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04.07.2012

20:33 Uhr

Hauptversammlung

Praktiker-Vorstand einigt sich auf Sanierungsplan

Nach langem Ringen hat es bei Praktiker eine Einigung auf das Sanierungskonzept des Vorstands gegeben. Stundenlang war auf der Hauptversammlung darum gefochten worden. Hauptaktionäre sprachen von Erpressung.

Praktiker-Chef Kay Hafner steht auf der Hauptversammlung unter der Beschuss. dapd

Praktiker-Chef Kay Hafner steht auf der Hauptversammlung unter der Beschuss.

HamburgDer Baumarktkonzern Praktiker hat sich auf einer dramatischen Hauptversammlung mit seinen wichtigsten Aktionären auf einen Kompromiss zur Sanierung geeinigt. Die Fondsmanagerin Isabella de Krassny als Vertreterin der Hauptaktionäre Maseltov und Semper Constantia erklärte nach langem Ringen am Mittwochabend, sie trage das Sanierungskonzept des Vorstands nun doch mit. Im Gegenzug ersetzt Praktiker auf Druck der Aktionäre zwei Aufsichtsratsmitglieder durch Kandidaten von de Krassny. Unter anderem gibt der vor Kurzem aus dem Aufsichtsrat an die Vorstandsspitze delegierte Praktiker-Chef Kay Hafner nach Firmenangaben seinen Aufsichtratsposten auf.

Im Überlebenskampf des Baumarktkonzerns Praktiker hatten Vorstand und Aktionäre gegenseitig eine Lösung blockiert. Konzernchef Kay Hafner warb auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Hamburg eindringlich für seinen Sanierungsplan. Das Management bezeichnete das Konzept als "alternativlos".

Die beliebtesten Baumärkte

Ruinöser Preiskampf

Experten sind sich weitgehend einig: In Deutschland gibt es schlichtweg zu viele Baumärkte. Unter diesen Bedingungen ist der Preiskampf hoch und die Margen gering. Es folgt eine Übersicht über die beliebtesten Baumärkte.

Platz 10

Auf Rang zehn liegt Marktkauf. 3,2 Prozent der befragten Deutschen gaben an, 2010 dort eingekauft zu haben. 32,7 Prozent der 23.000 Befragten gaben übrigens an, gar keinen Baumarkt besucht zu haben.

Platz 9

Auf Platz 9 landet Hellweg Baumarkt mit 3,7 Prozent.

Platz 8

Die Globus-Kette steht auf Rang acht: 4,6 Prozent der Befragten gaben an, hier eingekauft zu haben.

Platz 7

Max Bahr rangiert auf dem sechsten Platz mit einem Anteil von 5,5 Prozent.

Platz 6

Nicht unter den Top-Five steht Bauhaus, nämlich nur auf Rang sechs. Mit 9,3 Prozent liegt die Kette nur knapp hinter ...

Platz 5

... Hornbach. Die auch durch intensive TV-Werbung recht bekannte Kette kommt auf zehn Prozent.

Platz 4

Knapp davor rangiert mit 10,4 Prozent Hagebaumarkt.

Platz 3

Etwas überraschend liegen die Baumärkte von Toom vor der Konkurrenz von Hagebaumarkt und Hornbach. Allerdings nur knapp: 10,6 Prozent der Befragten gehen hier gern shoppen.

Platz 2

Mit deutlichem Abstand liegen die beiden Dickschiffe der Branche vorne. Die Silbermedaille geht an Praktiker. Die Kette befindet sich in einem umfangreichen Umbauprozess und musste dabei so manchen Rückschlag einstecken. 20,8 Prozent der Deutschen waren 2010 in einem der blau-gelben Märkte.

Platz 1

Branchenführer im Hinblick auf die Beliebtheit ist Obi. Der Wert liegt bei 26,3 Prozent.

Hafners Plan sieht den US-Finanzinvestor Anchorage als rettender Geldgeber vor. Er verlangt aber für einen 85 Millionen schweren Kredit die gesunde Konzerntochter Max Bahr als Pfand und soll darüber hinaus mit Hilfe von Optionsanleihen Zugriff auf 15 Prozent der Praktiker-Aktien erhalten. Zudem sollen sich die Aktionäre mit einer Kapitalerhöhung um 60 Millionen Euro an der Rettung des Konzerns beteiligen. "Bricht nur eine wesentliche Stütze aus dem Gerüst aus, fällt auch der Rest", betonte Hafner.

Finanzvorstand Markus Schürholz hatte erklärt, bei einer Ablehnung durch die Aktionäre müsse Praktiker die Verhandlungen über Kreditlinien abbrechen. "Praktiker wäre in diesem Fall unmittelbar von der Insolvenz bedroht. Der Wert der Aktie würde wohl gegen Null sinken."

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

04.07.2012, 13:04 Uhr

Nicht dass Praktiker auch wie Schlecker endet...

GausN

04.07.2012, 13:14 Uhr

Doch hoffentlich !!
Die auf der grünen Wiese wie Pilze entstandenen Baumärkte haben vielen Facheinzelhändlern das
Genick gebrochen.

G4G

04.07.2012, 13:24 Uhr

Praktiker hat sein Ende selbst zementiert. 20% auf alles ausser Tiernahrung... Kein oder schlechtes Personal und untern Strich nicht besser als der Fachhandel oder das Web.
Die Zeiten sind vorbei. Ohne ruinöse Preisaktionen bleiben doe Kunden fern.
Das Management ist hier der Insolvenzbeschleuniger.
Game over ! Praktiker...

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