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29.05.2013

10:59 Uhr

Hauptversammlung

Praktiker gibt dem Wetter die Schuld

Der Baumarktkonzern Praktiker hat mit schlechten Umsatzzahlen zu kämpfen. Grund dafür seien vor allem der lange Winter und das regnerische Frühjahr. Die Tochterkette Max Bahr soll dem Konzern bei der Sanierung helfen.

Praktiker-Werbespruch auf einem Gartenhäuschen. Die geplante Aufholjagd im Gartengeschäft ist ausgeblieben. dapd

Praktiker-Werbespruch auf einem Gartenhäuschen. Die geplante Aufholjagd im Gartengeschäft ist ausgeblieben.

HamburgPraktiker kommt nicht in Tritt. Nach dem langen Winter setzt nun der verregnete Frühling dem kriselnden Baumarktkonzern zu. Das Geschäft sei "sprichwörtlich ins Wasser gefallen", sagte Vorstandschef Armin Burger der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch am Rande der Hauptversammlung in Hamburg. Die erhoffte Aufholjagd im Gartengeschäft, mit dem der Konzern gut ein Viertel seines Umsatzes macht, sei ausgeblieben. Dennoch hat der im vergangenen Jahr nur knapp der Pleite entronnene Konzern die Hoffnung nicht in den Wind geschrieben. Im Mai seien Umsatz und Erträge auf Vorjahresniveau gewesen. "Wir warten das zweite Quartal ab", sagte Burger.

Anleger trennten sich in Scharen von der Aktie. Das im SDax gelistete Papier verlor über acht Prozent, dämmte den Kursverlust aber später ein. Die Aktie war unlängst unter die Marke von einem Euro gerutscht.

Aktionärsvertreter sehen Praktiker noch längst nicht über den Berg, weil der Umbau ihrer Meinung nach nicht rasch genug greift. "Die Zahlen sind katastrophal", sagte Steffen Kraus von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zu den Verlusten zu Jahresanfang. Als Sanierungsfall sei die Gesellschaft ein "Glücksfall" lediglich für die vielen Berater, die hohe Honorare einstrichen. Krauss stellte zudem die Strategie des Managements infrage, Praktiker-Filialen auf die profitablere Tochter Max Bahr umzuflaggen. Die sei damit in Gefahr, dass das Negativ-Image von Praktiker als Discounter auf sie abfärbe.

Großaktionärin Isabella de Krassny zeigte sich "zutiefst überzeugt", dass Praktiker nicht untergehen werde. Der Konzern habe jedoch noch ein, zwei harte Jahre vor sich. Sorgen, dem Konzern könne in dieser Zeit das Geld ausgehen, versuchte sie zu entkräften. Es gebe noch genügend Vermögen, das notfalls versilbert werden könne. "Wir sind noch lange nicht mit unserem Latein am Ende", sagte die Fondsmanagerin.

Ihr und ihrem Ehemann, dem österreichischen Unternehmer Alain de Krassny, werden knapp 20 Prozent der Stimmrechte an Praktiker zugerechnet. Isabella de Krassny selbst verwaltet den zyprischen Investmentfonds Maseltov, der nach Daten von Praktiker knapp zehn Prozent des Baumarktkonzerns kontrolliert. Bei einer Präsenz von 30 Prozent des Grundkapitals auf der Hauptversammlung konnte das Ehepaar alle Tagesordnungspunkte in seinem Sinne entscheiden.

Für 2013 hat Praktiker wegen des Konzernumbaus weiter sinkende Erlöse angekündigt. Der Betriebsverlust soll aber eingedämmt werden. Eine konkrete Geschäftsprognose will das Management zur Jahresmitte wagen. 2012 verringerte Praktiker zwar den Verlust, am Ende des turbulenten Jahres fehlten aber immer noch 190 Millionen Euro. Das Ringen um die Abwendung der Pleite hatte Lieferanten und Kunden verunsichert.

Praktiker war im Kampf mit Wettbewerbern wie Obi oder Hornbach mit seiner Billigstrategie ("20 Prozent auf alles") unter die Räder geraten. Sie kostete das Unternehmen viel und brachte nicht den nötigen Schwung ins Geschäft. Der Konzern, der seine Zentrale von Kirkel im Saarland nach Hamburg verlegt hat, hatte im Herbst wesentliche Teile eines rettenden Finanzkonzepts unter Dach und Fach gebracht. Damit endete vorerst ein heftiger Streit mit den Großaktionären, der noch die Aktionärsversammlung vor einem Jahr geprägt hatte.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

29.05.2013, 11:57 Uhr

Die 20% auf Alles haben Praktiker an den Rand des Ruins gebracht und Max Bahr ist profitabler?

Max Bahr verkauft seit knapp 2 Wochen sämtliche Pflanzen zum halben Preis. Oder es werden an Kunden Gutscheine verschickt: Kaufen Sie für 100 Euro, so erhalten Sie einen Gutschein über 20 Euro (gestaffelt: 200 Euro = 50 Euro Gutschein; 300 Euro = 100 Euro Gutschein). DAS soll profitabler sein?

MXM

29.05.2013, 12:27 Uhr

Praktiker ist gezwungen Umsatz zu generieren, da Lieferanten bezahlt werden müssen. Ein Trauerspiel. Mittlerweile ist bei den Lieferanten und Versichern der Finger am Abzug....
Siehe auch Mietrückstände

mithhorrorFEIND

29.05.2013, 13:09 Uhr

ich bitte höflichst meine mitforisten das WACHSTUM nicht zu verunsichern

WACHSTUM hat ohren WACHSTUM hört mit

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