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08.05.2012

10:56 Uhr

Hauptversammlung

Was die Lufthansa-Aktionäre zu meckern haben

VonJens Koenen

Die Aktie der Lufthansa ging zuletzt auf Sinkflug. Die Anteilseigner haben heute auf der Hauptversammlung viele kritische Fragen. Im Kampf gegen Billigflieger oder angriffslustige Wettbewerber schwindet die Finanzkraft.

Auf dem Boden angekommen: Die Lufthansa hat schon bessere Zeiten erlebt. dapd

Auf dem Boden angekommen: Die Lufthansa hat schon bessere Zeiten erlebt.

FrankfurtEs sind fünf Buchstaben, die derzeit mächtig für Unruhe im Lufthansa-Konzern sorgen: Score. Satte 1,5 Milliarden Euro will Europas größte Airline mit dem gleichnamigen Programm einsparen. Die Abkürzung steht für "Synergies, Costs, Organisation, Revenue, Execution". Es geht also um Synergien, Kosten und die Organisation, um Einnahmen und die Umsetzung.

Und es ist nicht das erste Sparprogramm für die 120 000 Lufthanseaten. Aber es ist wohl das wichtigste. "Nur wenn wir heute diese Maßnahmen einleiten, kann Lufthansa in zehn Jahren noch erfolgreich sein", lässt Stephan Gemkow, Noch-Finanzchef der Lufthansa, erst gar keine Zweifel an der Notwendigkeit aufkommen. Gemkow, der demnächst an die Spitze des Ruhrkonzerns Haniel wechselt, hat dabei einen gewichtigen Verbündeten: die Bilanz.

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Lufthansa-Chef Franz beklagt finanzielle Belastungen durch politische Vorgaben.

Sie zeigt, dass Lufthansa unter den großen europäischen Anbietern Air France-KLM und IAG (British Airways und Iberia) zwar noch am besten dasteht - und damit auch die beste Ausgangsbasis hat, gegen die starke Konkurrenz durch Billigairlines und die aufstrebenden Gesellschaften vom Persischen Golf bestehen zu können. Doch gleichzeitig wird die Luft für den Kranich zunehmend dünner.

Wichtige Finanzkennzahlen zeigen, wie gut es Lufthansa noch geht, jedenfalls relativ. Zwar enttäuschte der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr mit einem Nettoergebnis von minus 13 Millionen Euro. 2010 hatte Lufthansa noch ein Plus von 1,13 Milliarden Euro erzielt. IAG konnte sein Nettoergebnis dagegen von 100 Millionen auf 555 Millionen Euro steigern. Allerdings brach das Ergebnis bei Air France-KLM von 286 Millionen auf minus 805 Millionen Euro ein.

Doch schon bei der Umsatzrendite im operativen Geschäft (Ebit) dreht sich das Bild. Lufthansa erreichte 2011 dort eine Marge von 2,7 Prozent - und lag damit um 0,2 Punkte vor dem Wettbewerber IAG. Air France-KLM schrieb auch auf dieser Position tiefrote Zahlen. Auch wenn es um die Frage geht, welche finanziellen Mittel aus dem operativen Geschäft bleiben, um die notwendigen Investitionen zu finanzieren, zieht Lufthansa der europäischen Konkurrenz davon.

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