswert von 150 Millionen Euro übertreffen soll. Auch unter dem Strich will der Manager schwarze Zahlen schreiben.

Rühl hatte im Zuge der Stahlkrise 2011 den Rotstift angesetzt. Er strich 2300 Stellen und schloss 71 Standorte. Inzwischen sieht Klöco auch eine Belebung der Stahlnachfrage. Insbesondere in den USA, wo die Firma weiter expandieren will, ziehe die Nachfrage an und auch in Europa laufe es mittlerweile besser. Die Preise seien aber weiterhin unter Druck.

Der Konzern beliefert vor allem Firmen aus der Bauindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau sowie der Automobilbranche. Hauptmärkte sind die USA, Deutschland, Frankreich, Belgien und die Schweiz. Klöco greift dabei auf diverse Hersteller zurück und steht im Handel in Konkurrenz auch zu großen Produzenten wie Arcelor Mittal, Thyssen-Krupp oder Salzgitter.

Von

rtr

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