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23.05.2013

15:02 Uhr

Haushaltsgeräte-Hersteller

Leifheit-Verkauf geplatzt

Die Absage kam überraschend, die Unternehmensaktie sackt ab: Die Leifheit-Eigner wollen sich doch nicht von ihren Anteilen trennen. Vom Vorstandschef allerdings schon. Es ist ein Abgang mit Ankündigung.

Produktionsstraße bei Leifheit in Nassau: Die Eigner wollen doch nicht verkaufen. dpa

Produktionsstraße bei Leifheit in Nassau: Die Eigner wollen doch nicht verkaufen.

FrankfurtDie rheinland-pfälzische Haushaltsgeräte-Firma Leifheit wird überraschend doch nicht verkauft. Die Familien Schuler-Voith und Knapp-Voith, denen zusammen rund 60 Prozent an dem Hersteller von Personenwaagen (Soehnle) und Wäschespinnen gehören, hätten den Verkaufsprozess gestoppt, teilte Leifheit am Donnerstag in Nassau mit. Die Differenzen mit den zahlreichen Interessenten seien zu groß gewesen, begründete das Unternehmen das Aus. „Die Eigentümer standen von Anfang an unter keinem Verkaufsdruck“, erklärte Aufsichtsratschef Helmut Zahn.

Vorstandschef Georg Thaller muss nun zum Monatsende den Hut nehmen. Grund seien „unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige strategische Ausrichtung“, hieß es in der Mitteilung. Vorübergehend soll Finanzvorstand Claus-Otto Zacharias Leifheit allein führen. Der 2009 vom Töpfe- und Pfannenhersteller Fissler gekommene Thaller hatte die Produktpalette deutlich gestrafft und den Gewinn nach oben geschraubt. Der Umbau des Unternehmens sei dem Aufsichtsrat aber nicht schnell genug gegangen, hieß es im Umfeld des Gremiums. Der Umsatz hatte im vergangenen Jahr bei 224 Millionen Euro stagniert. Thallers Abschied habe sich abgezeichnet, berichtete die „Lebensmittel-Zeitung“.

Einige Bieter hätten sich davon abschrecken lassen, dass nur 60 Prozent der Leifheit-Anteile zum Verkauf standen, sagte ein Insider. Das Unternehmen von der Börse zu nehmen, hätte teuer werden können. Leifheit ist an der Börse rund 140 Millionen Euro wert, nachdem die Aktie wegen der Verkaufsverhandlungen kräftig angezogen hat. Das Voith-Paket ist allein 85 Millionen Euro wert. Nach der Mitteilung ging die Aktie in die Knie: Sie fiel um 7,5 Prozent auf 29,50 Euro. Der „Lebensmittel-Zeitung“ zufolge waren zuletzt der US-Konzern Jarden („Spontex“), die israelische Keter Group („Curver“, „Allibert“) sowie der niederländische Handelskonzern Blokker interessiert. Deutsche Konkurrenten wie Fackelmann oder Freudenberg („Vileda“) hätten sich nur für Teile des Unternehmens interessiert.

Die Verkaufspläne waren in Eigentümerkreisen mit der persönlichen Vermögensplanung der Familien begründet worden. Die Kinder der Familie Schuler-Voith hätten andere Interessen. Daher hatte sie 2012 schon die Anteile am Göppinger Maschinenbauer Schuler an die österreichische Andritz -Gruppe verkauft.

Von

rtr

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